Argentinien: Vielfalt der Kulturen

Erschienen am 30. Oktober 2014 in freiwillig & weltwaerts

Ronja Iffland

Ronja Iffland

Ronja Iffland ist als Freiwillige mit DPSG und Adveniat für ein Jahr in Argentinien und berichtet hier von ihren Erfahrungen.

 

Die ersten Freunde gefunden; seit dem ersten Tag in meiner Familie überglücklich und ein Projekt mit netten Leuten. Und: keine Langeweile.

Nun bricht schon der dritte Monat für mich hier in Argentinien an und es fasziniert mich, wie schnell es gelingt, sich in ein komplett neues Umfeld einzuleben. Ich lebe in Merlo, einer Stadt in der Provinz Buenos Aires und unterstütze die hiesige Gemeinde im Kinderhort und entdecke immer wieder neue Felder, in denen ich tätig werden kann.

Ankommen & Einleben

Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass ich dazugehöre und dass man sich für mich interessiert.
Das viele Spanisch lernen und sprechen ist zwar noch ziemlich anstrengend, aber ich habe im Kindergarten super Mitmenschen, die mit mir meine Woche so einteilen, dass ich gut mitarbeiten kann. So helfe ich an den Tagen mit Sprachkurs in der Küche, wo es deutlich ruhiger und entspannter ist.

An den anderen Tagen schaue ich mir nach und nach alle Gruppen an, um die Kinder kennenzulernen und mir ein Bild davon zu machen, wo ich nach der Kennenlernphase tätig werden möchte. Es ist faszinierend, wie gut mein Wörterbuch (nicht nur bei Kindern) ankommt. Den Kindern soll ich häufig daraus vorlesen.

Der erste Schritt war allerdings ein kleiner Namenswechsel. Hier heiße ich Iffi, da „Ronja“ hier umgangssprachlich Dreck, Schmutz oder Krätze bedeutet. Da kann ich gerne drauf verzichten und wähle lieber meinen Spitznamen.

Der 12. Oktober: Tag der Vielfalt der Kulturen

Jardin (3)Den Tag der Vielfalt der Kulturen (der Eroberung Amerikas) haben wir zu einem besonderen Tag gemacht: Schon Wochen zuvor gingen die Vorbereitungen los. Für jeden Kontinent wurde ein Tanz einstudiert, sodass auch die unter-Drei-Jährigen mitmachen konnten. In einen Tanz wurde die Geschichte der Eroberung Lateinamerikas verpackt und eine Frau aus Polen las eine polnische Geschichte vor. Ich durfte auch einen Teil Europas präsentieren und spielte mit meiner Gitarre „Heute hier, morgen dort“. Dass ich damit jedoch so eine Begeisterung hervorrufen werde, war mir vorher nicht bewusst. Meine Gastmutter hatte Tränen in den Augen, so stolz war sie auf mich.
Danach lag der Schwerpunkt wie so oft bei Feierlichkeiten hier auf dem Essen.

Und es ist möglich: Sogar bei einem argentinischen Asado mit 40 gegrillten Hühnern schaffe ich es als Vegetarier satt zu werden. Auch, wenn ich zunächst jedem hier einen Schrecken mit dieser Essenseinstellung eingejagt habe, stellt es sich im Alltag nicht als Problem heraus.

Pfadfinder

Pfadfinder

Schnell habe ich hier auch eine Pfadfindergruppe gefunden und bin gleich auf dem 25. Geburtstag des Stammes gelandet. Mit viel Tanz, Musik und (natürlich) Essen und Mate haben wir die ganze Nacht gefeiert. Ich muss mich allerdings noch daran gewöhnen, dass am Wochenende das Leben auf die Nacht verlegt wird, sodass eine Feier wie diese schnell bis sieben Uhr morgens dauert.

Allerdings kenne ich nun schon gleich Pfadfinder aus drei verschiedenen Stämmen und bin, bis auf die eher militärisch gehaltene Begrüßung, sehr begeistert.

bei Paul (1)Paul, der andere Freiwillige der DPSG und Adveniats hier, wohnt nicht weit von mir entfernt und unterstützt ein Kinderheim. Es tut gut, sich ab und an mit ihm austauschen zu können. Bei diesen Treffen darf das typisch argentinische Nationalgetränk Mate nicht fehlen. Der Spaß bleibt mit seinen wilden Heimjungs auch nicht aus, wie hier beim Pferde reiten.

Jetzt bin ich gespannt, wie sich die weiteren Wochen und Monate entwickeln. Es ist faszinierend, einen immer tieferen Einblick in das argentinische Leben zu bekommen, dass immer wieder Überraschungen mit sich bringt.

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