Offen für Neues?!

Erschienen am 23. November 2016 in Lilienpflege

Jonas Nees

Jonas Nees

Jonas Nees ist Projektreferent für das Modellprojekt zwischen DPSG und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). Er begleitet bundesweit mehrere Modellstandorte bei der Inklusion von benachteiligten Jugendlichen.

 

Vielfalt ist eine Bereicherung für die DPSG und damit auch für jeden Stamm und jede Leiterrunde. Durch eine vielfältige Leiterrunde entwickelt sich ein Stamm stetig weiter, unterschiedliche Menschen bringen unterschiedliche Ideen und Blickwinkel ein und helfen so dabei immer wieder Neues zu entdecken.

Natürlich sind viele unterschiedliche Positionen manchmal auch anstrengend und man muss sich ermutigen Vielfalt auch als Bereicherung wahrzunehmen, wenn es mal kompliziert wird. Mit Vielfalt umzugehen oder sie zu erreichen ist also oftmals gar nicht so leicht: Es braucht Offenheit für Neues.

Traditionen überprüfen

Dabei hilft es häufig sich klarzumachen, was macht unsere eigene Arbeit aus? Welche Traditionen gibt es bei uns und sind uns diese wichtig? Was darf sich verändern und was auf gar keinen Fall. Diese Themen sollten in der Leiterrunde offen angesprochen werden und gemeinsam diskutiert werden.

Wichtig dabei ist, dass alle grundsätzlich offen dafür sind den Status Quo kritisch zu betrachten und zu hinterfragen. Zur Offenheit gehört auch immer die Fähigkeit zur Kritik: Zum einen Kritik auszuhalten und zum anderen Kritik zu üben. Aber dafür braucht es einen passenden Rahmen.

Oft hilft auch der Blick über den Tellerrand – wie machen das eigentlich andere? Gibt es andere Verbände um uns herum? Wie machen die das?


Hier stellen wir euch paar Methoden vor, die euch helfen können offen für Neues zu sein:

Methode 1: Warm-Up für Veränderungsprozesse

Diese Übung dauert eine Minute und bietet sich als kleines Warm-Up an, wenn ihr in eurer Leiterrunde über Neues und Veränderungen diskutieren wollt. Sie zeigt spielerisch wie schwierig es ist Routinen zu verlassen und Neues auszuprobieren. Am besten funktioniert die Übung stehend. Verschränkt eure Arme vor dem Körper. Nun fordert die Teilnehmenden auf die Arme genau andersherum zu verschränken – statt links oben, rechts oben – oder statt rechts oben, links oben. Und klappt’s?

Methode 2: Die Zukunft des Stammes: Dos and Don’ts

Diese Übung beginnt mit einer kurzen Einzelreflexion und geht dann über in eine gemeinsame Diskussion und Auswertung. Alle Leiterinnen und Leiter erhalten einen Zettel, darauf werden jeweils drei spontane „Dos and Don’ts“ notiert. Was ist für die Zukunft des Stammes nicht sinnvoll? Welche Idee sollte (zunächst unabhängig wie realistisch sie ist) umgesetzt werden? Im Anschluss stellt ihr euch gegenseitig die verschiedenen Ideen vor und diskutiert über eine gemeinsame Vorstellung wohin sich euer Stamm entwickeln soll. Mit dieser Übung könnt ihr euch vergewissern, dass ihr ähnliche Vorstellungen davon habt wohin ihr euch gemeinsam entwickeln wollt. Gleichzeitig decken die spontanen „Dos and Don’ts“ auch Konflikte auf und helfen euch dabei diese zukunftsorientiert zu bearbeiten Wichtig: Bei Zukunftsprozessen ist es hilfreicher sich auf die positive Gestaltung des vor euch liegenden Weges zu konzentrieren, anstatt über die negativen vergangenen Beispiele zu diskutieren.

Methode 3: Ich bastle mir meinen perfekten Stamm

Anders, als die vorherige Methode nutzt diese einen gestaltenden Ansatz und ist zu Beginn weniger gesprächsintensiv. Je nach Zusammensetzung eurer Leiterrunde kann das eine gewinnbringende Alternative sein (sowohl für eher ruhige Runden, als auch für sehr laute). Wie ihr gestaltend tätig sein wollt ist euch überlassen: Ihr könnt malen, töpfern, mit Streichhölzern bauen, schnitzen – alleine oder zu zweit arbeiten. Mit dem gewählten Material sollt ihr euren perfekten Stamm basteln. Das kann eine Gesamtdarstellung sein, eine typische Situation oder auch ein Symbol. Nehmt euch ausreichend Zeit für die gestalterische Phase. Im Anschluss stellt ihr euch die Kunstwerke gegenseitig vor und diskutiert darüber, was getan werden muss, um dem „perfekten Stamm“ näher zu kommen. Eure Werke könnt ihr als Erinnerung ausstellen und so beim Vorbeigehen Motivation sammeln und euch immer wieder an euer Ziel erinnern oder Anlass finden euch wieder über euren perfekten Stamm auszutauschen.

 

Wenn ihr einige dieser Methoden ausprobiert habt, wird es euch leichter fallen eurer Offenheit auch Taten folgen zu lassen. Anregungen was man alles Neues machen kann, findet ihr regelmäßig auf dpsg.de, schaut euch doch zum Beispiel mal das Projekt „gemeinsam unterwegs“ an und lasst euch inspirieren. Viel Erfolg!

Wer offen für Neues sein will, muss auch mal mutige Entscheidungen treffen. Mehr dazu im Beitrag „NUR MUT!“

Mehr zur Lilienpflege-Planer-Blogserie

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One Response

  1. Querdenker und Ideenzünder « blog.dpsg.de

    17. Oktober 2016: […] Offen für Neues?! […]