Ich mache Politik: Ein Bar Camp in Westernohe

Erschienen am 18. September 2015 in Jugendpolitik

Denja Otte

Denja Otte

Denja Otte hat 2015/2016 ihr Freiwilliges Soziales Jahr in unserem Bundeszentrum Westernohe gemacht. Nun verbringt sie bis Juli 2017 ein Jahr als weltwärts-Freiwillige mit der DPSG und Nangu Thina in Kapstadt. Dort arbeitet sie im National Office der Scouts South Africa.

 

Ein BarCamp! Was ist das? Was mache ich dort überhaupt? Ein Link auf der DPSG Facebookseite hat mich dazu gebracht mich einfach anzumelden. Ich wusste bis Samstagmittag nur, dass es um Themen der Jugendpolitik gehen wird und wir mit vielen jungen Leuten hier im Bundeszentrum Westernohe zusammenkommen. Zuvor konnte man sich im Internet in dem BarCampTool anmelden, um vorab schon Themen für das BarCamp zu sammeln. Bei uns kamen Themen auf wie Sustainable Development Goals, soziales Engagement und Integration von Flüchtlingen. Einige fingen dort schon an zu diskutieren, doch ich habe mich dort rausgehalten, da ich nicht richtig wusste, was ich damit anfangen soll. Im Nachhinein habe ich jetzt verstanden worum es dabei ging: Sammeln der Themen, die in unserem BarCamp besprochen werden sollten und die uns junge Menschen interessieren. So viel schon mal vorab, was ein BarCamp für mich am Anfang war.

OECD Ministerkonferenz in Helsinki

Man konnte sich nicht nur für ein BarCamp anmelden, sondern man konnte sich auch bewerben um nach Helsinki auf die OECD Ministerkonferenz zu fliegen. Ich dachte mir, dass es ziemlich interessant wäre auf so eine große Konferenz zu fliegen, um die Jugendlichen zu vertreten. So habe ich mich einfach beworben, ein paar Rückfragen vom Deutschen Bundesjugendring (DBRJ) beantwortet und auf mein Glück gehofft. Am Freitag vor dem BarCamp erhielt ich meine Mail mit der Zusage für Helsinki. So freute ich mich noch mehr auf das BarCamp am Wochenende!

Das BarCamp beginnt

Da ich keine weite Anreise hatte, wie manch andere, die aus München oder Berlin anreisten, ging ich einfach aus meiner WG raus und wurde dann direkt bei uns im Hans-Fischer-Haus herzlich empfangen. Nachdem die anderen Teilnehmer mit den Shuttle aus Limburg angekommen waren, haben wir uns beim gemeinsamen Mittagessen direkt schon ausgetauscht, warum man denn hier ist und was man so jugendpolitisch macht. Wir waren eine bunt gemischte Gruppe, in der nicht nur Pfadfinder, sondern auch der UN-Jugenddeligierte für Nachhaltige Entwicklung, Leute von UNICEF, der KLJB oder KSJ – also eine sehr engagierte Gruppe.

Jugendliche ernst nehmen

Gegen 13.30 Uhr fingen wir dann endlich mit dem richtigen BarCamp an: Wir saßen zusammen und Sebastian stellte uns alle Themen vor, die wir zuvor schon gesammelt hatten und welche uns gerade noch in den Sinn kamen. So teilten wir uns für die erste Session in drei Gruppen auf von denen jede Gruppe sich mit etwas anderem beschäftigte. Es wurde über das Bild von Jugendlichen, die Sustainable Development Goals und Soziale Arbeit diskutiert. Nachmittags wurde sich dann mit anderen Themen wie „Draw my life! Vor Ort: Was wir brauchen!“ und Parteiarbeit gesprochen. Viele Themen wurden kreativ bearbeitet, indem zum Beispiel Filme gemalt wurden oder Plakate zum Image der Jugend erstellt wurden und im Haus an passenden Stellen verteilt wurden. Dadurch, dass man sich mit Gleichgesinnten über diese Themen unterhält, haben wir dann ganz klare Forderungen aufgestellt. Eine der wichtigsten Forderungen war für mich, dass Dinge, wie die Sustainable Development Goals, die auf internationaler Ebene beschlossen werden, an uns Jugendliche getragen werden. Hinzu kommt, dass man uns Jugendliche ernst nehmen muss, damit wir auch mehr erreichen können! All diese Forderungen, die wir an diesem Wochenende gesammelt haben, werde ich mit nach Helsinki nehmen.

Doch ein bisschen Pfadfinden

Nach dem vielen Diskutieren haben wir den Ortsfremden unser schönes Bundeszentrum gezeigt, damit etwas frische Luft geschnappt werden kann. Viele waren begeistert von dem Platz und der vielen Natur hier. Es wurde eine runde Menschenkicker gespielt und dann gab es schon Abendessen. Wir saßen gemütlich zusammen und haben dann in der Jurte Lagerfeuer gemacht und den Abend mit singen ausklingen lassen – natürlich wurde sich weiter über den Tag unterhalten und manche Diskussionen weitergeführt!

Auf in die letzte Runde

Wir fingen schon um 8.30 wieder mit der nächsten Session an, manche Themen vom Vortag wurden wieder aufgegriffen, da natürlich nicht immer alle gleichzeitig an einem Thema mitwirken können. Wir sprachen nochmal über Dinge, die uns wirklich was angehen, wie Schulsysteme und dem Einstieg ins Berufsleben. Natürlich hielten wir alles wieder fest, damit unsere Ideen nicht verloren gehen. Schnell war der Vormittag dann auch wieder vorbei und wir trafen uns ein letztes Mal zu einer Reflexion. Alle Teilnehmer waren begeistert von dem BarCamp und werden die Anregungen und Ideen mit nach Hause nehmen. Die Methode des BarCamps war für alle neu, aber alle finden es eine gute Sache, um junge Leute mehr an die Politik zu bringen. Leider war die Zeit etwas knapp, aber wir haben das Beste daraus gemacht.

Was nehme ich mit?

Nach dem BarCamp geht es für mich vor Helsinki Ende September nach Berlin, um dann alles was in den BarCamps in Westernohe, Hannover und Potsdam besprochen wurde zusammenzutragen. Ich werde auf jeden Fall, das Engagement meiner Gruppe nicht vergessen, denn das ist der erste Schritt für uns Jugendliche gehört zu werden. Wir müssen uns selber darum kümmern und dafür sorgen, dass wir ernst genommen werden. Gesagt getan- ich werde von Berlin und Helsinki berichten!

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2 Responses

  1. Monika

    30. September 2015: ...gut, finde ich toll und ich drücke dir die Daumen, dass alles so wird wie du dir es wünscht.

     
  2. Ich mache Politik Teil 2: Junge Themen im Kanzleramt « blog.dpsg.de

    6. Oktober 2015: […] ersten Teil: Ich mache Politik: ein BarCamp in Westernohe berichtet Denja über die Vorbereitung auf die Zeit in […]