Leben in Fülle ist Leben ohne Grenzen

Erschienen am 20. März 2016 in Glaube leben

Leben in Fülle

Leben in Fülle

Menschen aus der DPSG und dem Verband Nahestehende schreiben in diesem Jahr unter dem Motto "Nebeneinander - Miteinander - Füreinander". Nacheinander nehmen wir diese Begriffe in den Blick: Was heißt es, nebeneinander zu leben? Was verbindet uns? Wo leben wir miteinander und was bedeutet es? Und wie können wir auch füreinander leben?

 

Wer bereits einmal über den Wolken war kennt dieses Gefühl der grenzenlosen Freiheit, von dem Reinhard Mey in „Über den Wolken“ singt. Menschen sind mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen, Autos wirken wie zahlreiche Ameisen, die sich auf den Straßen dieser Welt bewegen. Die Häuser sehen aus, als entsprängen sie direkt Monopoly, Landesgrenzen sind nicht mehr erkennbar. Jede Reise hat jedoch irgendwann ein Ende. Der große Vogel bringt uns zurück nach Hause.

Und dort landen wir auf dem Boden der Tatsachen. In unserer Welt, die voll ist von Grenzen. Als die innerdeutsche fiel, war ich gerade einmal sieben Jahre alt und verstand nicht, was da eigentlich gerade passierte. Sechs Jahre später war das Vorzeigen eines Passes an den meisten Grenzen nicht mehr erforderlich, wenn man durch Europa reiste. Mittlerweile warnen Verkehrsexperten vor langen Staus – denn einige Länder haben an ihren Grenzen wieder Kontrollen eingerichtet. Zu groß die Sorge vor der Masse an nicht registrierten Menschen, die auf der Flucht sind. Grenzenlose Freiheit sieht anders aus.

Gleichzeitig kommt mir die Frage in den Sinn, wie es denn bei mir aussieht.
Bin ich denn in meinem Denken, in meinem kleinen Umfeld, uneingeschränkt grenzenlos?
Da gibt es Menschen, die ich nicht hineinlasse in mein Leben, die ich ausgrenze. Weil sie mir nicht passen. Weil ich der Meinung bin, nicht die Kraft zu haben, mich um ihre Sorgen und Nöte kümmern zu können. Weil sie mir nicht gut tun. Weil ich mich schütze, nicht alles Preis gebe. Ab und an verschieben sich diese Grenzen. Behutsam und vorsichtig öffne ich mich anderen Menschen, lasse sie über die Schwelle treten. Wir lernen uns kennen, entdecken das Innerste des anderen. Doch dazu gehört eine große Portion Mut.

„Du schaffst das.“ – Das ist sicherlich einer der Sätze der uns gerade im Kindesalter prägt. Dieses unerschütterliche Vertrauen, das unsere Eltern in uns gesetzt haben. „Du schaffst das.“ Welche Kraft von diesen drei Worten ausgeht.

Heute steht eine gewisse Angela Merkel immer wieder vor der Kamera und sagt: „Wir schaffen das.“ Sie setzt auf den unerschütterlichen Glauben, dass uns die Gemeinschaft trägt. Auf die christliche Verantwortung, die unsere Kultur und unser Leben prägt. Auf den Mut der Menschen in unserem Land.

Fangen wir im Kleinen an. Ermutigen wir als Leiterinnen und Leiter Kinder und Jugendliche, ihren Weg zu gehen, ihre Grenzen kennen zu lernen, zu schützen und zu überwinden. Schritt für Schritt.
Ermöglichen wir ihnen und uns ein Leben in Fülle.

Anna Werner, Diözesanvorsitzende Paderborn

Wir finden, es lohnt ein Blick in die Theologie der Verbände. Die dazugehörige Arbeitshilfe findest Du hier.

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