Leben in Fülle ist Leben in Solidarität

Erschienen am 28. Februar 2016 in Glaube leben

Leben in Fülle

Leben in Fülle

Menschen aus der DPSG und dem Verband Nahestehende schreiben in diesem Jahr unter dem Motto "Nebeneinander - Miteinander - Füreinander". Nacheinander nehmen wir diese Begriffe in den Blick: Was heißt es, nebeneinander zu leben? Was verbindet uns? Wo leben wir miteinander und was bedeutet es? Und wie können wir auch füreinander leben?

 

Neulich erreiche ich only just in time den Bahnhof und haste die Treppen hoch auf mein Gleis. Kaum dass ich die letzte Treppenstufe erklommen habe, schließen sich die Türen meines Zuges. Nichts geht mehr. Der Zug fährt ohne mich ab. Kommentar meines Bruders: „Warum kommst du auch immer auf den letzten Drücker?!“

Der Gelähmte im Markus-Evangelium (vgl. Mk 2,1-12) kommt nicht auf den letzten Drücker. Und doch schafft er‘s nicht zu seinem Ziel, zumindest nicht direkt. Seine Beine tragen ihn nicht. Und selbst wenn: Massen von Menschen würden ihm den Weg versperren. Gleich zwei „verschlossene Türen“; eigentlich gar drei: Denn das Schubladendenken der Schriftgelehrten stempelt ihn als hoffnungslosen Sünder ab.

Da kann sich der Gelähmte schon glücklich schätzen, so tolle Freunde zu haben: Freunde, denen kein Hindernis zu hoch ist; Freunde, die ihren Kumpel nicht nur zu Jesus schleppen, sondern ihn noch hoch aufs Dach hieven und durch die Decke samt seiner Bare direkt vor die Füße Jesu landen lassen.

Eine Geschichte mit klarer Botschaft: Wo immer wir andere nicht vor die Wand laufen lassen, sondern sie unterstützen. Wo wir mit anpacken, wann immer unsere Hilfe gebraucht wird – unkonventionell, ohne zu zögern, auf Augenhöhe. Wo wir uns einsetzen für mehr Toleranz und Gerechtigkeit: Da tun sich anderen Türen auf. Da werden wir anderen zu Türöffnern.

Mir hätte jemand geholfen, der seinen Arm in die Lichtschranke hält. Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die anderen Türen öffnen. Solidarität braucht keine Heilige: Wir sind am Drücker!

Pfr. Dominik Schultheis, Diözesankurat Köln

 

Wir finden, es lohnt ein Blick in die Theologie der Verbände. Die dazugehörige Arbeitshilfe findest Du hier.

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