Ich pfadfinde, also bin ich

Erschienen am 17. September 2016 in Lilienpflege

Tamara Schullenberg

Tamara ist hauptberufliche Referentin für Pädagogik der Bundesleitung. Sie ist für die Pfadfinder- und die Roverstufe sowie für die Themen Ökologie und Behindertenarbeit zuständig.

 

Pfadfinden: Hobby oder Lebenseinstellung?

Die Identität als Pfadfinderin und Pfadfinder ist uns wichtig. Aber warum ist das eigentlich so? Was macht die DPSG überhaupt aus und woher kommt die Begeisterung für unseren Verband? Ist Pfadfinden ein Hobby oder doch eine Lebenseinstellung?

Werte vermitteln – Gesellschaft gestalten

Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder in der DPSG haben wir den Auftrag zur Mitgestaltung unserer Gesellschaft angenommen. Mit dem Versprechen, lassen wir uns auf die Werte dieses Verbandes ganz bewusst ein. Innerhalb der Gesellschaft wollen wir als Leiterinnen und Leiter junge Menschen ermutigen Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft mitzugestalten. Gesellschaftspolitische Zusammenhänge werden erkundet, bewertet und zuletzt auch nach Handlungsmöglichkeiten gesucht. Unser Verband ist freiheitlich-demokratisch aufgebaut und durch altersgerechte Mitgestaltungsformen geprägt. Das Gesetz der Pfadfinderinnen und Pfadfinder bietet uns eine Orientierung an, indem uns Regeln vorgegeben werden. Aus eigener Überzeugung halten wir uns als Mitglieder des Verbandes daran. Der Anspruch, die Gesellschaft mitzugestalten, unterscheidet das Pfadfinden von den meisten anderen Hobbies.

Talente von Kindern und Jugendlichen fördern

Als Leiterinnen und Leiter setzen wir uns, im Laufe unserer „Pfadfinderkarriere“, mit den Zielen und dem Menschenbild in unserem Verband auseinander und geben diese an unsere Gruppenkinder weiter. Wir sind Teil einer weltweiten Erziehungsbewegung, die Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bietet die eigene Persönlichkeit zu entdecken und zu entwickeln. Wir fördern sie dabei, ihre eigenen sozialen, emotionalen, spirituellen, geistigen sowie körperlichen Fähigkeiten zu erlernen. Jeder hat die Möglichkeit seine Talente innerhalb unserer Gemeinschaft einzubringen. Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben wir in unserem Verhalten eine Pflicht gegenüber Gott, gegenüber Dritten und gegenüber uns selbst! Pfadfinden will also das Leben junger Menschen positiv beeinflussen und junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern – auch das ist ein Ziel, das weitreichender ist, als Ziele typischer „Hobbies“.

Die pfadfinderische Lebenseinstellung

Aber ist das alles nun ein Hobby oder eine Lebenseinstellung? Pfadfinden weist viele Eigenschaften eines Hobbys auf: Man trifft sich freiwillig regelmäßig in seiner Freizeit mit anderen Menschen, verbringt Zeit zusammen und hat Spaß dabei. Allerdings brauchen Leiterinnen und Leiter für’s Pfadfinden – im Vergleich zu vielen anderen Hobbies – ganz besonders viel Hingabe und Engagement. Sie sind selbst mit den Zielen und Werten des Verbandes vertraut und geben diese in ihrem Handeln an die Kinder und Jugendlichen weiter. Aus dem Inneren heraus, handeln wir oft, sicher auch ganz unbewusst, im Sinne des Verbandes. Im Verlaufe des Lebens entwickelt jeder seine eigene pfadfinderische Identität. Geprägt von Methoden und Ideen, die den Verband ausmachen, die wir schätzen und von Generation zu Generation weitergeben. Vielleicht ist Pfadfinden also ein Hobby das als Grundlage eine pfadfinderische Lebenseinstellung beinhaltet.

Pfadfinderische Identität in der Ausbildung

Da Pfadfinden also eng mit unserer Lebenseinstellung verknüpft ist, ist das Thema Pfadfinderische Identität auch ein wichtiger Bestandteil in unserer Ausbildung.  Hier findet ihr die Inhalte unserer Ausbildung zu den Themen Identität, Gesellschaftliches Engagement, Pfadfinderische Methodik sowie Geschichte und Hintergründe.

Haben alle Leiterinnen und Leiter in deinem Stamm, die Ausbildung schon fertig absolviert? Wenn nein, motiviere sie dazu! Warum die Ausbildung wichtig ist und wie sie abläuft, erfährst du im Blogbeitrag „Wissen ist Macht!“.

Pfadfinderische Identität als Thema in der Leiterrunde

Diese Arbeitshilfe des Diözesanverbands Trier gibt dir zusätzliche Anregungen, wie du mit deiner Leiterrunde zum Thema Pfadfinderische Identität arbeiten kannst.

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One Response

  1. Tue Gutes und REDE DARÜBER! – Öffentlichkeitsarbeit von Stämmen « blog.dpsg.de

    16. Dezember 2016: […] Grundlage eures Auftretens sollte immer das Pfadfindergesetz sein. Insbesondere der respektvolle, höfliche Umgang mit allen Menschen, Hilfsbereitschaft, Umweltbewusstsein, das Engagement für die eigenen Werte und Einstehen für die eigene Meinung haben eine positive Auswirkung auf das Bild in der Öffentlichkeit, wenn ihr sie in eurem Handeln als Pfadfinderinnen und Pfadfinder lebt. Ideen, wie du mit deiner Leiterrunde zur persönlichen pfadfinderischen Identität arbeiten kannst, findest du im Blogbeitrag „Ich pfadfinde, also bin ich.“. […]