Severn Suzuki – Das Mädchen, das die Welt zum Schweigen brachte

Erschienen am 10. Dezember 2015 in Ökologie

Simon Weihofen

Simon Weihofen

Simon ist seit den Wölflingen Mitglied in der DPSG. Er war Gruppenkind und Leiter im Stamm Phoenix St. Anna Rheinberg und Mitglied des Rover-AKs im Bezirk Niederrhein-Süd. Seit 2013 ist Simon Mitglied im Bundesarbeitskreis Ökologie.

 

Es war ein historischer Moment als Severn Suzuki während der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro ans Rednerpult trat. Sie wurde später berühmt als das Mädchen, das die Welt zum Schweigen brachte. In ihrer Rede prangert die damals 12-jährige Severn schonungslos das Versagen der internationalen Staatengemeinschaft an. Sie schaffte es in nur 6 Minuten eindringlich den Regierungsvertretern klar zu machen, dass sie im Begriff sind die Zukunft der Kinder zu verspielen, wenn sie nicht schnell zu einer Einigung kommen.

Wegweisende Konferenz

Die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro gilt aus heutiger Sicht als Geburtsstunde der UN-Klimakonferenzen und der der UN-Klimarahmenkonvention, die u.a. das Kyoto-Protokoll zur Folge hatten. Die Rede von Severn Suzuki klingt auch nach über 23 Jahren und 20 Klimakonferenzen aktueller denn je. Severn spricht von aussterbenden Lebensarten, von der andauernden Luftverschmutzung, von der ungerechten Verteilung des Wohlstands auf der Welt und darüber, dass all diese Probleme nicht gelöst werden, weil finanzielle Interessen dem im Wege stehen. Dies waren damals Fakten und sind es noch heute.

Lebensgrundlage künftiger Generationen

Die Tatsache, dass ein 12-jähriges Mädchen all das vor einer Reihe gestandener Politiker anspricht, ist mutig. Die Rede wurde aber nicht aus diesem Grund zu einem historischen Moment. Severn Suzuki machte den erwachsenen Politikern klar, dass der Klimawandel in erster Linie die Lebensgrundlagen der zukünftigen Generationen bedroht. Als damals 12-jährige repräsentierte sie die Sichtweise derer, die zukünftig unter dem Klimawandel zu leiden haben. Die fragte in die Runde, ob die Politiker sich während ihrer Kindheit über ihre Zukunft und aussterbende Lebensarten Sorgen machen mussten. Eine Frage, die die meisten Anwesenden im Raum sichtbar betroffen macht.

Du bist, was du tust

Severn Suzuki endet ihre historische Rede mit dem Satz: „Mein Vater sagt immer: ‚Du bist das was du tust, nicht das was du sagst.‘ – Ein Satz der auch für uns Pfadfinder gilt. In ähnlicher Form sagte Lord Robert Baden-Powell: „Ein Pfadfinder ist aktiv darin, Gutes zu tun, nicht passiv, gut zu sein.“ Auch wenn nicht jeder gleich den Mut aufbringt oder die Möglichkeit hat vor einer Reihe Regierungschefs vorzusprechen, so kann er doch im Kleinen etwas gegen den Klimawandel tun. Jeder kann seinen CO2-Fußabdruck minimieren. Der persönliche CO2-Fußabdruck entsteht in erster Linie durch den eigenen Konsum sowie dem Mobilitätsverhalten.
Hier ein paar Beispiele für mögliche Maßnahmen:

  • Den Stromanbieter wechseln (Strom, der zu 100% aus erneuerbaren Energien produziert wird.)
  • Mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, weniger mit dem Auto oder dem Flugzeug.
  • Ab und zu auf Fleisch verzichten
  • Regional und saisonal essen.
  • Konsumgüter länger benutzen und ggf. wieder reparieren lassen, anstatt neu zu kaufen.
  • Zu einer Bank wechseln, die dein Geld nicht in CO2-intensive Industrien investiert.
  • Entstandene CO2-Emissionen kompensieren.

In der Politik einsetzen

Natürlich können wir auch so mutig sein, wie Severn Suzuki und in direkten Kontakt mit den Politikern treten. Dank des Internets, ist dies bedeutend einfacher geworden. Schreibt E-Mails mit Anfragen oder Forderungen an die Politiker die euch in eurer Stadt, Kreis, Landtag oder Bundestag repräsentieren. Geht zur Wahl und erkundigt euch vorher, welche Partei welchen Kurs in Sachen Klimawandel fährt. Schließt euch Initiativen wie zum Beispiel der Klimaallianz an. Kurzum seit aktiv darin, Gutes zu tun, nicht passiv, gut zu sein.

Rückkehr zur Klimakonferenz

Übrigens, 2012 kehrte Severn Suzuki während einer erneuten UN-Konferenz über Entwicklung und Umwelt in Rio de Janeiro zurück ans Rednerpult. Sie zog in einer mit Spannung-erwarteten Rede Bilanz aus 20 Jahren nachhaltiger Entwicklung. Diese Bilanz fiel sehr ernüchternd aus, denn nach wie vor haben wir es nicht geschafft, den Klimawandel und dessen Folgen zu bekämpfen. Sie wird weiter kämpfen – schon allein für ihre beiden Kinder, sagte sie.

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