„Allen Menschen guten Willens“ – Der Weg des Friedenslichts

Erschienen am 19. Dezember 2014 in Abenteuer Pfadfinden

Christian Schnaubelt

Christian Schnaubelt

Christian Schnaubelts Herz schlägt für die orange Stufe. Er ist Mitglied im Bundesarbeitskreis der Wölflingsstufe. Der Journalist engagiert sich außerdem im Medienteam sowie in der AG „Friedenslicht aus Betlehem“.

 

Auf den ersten Blick scheint die Flamme unscheinbar und machtlos. Doch auf den zweiten Blick erkennt man, welche Symbolik und Hoffnung in dem Licht steckt, das eine 3.600 Kilometer lange Reise angetreten hat, bevor es seit dem 14. Dezember in Deutschland brennt. Die Rede ist vom Friedenslicht aus Betlehem, welches in der Geburtsgrotte Jesu Christi entzündet wurde und zum Heiligen Abend wieder an vielen Krippen leuchten wird.

CS-Friedenslicht-2014-Wien-Tizian-Ronacher

Foto: Christian Schnaubelt

Doch dafür musste das Licht einen weiten und beschwerlichen Weg zurücklegen. Der Österreichische Rundfunk (ORF), der das Friedenslicht im Rahmen der Aktion „Licht ins Dunkel“ vor 26 Jahren ins Leben gerufen hat, reiste dazu am 24. November nach Betlehem. Der neunjährige Tizian Ronacher aus Linz entzündete in der Geburtsgrotte Jesu Christi das Friedenslicht 2014. Da Betlehem eine hohe Mauer umgibt, musste die Flamme dabei bereits seine erste Hürde nehmen. Per Flugzeug ging es nach Österreich, wo am 13. Dezember das Licht an 500 scouts und guides aus 25 Nationen überreicht wurde. Erstmals nahm auch eine offizielle Delegation der Ukrainischen Pfadfinder an der Lichtfeier teil. Aus Deutschland hatten sich 150 Pfadfinder und Pfadfinderinnen des BdP, der DPSG, der PSG, des VCP und der VDAPG per Zug und Auto auf dem Weg nach Wien gemacht.

Nach der Übernahme des Lichtes wurde die Friedensflamme mit Lampen und Kerzen transportiert und rund um die Uhr behütet, bevor es am 3. Adventssonntag mit Zügen in Deutschland verteilt wurde. An vielen Bahnhöfen warteten Pfadfinderinnen und Pfadfinder, um das Licht in Empfang zu nehmen oder in Aussendungsfeiern zu tragen. So bereiteten beispielsweise am 14. Dezember im St. Paulus-Dom zu Münster 1.800 Pfadfinder und Pfadfinderinnen dem Friedenslicht einen großen Empfang.

CS-Aussendungsfeier-MS2

Foto: Christian Schnaubelt

Neben Vertreterinnen und Vertretern der katholischen und evangelischen Kirchen überbrachte dabei erstmals auch eine Vertreterin der muslimischen Gemeinde Friedensgrüße. Von den Gottesdiensten wurde das Licht dann weiter in viele Gemeinden und Pfarreien gebracht. Dabei konnten die Pfadfindergruppen in NRW und Schleswig-Holstein durch Sponsoringaktionen der Deutschen Bahn in Kluft kostenlos den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Und bis Heilig Abend wird das Licht noch an über 550 Stellen in Deutschland verteilt und damit wird sich der Schein des Friedenslichtes immer weiter ausbreiten…

Doch was macht das Besondere an der kleinen Flamme aus, das von vielen Pfadfinderinnen und Pfadfindern durch Europa und bis in die USA getragen wird?

Es ist die Hoffnung, dass das Licht aus Betlehem, wo vor über 2.000 Jahren bei der Geburt Jesu Christi der „Friede auf Erde“ verkündet wurde, dieser sehnlichste Weihnachtswunsch der Menschen in Erfüllung gehen wird. Gerade in diesem Jahr, in dem die Zahl an Unruhen und Kriegen – auch im Ursprungsland des Friedenslichtes- sowie Probleme wie Arbeitslosigkeit bei vielen Menschen die Hoffnung auf den Frieden schwinden lassen, möchte das Licht aus Betlehem „allen Menschen guten Willens“ ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung sein. Dabei schließt das Licht – unter dem Jahresmotto „Friede sei mit Dir – Shalom – Salam“ – bewusst alle Nationen und Religionen ein und lädt damit auch zum interreligiösen Dialog ein.

Foto: Christian Schnaubelt

Foto: Christian Schnaubelt

Für mich persönlich hat die Weitergabe Friedenslichtes aus Betlehem eine doppelte Bedeutung: Einerseits ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung zu verschenken und andererseits die Verbundenheit mit den (katholischen) Pfadfindern im Heiligen Land auszudrücken, die ich im Rahmen der DPSG-Nahostreise 2013 (#nor13) besuchen durfte, und mit denen ich weiter in Kontakt stehe. Dabei kommt mir immer wieder das alte dänische Sprichwort in Erinnerung: „Du verlierst nichts, wenn Du mit deiner Kerze die eines anderen anzündest.“

Warum also nicht mitmachen beim #friedenslicht aus Betlehem und der Aktion #frieden14?

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