Rückblick auf den Ostsee-Hike

Erschienen am 2. September 2015 in Live dabei

Unsere Sommer-Reporter

Unsere Sommer-Reporter

Unsere Sommer-Reporter berichten von ihren Sommer-Abenteuern hier im Blog, in sozialen Medien mit dem Hashtag #unsersommer und auch in der dritten mittendrin-Ausgabe 2015.

 

IMAG0319Wir sind nun seid einer Woche wieder Zuhause. Noch immer sind wir beeindruckt von den Erlebnissen auf unserem Ostsee-Hike und wären am liebsten weiterhin unterwegs.  Die Rückreise war leider etwas anders, als wir geplant hatten. Nachdem wir 17 Stunden mit Übernachtung auf der Raststätte Neustädter Bucht West verbracht hatten, entschieden wir uns, das Trampen aufzugeben und den Zug im nahe gelegenen Ort Haffkrug bei Schabeutz zu nehmen. Und so reisten wir erschöpft mit der Bahn per Schönes-Wochenende-Ticket nach Witzenhausen. Diese Möglichkeit hatten wir aber schon in der Planung des Hikes bedacht und so hatten wir mit diesen Ausgaben auch kalkuliert. Trotzdem, wir hätten nicht gedacht, dass es auf einmal so schwer werden würde, per Anhalter nach Hause zu kommen.

Der Hike ein voller Erfolg

IMAG0321Rückblickend sind wir mit dem Verlauf des Hikes sehr zufrieden. Nie hätten wir geglaubt, dass es so einfach werden würde an die Ostsee zu kommen. Nie hätten wir geglaubt, dass die Menschen uns so schnell so herzlich und wie selbstverständlich aufnehmen. Auch wenn wir nicht ein einziges Mal für Verpflegung oder Unterkunft arbeiten mussten und auch wenn wir unser Notfallbudget von 15€ etwas überzogen haben, ist unser Projekt für uns alle ein Erfolg gewesen. Da wir ja immer umsonst Essen und Unterkunft bekamen, wollten wir nicht auch noch um Verpflegung für unterwegs bitten. So mussten wir uns zwei Mal etwas für das Mittag- und Abendessen kaufen. So ein Hike ganz ohne etwas zu Essen, ist dann doch nicht ratsam.

Unsere Empfehlungen für euch

  • Stellt euch darauf ein, dass niemand eure Arbeit in Anspruch nehmen möchte. Bauernhöfe sind heutzutage sehr auf Maschinen ausgelegt und kaum etwas passiert noch per Hand. Nur wenige brauchen eure Hilfe. Jedoch haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich die Menschen nichtsdestotrotz über euer Kommen durchaus freuen und sehr gastfreundlich sind.
  •  Seid offen und direkt. Ob bei der Suche nach einer Unterkunft oder beim Trampen, sprecht die Menschen immer an und seid freundlich. Ihr könnt ganz offen sein und ruhig nach einem Schlafplatz oder etwas zu Essen fragen, keiner wird es euch verübeln. Und mehr als Nein sagen können die Menschen auch nicht. Es reicht ja schon, wenn sie euch etwas empfehlen können.
  • Seid beim Trampen geduldig. Es kann durchaus zwei bis drei Stunden dauern, bis ihr eine Fahrgelegenheit bekommt. Zu viert trampen kann durchaus funktionieren, verlasst euch aber nicht darauf. Wägt selbst ab, wie lange ihr es gemeinsam probieren wollt und ab wann ihr es getrennt in kleineren Gruppen probiert.
  • Bedenkt immer, dass ihr unter der Woche den Berufsverkehr habt. Hier sind deutlich mehr potentielle Fahrgelegenheit dabei als bei den Urlaubern.
  •  Nutzt Autobahnraststätten mit Tankstellen. Hier müssen immer wieder Fernfahrer, Arbeitende oder Urlauber halten. Nutzt Autobahnraststätten an viel befahrenen Autobahnen und in der Nähe von Autobahnkreuzen. Eine Tankstelle mitten in der Wallachei ist weniger attraktiv als Tankstellen in der Nähe von Großstädten oder Autobahnkreuzen (zum Beispiel. A7 und A1, Frankfurter Kreuz, A7 und A5, uvm.)
  • Packt eure Kluft ein. Die Menschen erkennen euch vielleicht nicht immer als Pfadfinder, aber durch die Kluft bietet ihr in jedem Fall Gesprächsstoff und fallt auf.
  • Reflektiert regelmäßig. Gerade in der Gruppe ist es wichtig, dass ihr immer wieder darüber sprecht, was ihr positiv und negativ am Tag erlebt habt. So baut sich kein Frust auf und alle haben die Chance, für den nächsten Tag Fehler nicht zu wiederholen. Außerdem ist es wichtig, dass ihr bei Entscheidungen wirklich immer alle mit einbezieht. Es müssen alle dafür sein, ansonsten kann das Projekt schnell kippen.
  • Am wichtigsten ist, dass ihr Spaß habt! Lasst euch nicht frustrieren. Wenn ihr mal warten müsst, dann ist das eben so. Unterhaltet euch, quatscht über Gott und die Welt, singt, spielt Karten. Es muss nicht langweilig werden. Genießt die Chance, dass ihr euch besser kennenlernen könnt, schließlich seid ihr in einer kleinen Gruppe für 24 Stunden pro Tag zusammen

Unsere Reflexion des Hikes

IMAG0325Unsere Reflexion im Anschluss des Hikes fiel sehr positiv aus. Wir nutzen zur Reflexion das World Café. Es gab je ein Plakat mit dem Thema „Die Gruppe“, „Das Versprechen“, „Reisen per Anhalter“ und „Die Planung“. Wir hatten etwa 25 Minuten Zeit um auf jedes Plakat unsere Gedanken dazu zu schreiben und über die Plakate Gespräche zu führen. Im Anschluss trugen wir gemeinsam die Ergebnisse zusammen. Dabei kam folgendes Ergebnis zustande:

  • Es war gut, dass wir unser Projekt wenig durch Planung eingeschränkt haben. So konnten wir flexibel sein und haben uns nicht selbst an irgendwelche Zwischenziele gebunden. Es war toll einfach jeden Tag nicht zu wissen, wo es einen hin bringt und wie und wo man dann übernachtet. Eben Abenteuer pur.
  • Das Versprechen war richtig schön. Es rundete alles erst ab und stellt rückblickend den Start für eine neue AK Zeit dar. Wir hatten uns im Januar neue Ziele gesetzt und mit dem Versprechen haben wir uns diese nochmal verinnerlicht und uns dazu aufgerufen, diese nicht aus den Augen zu verlieren und anzustreben.
  • Das Trampen war insgesamt super. Es lief bis zur Rückreise ohne große Probleme. Die Rückreise hätten wir anders gestalten sollen. Michi und Sebastian hätten mit ihrer Fahrgelegenheit bis nach Bremen und Eva und Nils bis Göttingen weiter fahren sollen. Oder zumindest hätten wir als Treffpunkt eine Raststätte am Autobahnkreuz A1 / A7 nehmen sollen. Da waren wir zu gutmütig aufgrund der guten Erfahrungen zu Beginn des Hikes. Es macht doch einen Unterschied, ob man wochenends und zum Ferienende weg kommen möchte oder unter der Woche.
  • Für die Gruppe war das Projekt genial. Es hat uns zusammen geschweißt und wir konnten uns noch besser kennen lernen. Wir haben super harmoniert und es war gut und richtig, dass alle Entscheidungen gemeinsam beschlossen wurden und wir regelmäßig reflektierten. So gab es nie Probleme untereinander.
  • Die Berichterstattung war genau das, was wir uns erhofft hatten. Eine Bedingung für das Projekt war ja, dass wir darüber öffentlich berichten. Der Blog hat riesigen Spaß gemacht. Zusätzlich haben wir jeden Tag auf unserer Facebookseite des AK berichtet. Es ist Wahnsinn, wie viel positive Resonanz wir bekommen haben und wie viele Menschen wir erreicht haben.

Das und noch vieles mehr war für uns wichtig und prägend auf diesem Hike. Es war sicher nicht das letzte Projekt dieser Art für uns. Wir können nur jedem empfehlen, wenn man sich bereit fühlt, den WBK zu machen. Es bringt einerseits euch persönlich als Menschen weiter und ist zusätzlich ein Gewinn für euren Trupp, eure Meute, eure Runde, euren Arbeitskreis oder eure Leiterrunde.

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