Ordnung im Chaos – unsere Strukturen

Erschienen am 31. Januar 2017 in Lilienpflege

Volker Lindhauer

Volker Lindhauer

Volker Lindhauer ist Referent für Verbandsentwicklung und Jugendpolitik beim DPSG Bundesverband. Ehrenamtlich engagiert er sich in seinem Heimatstamm in Münster.

 

Ordnung im Chaos – unsere Strukturen

Viele Menschen im Verband haben sich wahrscheinlich schon einmal die Frage gestellt, wieso es für die pfadfinderische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen so viele Versammlungen, Konferenzen, Leitungsgremien und Protokolle braucht. Hat nicht Baden-Powell schon gesagt „Nun haben wir eine Bewegung – werden wir in einer Organisation enden?“ Eine Organisation unserer verbandlichen Arbeit und die Strukturen, die sie mit sich bringt, hat viele Vorteile für Menschen, die in ihr Verantwortung übernehmen – für euch Vorstände, aber auch für Leiterinnen und Leiter. Mit diesem Blogbeitrag möchten wir euch das kurz erläutern, Tipps zum Umgang mit unseren Strukturen geben und aufzeigen wie ihr sie nutzen könnt.

Strukturen als Grundlage für gute Gruppenarbeit

Auch die Rückmeldungen zu unseren Lilienpflege-Sets haben gezeigt: Leiterinnen und Leiter wünschen sich feste und belastbare Strukturen als Rahmen für ihre Jugendarbeit. Ein gut organisierter Verband mit festen Spielregeln wird als wichtige Grundlage dafür gesehen, dass Leiterinnen und Leiter sich auf ihre Gruppenarbeit konzentrieren und von Angeboten anderer Ebenen profitieren können. Genauso brauche man allerdings Strukturen, die zu den Bedürfnissen der Leiterinnen und Leiter und der Situation des jeweiligen Stammes passen. Vielfach wird auch Transparenz und Informationsaustausch zwischen den Ebenen gewünscht.

Strukturen müssen Menschen nützen

Wir brauchen Strukturen, damit Leiterinnen und Leiter gut ausgebildet sind, sich auf Rückendeckung verlassen können und somit auch unsere Kinder und Jugendlichen gute und attraktive Gruppenstunden erleben können. Strukturen dürfen dabei nie Selbstzweck sein und müssen immer den Mitgliedern nützen.

Die Satzung – Grundlage für Mitbestimmung

Die DPSG organisiert sich auf Grundlage einer einheitlichen Satzung, die für alle Stämme, Bezirke, Diözesen und auch den Bundesverband gilt. Die Satzung definiert über ihre Regeln zum Stimmrecht, zu Mehrheiten bei Entscheidungen und zu Beschlussfähigkeiten einen klaren Rahmen, in dem die Verbandsmitglieder sich bewegen können. Das schafft zum Beispiel eine Transparenz in der Entscheidungsfindung, die gerade bei schwierigen inhaltlichen Themen die Voraussetzung schafft, dass alle sich beteiligen können. Tipps, wie Leiterinnen und Leiter das in und für ihre Gruppen nutzen können, gibt es z.B. in der Arbeitshilfe zur Mitbestimmung.

Die Satzung – Freiheiten zur individuellen Gestaltung

Die Einheitlichkeit der Satzung für den gesamten Verband ist bewusst gewählt: Nicht zuletzt erleichtert sie ein Zurechtfinden über die Grenzen der eigenen Gruppierung hinaus und schafft gleiche Voraussetzungen unterschiedlicher Gruppierungen bspw. in Versammlungen. An einigen Stellen lässt die Satzung allerdings auch bewusst Freiheiten zur individuellen Gestaltung:

  • Im Stamm gibt es oft die Stammesleitung und darüber hinaus die Stammesleiterrunde. Die Stammesleitung regelt die stufenübergreifenden Angelegenheiten und kümmert sich um organisatorische Angelegenheiten des Stammes. Die Stammesleiterrunde könnte man auch als „Leiterinnen- und Leitergruppe“ betrachten: Sie dient vor allem dem Austausch in der Leiterrunde und soll den Engagierten Rückhalt in ihrer Leitungsarbeit geben. In kleineren Stämmen wird diese Trennung manchmal als nicht sinnvoll oder zu aufwändig angesehen. Seit Dezember 2015 können beide Gremien deshalb in der Stammesleiterrunde zusammengefasst werden. Da die Stammesversammlung das beschließen muss, gibt es hier eine Vorlage für einen Antrag, die ihr nutzen könnt.
  • Die Satzung lässt auch Vorständen große Freiheiten, ihr Amt auszugestalten: Dank Ziffer 31 der Satzung besteht die Möglichkeit, für ein Thema, dass euch besonders wichtig ist, eine Fachreferentin oder einen Fachreferenten zu berufen. Motivierte Mitarbeitende aus eurem Stamm könnt ihr so z.B. in ein „Referat Finanzen“ oder ein „Referat Stammeslager 2017″ berufen. Diese Referentinnen und Referenten könnten dann für alle Leitungsteams die Beantragung von Fördermitteln oder die inhaltliche Gestaltung des nächsten gemeinsamen Lagers übernehmen. Bei den Themen sind euch quasi keine Grenzen gesetzt.
  • Um euch und euren Leiterinnen und Leitern eine weitere Hilfestellung zu geben, wie ihr die Satzung entsprechend eurer eigenen Bedürfnisse im Stamm nutzen könnt, haben wir Kommentare zu den wichtigsten Abschnitten unserer Satzung veröffentlicht. Ihr findet darin Hinweise, wie die Regelungen in der Satzung ausgelegt werden und wie ihr damit umgehen könnt. Diese Kommentare gibt es zum Stamm, zu den Grundsätzen des Verbandes, zum allgemeinen Teil (der für alle Ebenen gilt) und zur Ausschlussordnung. Sollten darüber hinaus Fragen offen bleiben, könnt ihr euch mit euren Anliegen auch an die Mitarbeitenden im Bundesamt wenden.

Strukturen fördern Kommunikation

Klare (Organisations-)strukturen helfen darüber hinaus bei der Kommunikation zwischen den Ebenen. Die Versammlungen und Konferenzen sind zum einen Gremien, in denen ihr eure Anliegen „nach oben“ kommunizieren können. Sie dienen zum anderen aber auch immer dem Austausch darüber, was in den unterschiedlichen Stämmen, Bezirken und Diözesen geschieht. Das ist ein gutes Argument, um Leiterinnen und Leiter zur Teilnahme an Bezirksstufenkonferenzen zu motivieren: Sie erfahren dort, was im Bezirk oder auch auf Diözesanebene im nächsten Jahr geplant ist oder können sich vernetzen, sich zu Problemen auszutauschen und sich mit gemeinsamen Aktionen die Arbeit der Vorbereitung teilen. Falls euch das zu wenig Austausch ist, könntet ihr bei diesen Treffen auch anregen, dass es regelmäßige Newsletter, eine Facebookgruppe, regelmäßige Leiterstammtische oder ähnliches geben soll.

 

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