Life Orientation

Erschienen am 1. Juli 2015 in freiwillig & weltwaerts

Christian Becher

Christian Becher

Christian Becher ist als Freiwilliger mit der DPSG für ein Jahr in
Südafrika und berichtet hier von seinen Erfahrungen.

 

Die letzten drei Wochen habe ich in Jeppes Reef verbracht. Jeppes Reef ist ein Ort an der Grenze zu Swasiland, er liegt also im Südosten von Mpumalanga. Der Ort gilt als „Rural Area“, das ist eine Art Township auf dem Land.

Während der Zeit hier habe ich in einer Gastfamilie gewohnt. Das Leben in dieser Familie war ganz anders als im Scout Center. Das Haus, in dem ich wohnte, hat kein Badezimmer, der einzige Wasseranschluss ist ein Wasserhahn vor dem Haus. Zudem gibt es noch einen großen Tank im Garten. Der wird aufgefüllt, wenn Wasser aus dem Hahn kommt, was leider keine Selbstverständlichkeit ist. Duschen konnte ich somit nicht, sondern habe mich jeden Morgen in einer Plastikwanne gewaschen.

Tagsüber habe ich in an der „Elohim Primary School“ mitgeholfen. Diese Grundschule hat circa 200 Kinder, die in die Stufen 1-7 gehen. Die Grundschule dauert hier also 7 Jahre. Davor gehen die meisten Kinder zur „Pre-School“, die allerdings, wie in Deutschland der Kindergarten, nicht verpflichtend ist. Auch die Fächer, die unterrichtet werden, unterscheiden sich von denen, die wir in Deutschland haben. Die Besonderheit dieser Schule ist, dass hier schon ab dem ersten Schuljahr alles auf Englisch unterrichtet wird. Ausgenommen ist natürlich der siSwati-Unterricht. In den meisten anderen Schulen des Landes wird der Unterricht erst ab der 4. Klasse auf Englisch gehalten. Als Muttersprache sprechen die Kinder hier alle siSwati sprechen, somit bedeutet das eine große Umstellung für sie in den ersten Schuljahren. Da jedoch die High School und fast alle Universitäten Englisch als Sprache haben, ist es sehr wichtig, dass die Kinder möglichst früh mit Unterricht in englischer Sprache beginnen.

Der Tag in der Schule fing immer mit einer Versammlung an. Hier haben sich die Kinder auf dem Schulhof aufgestellt und gemeinsam Lieder gesungen und zum Abschluss ein Gebet gesprochen. Anschließend haben die Lehrer noch im Lehrerzimmer gebetet, während die Kinder die Klassenzimmer und den Schulhof sauber gemacht haben.

Besonders interessant fand ich das Fach „Life Orientation“. Hier lernen die Kinder alles, was sie auf das Leben außerhalb des Elternhauses vorbereiten soll. So erfahren sie zum Beispiel etwas über gesunde Ernährung. Auch geht es darum, wie man später einen Job findet, einen Lebenslauf schreibt oder sich bewirbt.

Während meiner Zeit habe ich in mehrere Klassen reinschauen können. Der Unterricht hier unterscheidet sich sehr von dem, was wir in Deutschland so kennen. Der Lehrer schreibt alles an die Tafel, da es nicht genug Bücher für alle Kinder gibt. Auch gibt es kaum Gruppenarbeiten, sondern fast nur „Frontalunterricht“.

Ein besonderes Highlight war am letzten Tag ein Tagesausflug zum Krüger-Nationalpark. Jedes Jahr gibt es einen Ausflug vor dem Anfang der Winterferien, worauf sich die Kinder natürlich sehr freuten. Also ging es morgens um halb acht, nachdem endlich alle Lehrer eingetroffen waren, los in Richtung „Krügerpark“. Dort bekamen wir einen kurzen Vortrag über Elefanten und Nashörner und haben anschließend noch eine Nashornausstellung besucht. Auf dem Weg im Park, haben wir auch mehrere Tiere gesehen. Darunter Elefanten und Giraffen.

Das eigentliche Highlight für die Kinder war aber das Schwimmbecken am nächsten Stopp. Auch wenn die meisten Kinder hier nicht schwimmen können, hatten sie sehr viel Spaß im Wasser.
Am Ende des Tages waren die Kinder alle sehr müde, sodass die Rückfahrt deutlich ruhiger als die Hinfahrt verlief.

Meine Zeit in Jeppes Reef verging (leider) wie im Fluge, gerne wäre ich länger geblieben, und jetzt bin ich seit letzter Woche wieder im Scout Center in Nelspruit.

Wenn ihr noch mehr darüber wissen wollt, was ich in Südafrika erlebe, könnt ihr auf meinem Blog weiterlesen.

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