Wie entsteht unsere Kluft? – Teil 2

Erschienen am 20. Oktober 2015 in Abenteuer Pfadfinden

Georg Kortmann

Georg Kortmann

Georg Kortmann arbeitet im Rüsthaus und ist dort für den Einkauf verantwortlich.

 

Im ersten Teil zu „Wie entsteht unsere Kluft“, habt ihr erfahren, wie die Baumwolle für das Herstellen des Soffes vorbereitet wird. Im zweiten Teil wollen wir euch die Firma vorstellen, die aus der Baumwolle den Stoff webt und zeigen, wo die Baumwolle herkommt.

Familienunternehmen in Frankreich

Der Stoff für unsere Klufthemden wird von der französischen Firma TDV mit Sitz in Laval (Bretagne) hergestellt. Die Weberei TDV mit zurzeit 180 Beschäftigten wurde im Jahr 1950 gegründet, wobei die Firmenanfänge bis ins Jahr 1867 zurück reichen. Sie ist heute Teil eines wesentlich größeren, diversifizierten, Konzerns. Sie befindet sich weiterhin im Familienbesitz und wird auch von einem Mitglied der Familie geführt. Das ermöglicht es TDV, neben rein wirtschaftlichen Überlegungen, auch eine deutlich stärkere ethische Komponente in der Firmenphilosophie und in der Sortimentsgestaltung einzubringen.

Sämtliche Arbeitsschritte nachvollziehbar

Da sämtliche Arbeitsschritte im eigenen Unternehmen durchgeführt werden, ist die durchgehende Kontrolle des Fertigungsprozesses ein wichtiger Vorteil, vor allem im Hinblick auf echte FairTrade Ware. TDV ist nicht nur FairTrade sondern auch mit dem Global Organic Textile Standart (GOTS) zertifiziert. GOTS ist ein ähnliche Fairtrade eine Richtlinie für eine ökologische und sozial verantwortliche Herstellung von Textilprodukten. Es kommt auch recyceltes Polyester (PES) zum Einsatz und es wird auf Wiederverwertung geachtet.

Bio-Baumwolle aus Mali

Die Bio-Baumwolle wird von Bauern in Mali angebaut. Die Vermarktung erfolgt über eine zentrale Kooperative in Mali. TDV ist dort engagiert und unterstützt die Bauern durch verschiedene Maßnahmen und Projekte. Unter anderem wurden Brunnen gebohrt, um einen leichteren Zugang zu Trinkwasser zu schaffen. Außerdem konnten sechs Schulen in unterschiedlichen Dörfern erbaut oder erweitern werden. So haben die Kinder kürzerer Schulwege beziehungsweise überhaupt erst die Möglichkeit die Schule zu besuchen. Auch zwei Entbindungsstationen und Erste Hilfe Zentren wurden erbaut und die medizinische Versorgung vor allem der Frauen verbessert.

Besuch bei den Produzenten

TDV kann seine Baumwoll-Produzenten regelmäßig besuchen und sich vor Ort ein Bild von den Produktionsbedingungen und dem Anbau der Baumwolle machen. So ist unsere Kluft von der Faser bis zur fertigen Herstellung nachvollziehbar. Die Baumwolle ist zu dem nur wenig durch Fremdkörper verschmutzt und ist deswegen besser spinnbar und entsprechend stabiler. Dies ist der Fall, da die Baumwolle aus nachhaltiger Landwirtschaft kommt. Es wird die natürliche Regenzeit zur Bewässerung genutzt. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, da dadurch nicht die Flüsse umgeleitet werden müssen, was ein Austrocknen der Reserven oder eine geologische Veränderung bestimmter Bereiche bedeutet.

Neue umweltverträgliche Technik

Fünf Prozent des Umsatzes von TCV werden pro Jahr in die Firma reinvestiert, so dass modernste Technik zum Einsatz kommt. Dies ermöglicht auch den Einsatz von innovativen Techniken wie zum Beispiel das Färben ohne Wasser. TDV ist außerdem Mitglied im GLOBAL COMPACT, einem von der UNO initiierten und unterstütztes Projekt. Zurzeit nehmen rund 1.000 Firmen weltweit an dem Projekt teil, in dem sie ihre Anstrengungen und Ergebnisse bezüglich ökologischer und sozial-ethischer Standards jährlich veröffentlichen.

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2 Responses

  1. Tom

    21. Oktober 2015: Moinsen! Schön :-), hab schon auf den zweiten Teil gewartet! Aber: WO wird denn aus dem Stoff die fertige Kluft? Dazu sagt der Artikel ja überhaupt nichts, lediglich die Herstellung des STOFFES bei TDV wird beschrieben. Soweit ich weiß hat TDV nämlich keine eigene Näherei (bzw Konfektionierung) bei der Weberei, sondern liefert seine Stoffe woanders hin (u.a. Marokko, meine ich) zur Weiterverarbeitung. Diese Info wäre aber ja unbedingt interessant - nicht nur der Vollständigkeit halber, sondern auch um die gesamte Produktionskette mit diesem Bericht abgeschlossen zu haben - es ist ja schon ein Unterschied (vor allem in Bezug auf den ökologischen Fußabdruck), ob der letzte Verarbeitungsschritt in Frankreich - also eher in der Nähe der Weberei - oder ganz woanders gemacht wird. Oder soll es noch einen dritten Teil zum Thema "Wie ensteht unsere Kluft" geben und ein entsprechender Hinweis fehlt?

     
    • Georg Kortmann

      Georg Kortmann

      26. Oktober 2015: Hallo Tom, deine Beobachtung ist völlig korrekt; gut aufgepasst! TDV stellt aus der Baumwolle das Garn und das Gewebe her und färbt dieses auch ein. Das Schneidern der Kluften wird anschließend von der Firma Hugo Josten aus Grefrath am Niederrhein übernommen. Du kannst den Weg auch gut nachvollziehen, wenn du den FairTrade Code 23502001, der im Kragenetikett der Kluft abgedruckt ist, auf der Webseite http://www.fairtrade-deutschland.de/ eingibst. Dort findest du die gewünschten Informationen. Von Hugo Josten kommen die Hemden und Blusen dann zu uns. Gut Pfad aus dem Rüsthaus, Georg