Keine Zeit für Jugendarbeit?!

Erschienen am 9. Februar 2015 in Kindsein heute

Sebastian Huber

Sebastian Huber

Sebastian „Sebb“ Huber ist Referent der Bundesleitung für die Pfadfinder- & Roverstufe und die Behindertenarbeit. Außerdem betreut er die Jahresaktionen 2012 bis 2014.

 

Es wird alles immer mehr. Dieses Gefühl kennen wir alle. Und leider ist es nicht nur ein Gefühl. Studien, die sich mit der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen beschäftigen, kommen alle zu dem Ergebnis, dass die Anforderungen an junge Menschen stetig zunehmen. Dies passiert auf zwei Ebenen:

Zeitliche Verdichtung

Kinder werden früher eingeschult, Ganztagsschulen weiter ausgebaut, die Gymnasialzeit wurde verkürzt und mit dem Bachelor lässt sich ein Studium nun innerhalb von drei Jahren abschließen. Durch diese Maßnahmen sollen junge Menschen schneller ausgebildet werden, damit sie dem Arbeitsmarkt eher zur Verfügung stehen.

Inhaltliche Verdichtung

Neben der zeitlichen Verdichtung steigen auch die inhaltlichen Anforderungen. Abgesehen von den Anforderungen durch Schule und Studium wachsen auch die Erwartungen vonseiten der Eltern. Sie möchten schon frühzeitig die bestmöglichste Förderung für ihre Kinder. Das zeigt sich z.B. anhand mehrsprachiger Kindergärten oder der stetig steigenden Anzahl organisierter und bildender Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche.

Auswirkungen auf die Jugendarbeit

Diese Entwicklungen spüren wir als Jugendverband deutlich. Grundsätzlich gibt es immer weniger Jugendliche, die bereit sind, ihre knappe Freizeit in Aktivitäten und Gruppenstunden zu investieren. Bei den verbleibenden Jugendlichen zeigt sich, dass die Terminfindung schwieriger wird, flexiblere Angebote gewünscht werden und sich Aktivitäten deutlich auf die Wochenenden konzentrieren.

Wenig Zeit – viel Engagement

Umso erstaunlicher ist deshalb eine Studie, die belegt, dass die engagierten Ehrenamtlichen sehr viel Zeit in ihre Tätigkeit im Verband investieren: im Durchschnitt knapp sieben Stunden pro Woche. Vorstände etwas mehr, andere etwas weniger. Vierzig Prozent der Ehrenamtlichen würden sogar gerne noch mehr machen. Beachtlich ist auch, dass der Verband einen hohen Stellenwert in der Freizeitgestaltung einnimmt. Aktivitäten im Verband werden höher bewertet als Aktivitäten mit Freunden, mit der Familie oder im Kontext Schule.

Die gesamte Studie zum Nachlesen:
Mirja Lange & Karin Wehmeyer: Jugendarbeit im Takt einer beschleunigten Gesellschaft
(2014, Beltz Juventa – Kurzzusammenfassung)

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One Response

  1. Kirner Michael

    11. Februar 2015: Ich bin mit der Jugendarbeit wie man es Heutzutage nennt aufgewachsechen , un ich bin immer noch dabei aber ich war nie verweichlicht wie es heut zutage ist . dass abenteuer hatte keine Kompfort . wir bauten noch "DobaS" Und wier lebten noch mit der Natur , aber was ich auf den ganzen Großlagern sah und miterleben durfte war weder Gut für die Nartur noch achtend für diese .......Sorry für meine Harte Kritik aber die DPSG schafft sich ab ......