Die Kluft der Wölflinge im Wandel der Zeit

Erschienen am 20. August 2015 in Allgemeines

Matthias Reiter

Matthias Reiter

Matthias Reiter ist Mitglied im Bundesarbeitskreis Wölflingsstufe und war zuvor Diözesanvorsitzender in der Diözese Augsburg und Mitglied in den orangen Bezirks- und Diözesanarbeitskreisen.

 

Gerade in der Wölflingsstufe werden die Leiterinnen und Leiter oft zu den Hintergründen der Kluft befragt, schließlich bekommen die Wölflinge hier die erste Kluft und Aufnäher. Ich habe ein wenig in den Archiven gestöbert und bin dabei auf Verwaltungshandbücher aus den 1970er und 1980er Jahren gestoßen. Sicherlich gibt es da noch weitaus mehr aus der Vergangenheit zu berichten, aber ich beschränke mich auf die letzten 40 Jahre.

Wolfskopf und Sterne

Im „Elemente 4 – Verwaltungshandbuch der DPSG“ aus dem Jahr 1973 heißt es: „Auf der linken Brusttasche des Pfadfinderhemdes trägt der Wölfling nach dem Versprechen den Wolfskopf. Der Wolfskopf wird so aufgenäht, dass die weiße Umrandung nicht zu sehen ist. Dies ist das Abzeichen für den Jungwolf.“ Über der Naht befand sich, wie heute auch, das Nationalitätsabzeichen, jedoch mit dem Bundesadler, statt der EU-Flagge. Interessant ist, dass es damals noch eine Probenordnung gab, die vorsah, dass nach erfolgreichen Proben durch Ergänzung des Wolfskopf durch einen beziehungsweise zwei Metallsternen auf den Augen eine Aufstufung zum Wölfling beziehungsweise Wolf erfolgt.

Rudelabzeichen

Auch die Rudel der Wölflinge wurden auf der Kluft kenntlich gemacht. So trugen alle Mitglieder eines Rudels ein Rudeldreieck auf dem linken Ärmel in der Farbe des Rudels. Damals wurde exakt definiert, wie die Anbringung erfolgen muss: „Größe des Dreiecks: 3cm x 3cm x 3cm. Die Spitze zeigt nach oben. Das Dreieck wird ca. 5cm unter die Schulternaht aufgenäht. Der Leitwolf trägt unter dem Rudeldreieck einen Balken in der Farbe des Rudels – Größe ca. 3 x 0,8cm.“ Darunter war dann Platz vorgesehen für Sonderabzeichen – aber nur für die Zeitdauer, für die sie bestimmt waren. Weitere Abzeichen gehörten nicht zur Kluft.

Streifen für den Leitwolf

Fünf Jahre später, im Buch „Pfadfinder. Ein anderer Weg“, fanden sich die Metallsterne nicht mehr in der Vorgabe für die Kluft der Wölflinge. Dafür wurde ein zweiter Streifen unter dem Rudeldreieck eingeführt. Beide Streifen sollten nun grundsätzlich weiß sein, wobei ein Streifen für den Hilfsleitwolf und zwei weiße Streifen für den Leitwolf des Rudels stehen.

Tierabzeichen

Im 1983 erschienenen „Verwaltungshandbuch – Organisationshilfen für Leiter in der DPSG“ lassen sich erneut Änderungen feststellen. Die Balken für Hilfs- und Leitwolf sind entfallen, das Rudeldreieck kann durch Tierabzeichen oder anderes ersetzt werden. Interessant ist hier, dass im Vergleich zu 1973 nun auch die Weltbundlilie auf der Kluft getragen werden kann (zuvor nur auf Jacke oder Blazer).

Wolfskopf im Wandel

Übrigens hat sich der Wolfskopf-Aufnäher mehrmals in der Geschichte verändert. Die erste Version galt von 1930 bis ca. 1960, die zweite Version (auf dem Bild zu sehen) bis ca. Mitte der 1980er Jahre. Die dritte Version sah nur leicht anders aus, als die zweite und wurde dann Mitte der 1990er Jahre durch den heutigen Wölflingsaufnäher abgelöst. Eines blieb aber über die ganzen Jahre gleich: Die Wölflingsstufe behielt ihren Wolfskopf-Aufnäher und bekam keinen Lilienaufnäher, den alle anderen Stufen und die Leiterinnen und Leiter auf ihrer Kluft tragen.

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