Hilfe, meine Eltern und Großeltern sind bei Facebook!

Erschienen am 4. Mai 2014 in Kindsein heute

Daniel Seiler

Daniel Seiler

Daniel Seiler ist Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im DPSG-Bundesamt. Privat bloggt er auf www.jugendleiter-blog.de.

 

Goodbye Facebook

In den Medien wird viel davon gesprochen, dass Jugendliche scharenweise Facebook verlassen. Ist das wirklich so? Wenn ja, warum tun sie das? Eine Spurensuche.

Nicht mehr ungestört

Jugendliche bewegen sind immer noch auf Facebook, aber die Häufigkeit der Aktivitäten dort nimmt tatsächlich ab. Wer kann es ihnen verübeln, dass sie sich aus einem Medium zurückziehen, in dem sie jahrelang alleine und ungestört waren und in dem nun zunehmend Eltern oder Großeltern aktiv sind.

Eltern wollen Freunde sein

Eine passende Metapher für Facebook vor 2013 war das abgeschlossene Kinderzimmer. Kinder und Jugendliche lebten sich dort aus und wurden nicht kontrolliert. Nun sind Eltern auch auf Facebook und wollen ganz selbstverständlich Freunde ihrer Kinder werden.

Offene Kinderzimmertür

Für die junge Zielgruppe kommt das einem Ausbau der Kinderzimmertür gleich. Das Kinderzimmer, in dem man auch mal was ausprobieren und ein Stückchen anders sein konnte, als es die Eltern wissen, ist weg. Plötzlich dringen die Eltern ein, sehen, was man so mit Freunden gemacht hat, was man teilt und diskutiert. Und im schlimmsten Fall hängen die Eltern dort auch noch peinliche Kindheits- oder Familienfotos auf. Kein Wunder, dass Facebook bei Jugendlichen unbeliebt wird. Wer mag schon einen solchen Eingriff.

Facebook bleibt

Heißt das nun das Ende von Facebook? Sicher nicht so schnell. Einzigartig ist die weite Verbreitung von Facebook. Auch wenn andere Dienste diskreter (Whatsapp), unverbindlicher (Snapchat) oder individueller (Instagram) sind – Facebook ist wie das Klo. Jeder muss hin.

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2 Responses

  1. TschuTschu

    7. Mai 2014: Vielleicht lernen die Jugendlichen dann endlich mal, die Privatsphäre-Einstellungen sinnvoll zu nutzen ;)

     
  2. Braucht mein Kind ein Handy?

    9. Februar 2016: Haha, guter Kommentar. Es ist auf jeden Fall ein großer Anreiz, die Einstellungen für die Privatsphäre anzuziehen, richtig! Ansonsten zeigt der Artikel sehr schön in was für einer interessanten Zeit wir leben...