Gemeinsam sind wir stark: Politische Vertretung von Jugendverbänden

Erschienen am 22. Oktober 2015 in Jugendpolitik

Jörg Fornefeld

Jörg Fornefeld

Jörg Fornefeld ist jugendpolitischer Referent im Diözesanverband Aachen. Er ist Vorstandsmitglied für die DPSG im Ring deutscher Pfadfinder- und Pfadfinderinnenverbände NRW und vertritt diesen im Landesjugenring NRW.

 

Wenn es um die Vertretung von politischen Interessen in eurem Stamm geht, kommt man schnell auf den Stadt- bzw. Kreisjugendring zu sprechen. Doch was ist so ein Jugendring, was macht ihn aus, welche Aufgaben hat er und wie funktioniert das eigentlich alles?

In jedem Kreis und jeder Stadt mit eigenem Jugendamt gibt es auch einen Kreis- bzw. Stadtjugendring. In diesem schließen sich alle Jugendverbände, -initiativen und -organisationen auf freiwilliger Basis zusammen. Der Jugendring vertritt nicht nur die Interessen seiner Mitglieder sondern auch die Interessen aller Kinder und Jugendlicher in seinem Gebiet. Um dieses zu erreichen hat er in der Regel einen Sitz im Kinder- und Jugendhilfeausschuss. Über diesen Sitz nimmt er Einfluss auf den Kinder- und Jugendförderplan der Kommune oder des Kreises.

Da die Jugendringe freiwillige Zusammenschlüsse der Jugendverbände vor Ort sind, sind unsere Vertretungswege in ihnen sehr unterschiedlich. In manchen vertreten sich die Stämme selber (zum Beispiel in Herzogenrath), in größeren Städten und Kreisen häufig die Bezirke (zum Beispiel in der Stadt Aachen), in vielen ist die DPSG über den BDKJ vertreten (z.B. XXX) und in Mönchengladbach hat sich ein eigener Ring der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (rdp) gebildet, ein Zusammenschluss von VCP und DPSG.

Soweit zur Hintergrund. Jedoch, genau so bunt wie die Jugendverbände selber sind auch die Jugendringe. In größeren Städten sind sie in der Regel mit eigenem Personal ausgestattet und übernehmen die Verteilung der kommunalen Mittel an die Verbände, in anderen sind sie eine reine politische Vertretung, die über einen ehrenamtlichen Vorstand organisiert ist und im schlimmsten Fall sind diese Vorstandsämter vakant und die Arbeit liegt brach.

Wie ihr euch denken könnt, ist der letzte Fall der schlimmste, der euch im Stamm passieren kann. Denn somit entfällt euer offizieller Weg euch in die Politik einzumischen und die Rahmenbedingungen für eure Stammesarbeit mit fest zu legen und nicht zuletzt über eure kommunalen Zuschüsse mit zu entscheiden. Wenn die Jugendringe keine Vertreter für Kinder- und Jugendhilfeausschüsse benennen, wird der Posten halt einfach an wen anders vergeben. Wenn also das nächste Mal die Einladung zur Vollversammlung eures Jugendrings kommt, dann denkt doch mal drüber nach, wen ihr in den Vorstand entsenden könntet.

Der Artikel erschien zu erst in der Zeitschrift der Diözese Aachen, in der ihr noch mehr zum Thema findet.

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2 Responses

  1. Armin

    22. Oktober 2015: Hi Jörg. Letztens habe ich erfahren, dass manche Stämme über den Stadtjugendring einen jährlichen Etar/Zuschuss für ihre Jugendarbeit erhalten. Bei uns im Stadtjugendring gibt es nichts dergleichen. Sind die Kommunen denn dazu verpflichtet oder wie kommt es, dass es das in manchen Kommunen gibt und in anderen nicht? Vielen lieben Dank dir und liebe Grüße + Gut Pfad, Armin

     
  2. Jörg Fornefeld

    22. Oktober 2015: Hallo Armin, jede Kommune bzw. jeder Kreis stellt einen eigenen Kinder- und Jugendförderplan auf. Je nach den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen in der Stadt bzw. im Kreis und natürlich je nach Etatlage. Diese fallen sehr unterschiedlich aus. So unterscheiden sich je nach zuständigem Jugendamt die Fördersätze und auch die Förderungsarten sehr. So betragen z.B. die Fördersätze für Freizeit- und Erholungsmaßnahmen in schlechten Fällen 50 cent und in guten 5 Euro pro Tag und Teilnehmer*in. In manchen Städten gibt es Zuschüsse für Material oder Öffentlichkeitsarbeit, in anderen nicht. Ebenso gibt es manchmal auch einen generellen Fördersatz pro Jahr 'zur freien Verfügung', aber das ist ehr selten. Einen Rechtsanspruch gibt es darauf nicht. An sich muss jedoch gefördert werden, das wie ist halt unterschiedlich. Wenn du da weitere Fragen hast kannst du gerne in Neuss bei Susanne Ellert meine Mailadresse erfragen. LG und Gut Pfad Jörg Fornefeld