Kandidat zum Bundeskuraten – Philipp Pulger

Erschienen am 27. April 2015 in Am Lagerfeuer mit...

Wahlausschuss

Der Wahlausschuss suchte für die Bundesversammlung 2015 Kandidatinnen und Kandidaten für die Ämter des Bundesvorstandes. Für den Blog hat er die Kandidatinnen und Kandidaten interviewt.

 

In dieser Woche stellen sich im Blog die Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl des Bundesvorstandes vor. Der Wahlausschuss hat sie für euch interviewt. Ihr seid herzliche eingeladen unter den jeweiligen Beiträgen eigene Fragen zu stellen.

Wer bist du und für welches Amt kandidierst du?

Ich bin Philipp Pulger, DPSGler seit 1983, studierter Theologe, zurzeit Jugendreferent in Plauen (Sachsen) und habe mich zur Wahl gestellt, Bundeskurat zu werden.

Wie ist dein beruflicher Werdegang?

Nach dem Theologiestudium in Bochum habe ich als Jugendreferent den Wechsel in die kirchliche und pfadfinderische Diaspora im Bistum Dresden-Meißen gewagt. Hier konnte ich Bewährtes einbringen und habe einen neuen Blick auf Jugendverbandsarbeit gewonnen.

Was hast du in der DPSG bisher gemacht? 

Ich bin im DPSG-Stamm St. Meinolfus Dortmund-Wambel von der Wölflings- bis zur Pfadfinderstufe groß geworden. Danach war ich Wölflingsleiter, Jungpfadfinderleiter, Kurat im Stamm und im Bezirk Dortmund. Zurzeit bin ich Mitarbeiter im Stamm mit den Schwerpunkten Juffistufe, Sommerlager, Spiritualität.

Welche Erfahrung beziehungsweise Aufgaben in deinen bisherigen Ämtern haben dich besonders auf ein mögliches Vorstandsamt vorbereitet?

In der Verhandlungsgruppe zur Zusammenführung der beiden Jugendringe im Vogtland habe ich besonders eindrücklich erfahren, was es heißt, als Vorstand eigenverantwortlich und stellvertretend Entscheidungen zum Wohl des Vereins zu fällen und wie wichtig es ist, anschließend die Vereinsmitglieder dazu zu bewegen, diese Entscheidungen mitzutragen.

Warum möchtest du DPSG-Bundeskurat werden?

Wir sind im Moment in einer Situation, die uns eine historische Chance bietet, Dinge im Verband und in der Kirche zu bewegen. Ich bin genau der Richtige, das zu tun, weil ich mit den Erfahrungen, die ich in der DPSG und der Kirche gemacht habe, neue Perspektiven aus der Stammesebene und meiner spirituellen Verortung einbringen werde, die die vorhandenen Kompetenzen im Verband ergänzen und stärken.

Was sagen Menschen, die dich gut kennen, zu der Frage warum du für dieses Amt geeignet bist?

„Du bringst reichhaltige Erfahrung in der DPSG mit und kennst dich in der Kirche aus. Es macht Spaß, mit dir neue Ideen und Visionen zu entwickeln. Du hast die nötige Ausdauer und Teamfähigkeit, um sie mit uns voran zu bringen.“

Welche drei Themen muss die DPSG deiner Meinung nach unbedingt angehen?

a) Verortung von Spiritualität: Ich möchte der Frage nachgehen, wo Spiritualität im Leben des Verbands und vor allem auch in der Ausbildung noch besser verortet sein kann. Nicht als Anhängsel, sondern als selbstverständlicher Bestandteil pfadfinderischer Grundverantwortung.
b) Pfadfinderinnen und Pfadfinder in der Kirche: Ich wünsche mir, dass die DPSG die Kirche vor Ort und deutschlandweit dabei unterstützt, weltoffen und nah bei den Menschen zu sein.
c) Vorreiter sein: In den Bereichen, wo die DPSG führend ist (Pädagogik, unsere Fachthemen, jugendgemäße Spiritualität u.v.m.) sollten wir diese Führung in Kirche, Gesellschaft und Verband weiter ausbauen und gleichzeitig die Wege so bereiten, dass viele nachkommen.

Was möchtest du am Ende einer Amtszeit konkret erreicht haben – im Großen wie im Kleinen?

Ich möchte beobachten, dass die mit der Lilienpflege begonnenen Prozesse zu einem Blütenreichtum führen, weil wir als Pfadfinderinnen und Pfadfinder, Christinnen und Christen an den individuellen Herausforderungen, denen wir uns gestellt haben, gewachsen sind. Ich möchte in der Kirche mit dem Beispiel der DPSG das Bewusstsein stärken, dass Spiritualität sich in einer Vielfalt von modernen und traditionellen Formen ausdrücken kann. Ich möchte im Dialogprozess eine Stimme einbringen, die auch im Streit auf die gemeinsamen Ziele verweist.

 Ihr seid eingeladen Philipp unter diesem Beitrag Fragen zu stellen. Darüberhinaus freut sich Philipp über eure Rückmeldungen und Fragen auch unter:

Telefon: 03741/405012
Mail: info@philipp-pulger.de
Philipp auf Twitter
Philipp auf Facebook
Philipps Blog

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12 Responses

  1. Simeon Harjung

    Simeon Harjung

    27. April 2015: In meiner Umgebung gibt es viele die sagen, dass sie sehr gerne Pfadfinder sind, aber nicht an Gott glauben und der Meinung sind, dass ein Verband wie wir keine Bindung zur Kirche braucht. Wie siehst du das Thema Pfadfinder und Glaube? Was ist der Mehrwert durch den spirituellen Teil?

     
  2. Philipp Pulger

    Philipp Pulger

    27. April 2015: Hallo Simeon, die DPSG wurde von katholischen Christen gegründet, weil sie in der Pfadfinderbewegung den Weg für sich gesehen haben, ihren Glauben in der Tat zu leben. So ist es Teil unserer Identität geworden, dass wir ein katholischer Verband sind. Auch heute ziehen Christinnen und Christen aus ihrem Glauben heraus die Motivation, den Verband und die Gesellschaft zu gestalten. Genauso gehört es zu unserer Identität, dass wir offen für alle Menschen sind. Nichtkatholische Mitglieder bringen ihre eigene Motivation mit, den pfadfinderischen Geist zu leben. Wenn es uns gelingt, den Dialog zwischen diesen unterschiedlichen Motivationen auf Augenhöhe zu gestalten, können wir nur voneinander lernen. Damit also der pfadfinderische Geist, unsere Gemeinschaft und unser Zusammenhalt, wachsen kann, ist es wichtig, dass jede und jeder den eigenen Glauben so einbringen kann, dass er diesen Geist stärkt, so unterschiedlich die Vorstellungen auch sein mögen.

     
  3. Kurt C. Hose

    28. April 2015: Auf der vergangenden Hauptversammlung des BDKJ wurde die "Theologie der Verbände" beschlossen und veröffentlicht, inwieweit hast du dich damit schon befasst? http://www.bdkj.de/bdkjde/themen/theologie-der-verbaende.html Ansonsten fehlt unten bei der Auflistung noch sein Blog, der vielleicht auch die ein oder andere Antwort gibt: http://blog.philipp-pulger.de/p/startseite.html

     
  4. Philipp Pulger

    Philipp Pulger

    28. April 2015: Hallo Kurt C. Hose, beim Treffen der Kuratinnen und Kuraten im Januar, bei dem ich mich vorstellen durfte, haben wir einen Entwurf des Textes intensiv diskutiert und viele Probleme festgestellt. Die Änderungsvorschläge, die daraufhin noch in den Text eingeflossen sind, machen ihn schon um einiges besser. Vor allem das letzte Kapitel gefällt mir sehr gut. Wie gut das Papier für den innerkirchlichen Dialog ist, wird sich jetzt erweisen - es ist ja auch als erster Dialogbeitrag gedacht. Für den Dialog innerhalb der DPSG müssen wir wohl vieles noch von theologisch auf deutsch übersetzen. Da wir das Papier ja sozusagen in Auftrag gegeben haben, lohnt sich die Mühe, die manchmal etwas versteckten guten Ansätze aufzudecken und zu erschließen.

     
  5. Philipp Pulger

    Philipp Pulger

    28. April 2015: In meinem Leitpfad "DPSG & Gemeinde" habe ich versucht, einige Fragen, die für mich offen geblieben sind, deutlicher zu stellen und eine erste Richtung zu ihrer Beantwortung skizziert: http://blog.philipp-pulger.de/p/blog-page_30.html

     
  6. Kurt C. Hose

    29. April 2015: Hier noch eine Frage die ein Lukas der Martina gestellt hat, von der ich denke das man sie gut an euch beide stellen kann: 29. April 2015: Immer wieder erlebe ich in meiner Leiterrunde das Bedürfnis nach Spiritualität und gleichzeitig deutliche Ablehnung jeglichem Zusammenwirken mit der katholischen Kirche / der Gemeinde vor Ort gegenüber. Welche Möglichkeiten des Umgangs siehst du mit dieser Spannung?

     
  7. Thomas

    29. April 2015: Hallo Philipp, das Amt des Bundeskuraten ist ja nun schon einige Zeit vakant. Was hat dich dazu bewegt, dich genau bei dieser Bundesversammlung zur Wahl zu stellen? GP

     
  8. Philipp Pulger

    Philipp Pulger

    29. April 2015: @Kurt C. Hose Eine Kirche, in der ein Verband wie die DPSG entstehen und existieren kann, hat ja zumindest schon mal das richtig gemacht. Dieses Bewusstsein hilft vielleicht, die Spannungen besser auszuhalten. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie anstrengend es sein kann, wenn sich Pfarrer und DPSG nicht verstehen. Auf der anderen Seite habe ich viel von eben diesem Pfarrer gelernt, was ich auch gut beim Pfadfinden einsetzen kann. Als sich das Verhältnis entspannte, wurde schnell deutlich, wie sehr Stamm und Gemeinde voneinander profitieren können. Als Bundeskurat würde ich gerne versuchen, aus dem Blick auf die und dem Verfolgen der gemeinsamen Ziele die Energie freizusetzen, um auch die Streitfragen konstruktiv anzugehen.

     
  9. Philipp Pulger

    Philipp Pulger

    29. April 2015: @Thomas: Es ist ja erst das zweite Mal, dass Laien sich zur Wahl stellen können. Kurzfassung: Vor zwei Jahren war ich noch unsicher, als ich die Ausschreibung in die Hände bekam. Als im letzten Jahr der Kandidat seine Kandidatur zurück gezogen hatte, fühlte ich mich berufen, zu prüfen, ob ich der Richtige für das Amt sein könnte. In der Auseinandersetzung mit der Frage bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich Bundeskurat sein kann, will und sollte und habe mich deshalb zur Wahl gestellt. Mehr dazu in meinem Blog, vor allem: http://blog.philipp-pulger.de/p/blog-page_27.html

     
  10. Achim Köhler

    30. April 2015: Hallo Philipp. Das Amt des DPSG Bundeskuraten wurde bis 2010 von einem Priester ausgefüllt; erst seit einer Erklärung der deutschen Bischöfe wurde das Amt für andere qualifizierte Theologinnen und Theologen geöffnet. Welche Chance siehst Du darin, dass eine Gemeinde wie die DPSG mit etwa 70.000 Gemeindemitgliedern in Zukunft durch Getaufte und Gefirmte mit entsprechender theologischer Ausbildung geleitet werden kann? Inwiefern wird DPSG dadurch (noch einmal mehr) für Dich zur Avantgarde in der Kirche? Welche Nachteile siehst Du für die DPSG in einer Kirche, deren Entscheidungsträger leider immer noch an vielen Stellen Priester sind, die es anderen Priestern oft leichter machen, mit ihren Anliegen gehört zu werden? Gut Pfad

     
  11. Philipp Pulger

    Philipp Pulger

    30. April 2015: Hallo Achim, in der Kirche sind wir an vielen Stellen dabei, den Anteil der Laien am Sendungsauftrag der Kirche zu klären und zu stärken. Dies geschieht u.a. in den Zukunftsprozessen der Diözesen, im BDKJ haben wir als DPSG die "Theologie der Verbände" angestoßen. Das Amt der Geistlichen Leitung in der DPSG auf Bundesebene für Laien zu öffnen, sehe ich als Chance, die offenen Fragen im Verhältnis von allgemeinem und besonderem Priestertum beispiel- und vorbildhaft zu beantworten. Als Jugendverband haben wir auch die Freiheit, solche Prozesse schneller zu entwickeln. Gleichzeitig ist es mir wichtig, dass wir als katholischer Verband einen guten Kontakt zur sakramental verfassten Kirche halten, vor allem in einer guten Gemeinschaft mit Bischöfen und Priestern und in einer guten Gemeinschaft in der Feier der Eucharistie. Hier bin ich als Laie auf die Unterstützung von Priestern angewiesen. Deshalb bin ich froh - und ich denke alle Kuratinnen und Kuraten, die nicht geweiht sind, ebenfalls - dass noch viele Priester das Kuratenamt auf Stammes-, Bezirks- und Diözesanebene wahrnehmen - viele bei "Beibehaltung ihrer bisherigen Aufgaben." So fordert uns die Situation auf, dass Laien und Priester im Team arbeiten. Das mag zunächst Ressourcen kosten, aber letztlich bereichert die Arbeit im Team dessen Mitglieder, ist so positiv für die geleitete Gruppe und bereichernd für die ganze Kirche. Dass bei Entscheidungen Priester oft eher gehört werden als Laien ist leider noch so. Ich würde hier aber auch eine Chance sehen, indem ich als Bundeskurat die geweihten Entscheidungsträger an den Sendungsanteil der Laien erinnere und so testen kann, wie ernst sie es mit den Zukunftsprozessen meinen. Hier möchte ich gerne am Ball bleiben, um Entscheidungsprozesse innerhalb der Kirche offener und transparenter zu gestalten. Gleichzeitig möchte ich die Hilfe von Priestern und Bischöfen in Anspruch nehmen, die offen für die Anliegen der DPSG sind.

     
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