Papa Fransisco besucht Paraguay, das Herz Lateinamerikas

Erschienen am 20. Juli 2015 in freiwillig & weltwaerts

Yvonne Kölsch

Yvonne Kölsch

Yvonne Kölsch ist als Freiwillige mit DPSG und Adveniat für ein Jahr in Paraguay und berichtet hier von ihren Erfahrungen.

 

Ich möchte hier berichten, wie ein ganz besonderer geplanter Besuch ganz Paraguay, mich inklusive in Euphorie und Vorfreude versetzt und unseren Alltag komplett umkrempelte. Im April diesen Jahres wurde bestätigt, dass der heilige Papst Franziskus Paraguay besuchen werde. Von diesem Tag an hat dieses Land Unglaubliches geleistet. In knapp 4 Monaten wurde organisiert, Ideen erfunden, wieder verworfen, neu begonnen, ein Chor aus 500 Stimmen Paraguays gegründet, die Straßen erneuert, die Stadt dekoriert und ein majestätischer Altar aus Mais und Kokosnüssen gebaut.

1 (64)Auch achtzigtausend junge Menschen haben sich bereiterklärt, in den Begegnungen einen Dienst zu leisten um die Menschenmassen in Schach zu halten. Die Liste der Vorbereitungen ist endlos lang und im sonst so ruhigen Gebäudekomplex der Erzdiözese wimmelte es morgens bis abends nur so von Menschen. Jede und jeder ist mit einer anderen Aufgabe betraut, doch alle mit dem gleichen Ziel: Dem kommenden Besuch einen unvergesslichen Empfang zu bereiten, der die Dankbarkeit und Freude über den Besuch ausdrückt.

In den letzten Wochen verstärkte sich die Vorfreude des kommenden Besuchs nochmals. Wir haben unsere Tage, Nächte und Wochenenden durchgearbeitet und unser Durchhaltevermögen bis an die Grenze geführt. Unser Team war für die Presseausweise der über 2500 Journalisten zuständig. Es gab so viel zu tun und der Tag X rückte immer näher.

papamovilIn den letzten Tagen fieberte die gesamte Nation nur noch der Ankunft entgegen. „Heute landet der Papst! In zwei Stunden landet er!!!“ Alle Medien berichteten ausschließlich davon. Dann war es endlich so weit. Der Zeitpunkt, auf den wir alle so sehr gewartet und hingearbeitet hatten. Die Straßen waren von Menschenmassen überflutet, die alle den Heiligen Vater willkommen heißen wollten. Die Handys erhoben sich, um DEN Moment für immer festzuhalten. Wir ließen alles stehen und liegen und rannten an den Straßenrand. Jeden Augenblick würde er im Papamobil vorbeifahren. Ich kann die Energie nicht beschreiben die in der Luft lag, doch es war sensationell.

1 (3)Der Papst blieb zwar nur knapp drei Tage in Paraguay, doch es war durchgehend eine nahezu euphorische Stimmung. Es fanden 15 Begegnungen statt. Ich hatte das Glück, an mehreren teilnehmen zu können. Das größte Ereignis war die zentrale Messe am Sonntagmorgen, zu der über 1.5 Millionen Menschen kamen. Am Samstagabend öffneten sich schon die Tore des Militärgeländes, in dem die Messe stattfinden würde. Und viele Menschen haben mehr als 12 Stunden stehend im Schlamm die Nacht und die Kälte ausgeharrt, um in der Messe dem Papst so nah wie möglich zu sein.

1 (63)Ich habe in diesen Tagen gesehen, was der Glaube alles ermöglicht. Wir sind mit Freunden um 5 Uhr morgens zum Gelände zwischen Tausenden gepilgert und gewartet. Einige waren ohne Schuhe, andere voller Schlamm, denn aufgrund des vielen Regens der letzten Woche hatte sich alles in ein Schlammmeer verwandelt. Doch wie durch ein Wunder kam zur Messe die Sonne zum Vorschein. Als der Papst sich im Papamobil seinen Weg durch das Menschenmeer zum Altar bahnte, ging ein Jubeln durch die Masse und wenn man bedenkt, dass 1.5 Millionen Menschen diesem Moment entgegenfieberten…das Gefühl war einfach unglaublich.

visita  papalDiese Erfahrung hat uns alle für die Mühen und all die Arbeit mehr als reichlich belohnt und ist wahrhaftig als Geschenk Gottes zu sehen. Ich persönlich hätte nie im Leben daran gedacht, dass ich so etwas im meinem FSJ aus nächster Nähe miterleben würde. Und ich hätte mir keinen schöneren Abschluss meiner Auslandsjahres vorstellen können.

Paraguay hat mir definitiv seine Einzigartigkeit und Lieblichkeit demonstriert.
Danke!

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