Praxistipp Leiten: Der Stufenwechsel

Erschienen am 28. August 2014 in Abenteuer Leiten

Stefan Fett

Stefan Fett

Stefan Fett ist Mitglied im Bundesarbeitskreis der Jungpfadfinderstufe und hat an der Arbeithilfe Stufenwechsel mitgearbeitet.

 

Stufenwechsel sind ein zentrales Element unserer pfadfinderischen Methodik. Beim Wechsel in eine andere Stufe ändert sich allerdings nicht nur der Gruppenstundentermin und die Halstuchfarbe. Nach dem Sommerlager stehen vielerorts Stufenwechsel an und dabei sollte einiges beachtet werden.

In der jeweiligen Altersstufe werden Kinder und Jugendliche ihren Interessen entsprechend angesprochen und erleben Dinge, die ihnen in dem jeweiligen Lebensabschnitt wichtig sind. Wir plädieren für einen Mitglieder- und nicht für einen Gruppenwechsel, denn ganz nach den Motto „Look at the boy“ achten wir auf den richtigen Zeitpunkt für die Kinder oder Jugendlichen. Weil sie entweder einzeln oder in kleinen Gruppen wechseln, ändern sich immer wieder die Rollengefüge in den Gruppen. Größere übernehmen Verantwortung für Kleinere und die Gruppenphasen werden neu durchlebt.

Entscheiden, wer wechselt

In der dpsg-Ordnung gibt es für die jeweiligen Altersstufen bestimmte Altersspannen, diese dienen allen Leiterinnen und Leitern als Orientierung. Allerdings sollten diese nicht als Maß aller Dinge gelten, denn der Wechsel sollte sich immer auch nach dem persönlichen Entwicklungsstand richten, zum Beispiel, ob die Kinder und Jugendlichen bereit sind, am Programm der neuen Stufe teilzunehmen und in welcher Stufe ihre Bezugspersonen sind. Letztendlich sollte die Entscheidung über den Wechsel immer zum Wohle des Mitglieds geschehen und mit Blick auf dessen individuelle Situation.

Der richtige Zeitpunkt

Stufenwechsel können im Prinzip das ganze Jahr über stattfinden. Bei der Festlegung des Zeitpunkts spielen jedoch nicht nur organisatorische Faktoren eine Rolle. Oft entstehen über einen gewissen Zeitraum hinweg bestimmte Gruppenkonstellationen, die einen Stufenwechsel begünstigen oder erschweren. Dies gilt nicht nur für die alte, sondern auch für die neue Gruppe. Die alte Gruppe muss bereit sein, Mitglieder gehen zu lassen und die neue Gruppe muss neue Mitglieder aufnehmen können. Probleme können hier entstehen, wenn der Wechsel mitten in einem Projekt oder während eines Lagers geschehen soll. Findet der Stufenwechsel unter solchen Umständen statt, ist es für alle Beteiligten schwierig, sich darauf einzustellen. Die Leidtragenden werden entweder die wechselnden Kinder und Jugendlichen sein, da sie sich schwer in die Gruppe einfinden oder aber die ganze Gruppe, da sie sich neben dem Projekt nun auch noch auf die Neuen einstellen muss.

Den Wechsel vorbereiten

Den Stufenwechsel kann man in drei Schritten beschreiben: Vorbereitung, Wechsel und Nachbereitung. Jeder dieser Abschnitte ist wichtig, um den Wechsel in eine andere Stufe erfolgreich zu gestalten. Achtet stets darauf, dass eure Meuten, Trupps und Runden in die Vorbereitung des Wechsels miteingebunden sind und bereitet euch auf die neue Situation vor. Das heißt auch Abschied nehmen und dafür einen gebührenden Rahmen schaffen.

Keine Angst vor dem Wechsel

Der Übertritt selbst wird in vielen Stammeskulturen rituell gefeiert, ein passender Rahmen ist hier natürlich erwünscht. Er sollte allerdings keine Mutprobe darstellen. Wir wollen den Kindern und Jugendlichen keine Angst vor dem Wechsel machen. Es gilt, das richtige Maß zu finden, ihr kennt eure Kinder und Jugendlichen und wisst, was ihr ihnen zumuten könnt. Der Übertritt in eine andere Stufe gewährleistet, dass Kinder in und mit den Werten ihrer Lebenswelt angesprochen werden, sie sind danach keine besseren Pfadfinder als vorher und brauchen nicht in ungewollte Situationen gebracht werden.

Die Neuen unterstützen

Nach dem Übertritt gilt es, die neuen Mitglieder willkommen zu heißen, sich kennenzulernen und die Neuorientierung gezielt zu unterstützen. Auch hier sind ein würdiger Rahmen und die Zusammenarbeit mit der ganzen Gruppe wichtig.

Dieser Artikel erschien zuvor in der mittendrin 2/2014.

Die Arbeitshilfe „Stufenwechsel“ erklärt den Stufenübergang ausführlich und gibt euch Methoden sowie Erfahrungsberichte aus Stämmen an die Hand.

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