Unser täglich Fleisch

Erschienen am 18. März 2016 in Gruppenstunde & Lager

Annika Gies

Annika Gies

Annika Gies ist Diplom-Sozialpädagogin und Bundesreferentin für Ökologie. Sie war 7 Jahre Wölflingsleiterin in verschiedenen Stämmen und Diözesen und hat als Bildungsreferentin beim BdP und bei der DPSG DV Essen gearbeitet.

 

Der Konsum von Fleisch gehört zu unserem Alltag dazu. Doch seit den 1960er Jahren hat sich unser Fleischkonsum mehr als vervierfacht. Das hat schwerwiegende Folgen für unsere Umwelt aber auch für uns Menschen selber. Wie sich der Fleischkonsum auswirkt könnt ihr in der mittendrin lesen, die Ende März erscheint. Was wir als Pfadfinderinnen und Pfadfinder tun können, um umweltschonend und gerecht zu handeln zeigen wir euch in diesem Artikel. In wenigen Schritten geht es so zum bewussten Fleischkonsum.

„Als Pfadfinder und Pfadfinderinnen möchten wir uns unserer ökologischen und ökonomischen Verantwortung gerecht werden und uns für einen sorgsamen Umgang mit der Schöpfung einsetzen“. Ordnung der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG)

Informieren

Der erste Schritt ist, sich weiter über das Thema zu informieren, um die eigene Motivation zu finden, den Fleischkonsum zu reduzieren. Dabei ist es wichtig, die verschiedenen Altersstufen mit ins Boot zu holen und den neuen Umgang mit Fleischkonsum verständlich zu machen.

Orientieren

Um Billig-Fleisch, Massentierhaltung und Antibiotikaeinsatz zu vermeiden, kann man sich an sogenannten Siegeln orientieren. In der Fleischproduktion und Verarbeitung gibt es gleich mehrere Labels. Insbesondere demeter, Bioland, Naturland, EU – Bio-Label, Biopark und biokreis sind zu empfehlen.

Handeln

Speisekarte verändern. Zum Beispiel an jedem zweiten Tag im Lager eine rein vegetarische warme Mahlzeit für alle PfadfinderInnen kochen. Vegetarische Brotaufstriche, als Alternative zur Wurst, selber herstellen. Neue vegetarische Rezepte ausprobieren.

Angebote machen

Möglichkeit der vegetarischen/ veganen Ernährung im Lager, auch für PfadfinderInnen, die nicht ständige Vegetarier/ Veganer sind. Gerade bei kurzen Lagern und Veranstaltungen können sich viele PfadfinderInnen vorstellen für einige Tage auf Fleisch zu verzichten.

Die Finanzierung

Grundsätzlich können durch eine Reduzierung von Fleischmahlzeiten,  die Kosten für  eine klimafreundliche Alternative wie z.B. Bio-Fleisch ausgeglichen werden. Ist der Einkauf von Produkten aus Siegel-Produktionen (EU-Bio-Siegel, demeter etc.) finanziell nicht möglich ist, gibt es auch die klimafreundliche Variante des regionalen Metzgers.  Durch die kurzen Transportwege wird Co2 eingespart. Zudem ist eine größere Transparenz gegeben und regionale Produktion wird unterstützt. In der Regel gibt es bei größeren Bestellungen auch ein Rabatt. Neben dem eigentlichen Einkauf des Fleisches ist es wichtig, den gesamten Essensplan so zu kalkulieren, dass ein Einkauf für regionales und qualitativ hochwertigeres Fleisch möglich ist.

Perspektive verändern

Veranstaltungen grundsätzlich vegetarisch planen. Dabei die Option lassen, dass auch Fleischmahlzeiten gekocht werden können. Ggf. entscheidet sich hier der ein oder andere dann für die vegetarische Variante

Kleine Schritte mit großer Wirkung

Wusstest du dass schon ein fleischloser Tag aller Bürger in Deutschland in der Woche 100 Kilo CO2 einsparen würde? Das entspricht einem Ausstoß von einem Auto, das fast zwei Millionen Mal um die Erde fährt.

„Selbst wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnte das noch zu einer jährlichen Einsparung von rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen führen. Das entspricht umgerechnet 75 Milliarden PKW-Kilometern.“
Tanja Dräger de Teran, WWF-Referentin Klimaschutz und Ernährung, zur Studie „Klimawandel auf dem Teller“, November 2012

Links zur weiteren Recherche

Die Seite Nachhaltiger Warenkorb bietet euch viele einfache Tipps, wie ihr in eurem Alltag nachhaltiger Leben könnt.
Das Lexikon der Nachhaltigkeit erklärt euch alles Rund um die unterschiedlichen Bio-Siegel und Standarts.
Die Seite Vernünftig Einkaufen erklärt euch, worauf ihr beim Fleischeinkauf achten solltet.

„Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten, viele kleine Dinge tun, wird sich die Welt verändern.“
Afrikanisches Sprichwort

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