Wassertanks für Schulen

Erschienen am 24. Februar 2017 in Allgemeines

Jurian Thomas

Jurian Thomas

Jurian Thomas aus Rüthen ist 19 Jahre alt und verbringt als Freiwilliger der DPSG und Adveniat ein spannendes Jahr in Südafrika.

 

Seit über fünf Monaten bin ich jetzt in Nelspruit (Hauptstadt der Provinz Mpumalanga). Ich hatte das Glück, direkt am Anfang meines Freiwilligendienstes viele Projekte und Zeltlager besuchen zu dürfen. Den Pfadfinderinnen und Pfadfindern liegt hier besonders am Herzen, den Kindern auf Zeltlagern Wissen zu vermitteln, insbesonders im Umwelt- und Gesundheitsbereich. Sie sollen auf die Zukunft in Mpumalanga durch das Erlernen von Schlüsselqualifikationen (wie freies Reden) vorbereitet werden. Genau wie in Deutschland ist es den Scouts am wichtigsten, dass die Kinder Spaß mit Gleichaltrigen haben.

Sauberes Wasser für Phindela

In Südafrika hab ich schnell gelernt, dass man entspannter lebt und vor allem mehr erlebt, wenn man spontan ist und sich nicht die nächsten Wochen oder Monate an feste Pläne klammert. Das habe ich auch Anfang der Woche gespürt, wo mich meine Chefin fragte, ob ich nicht von Donnerstag bis Sonntag mit zu einem Wasser-Projekt nach Nkomasi (etwa zwei Stunden von Nelspruit entfernt) fahren möchte. Gespannt darauf, mehr von der Umgebung und dem Projekt zu sehen, sagte ich zu.

Am Donnerstagnachmittag ging es bei glühender Hitze mit dem Bolero, einem großem Pick-Up, und einem kleinen Anhänger los. Hier in Südafrika ist es üblich, das Personen auch auf der Ladefläche des Pick-Ups mitfahren. So konnten wir mit weit mehr als fünf Rovern losfahren und erreichten das Haus von Mom Tobi in Skhwahlane. Mom ist in diesem Fall eine Respektsform, die von den Siswati-Sprechenden vor den Vornamen einer älteren Frau gesetzt wird. Bei einem älteren Mann würde man Babe vor den Nachnamen setzten. Wichtig: Man spricht es nicht wie im Englischen aus, sondern wie man es liest!

Am nächsten Morgen sind wir dann zur Schule gelaufen, in der Mom Tobi Lehrerin in Phindela ist. Im Verlauf des Vormittags haben wir hinter dem Schulgebäude, unmittelbar an einem Gemüsebeet, ein quadratisches Loch ausgegraben. In einem nahegelegenen Baumarkt kauften wir Zementsteine und Zement. Den Mörtel haben wir auf afrikanische Weise gemischt und ein Fundament für den Stand eines 2200 Liter Tanks gelegt.

Spontanes Singen

Zur Mittagspause waren die meisten Schülerinnen und Schüler auf dem Hof. Einige schauten uns neugierig bei der Arbeit zu. Die Kinder haben sich dann um zwei der Rover, Lunga und Senzo, in einem großen Quadrat aufgestellt. Die beiden haben „Call and Response“ Lieder gesungen und getanzt. Natürlich hab ich gleich mitgemacht und zusammen mit den Schülerinnen und Schülern sehr viel Spaß gehabt. Danach wurden uns von einigen ihre selbst gebauten Gitarren gezeigt.

Während das Fundament für den Wassertank trocknete, sind wir nach Kamhlushwa gefahren. Dort haben wir weiteren Zement und einen Tank gekauft, den wir auf dem Anhänger transportierten. Auf dem Rückweg hielten wir an einer Behindertenschule, wo taubstumme, blinde, psychisch oder physisch benachteiligte Kindern unterrichtet werden. Schon seit langem pflegen die Scouts diesen Kontakt. Einige Rover hielten einen Vortrag über das Pfadfinden, es spielten alle gemeinsam und ich selbst lernte ein wenig Gebärdensprache. Es war eine tiefgehende, aber schöne Erfahrung.

Samstags haben wir den Stand fertig gemauert und mussten ihn trocknen lassen. In dieser Zeit haben wir noch einen zweiten Tank für eine Vorschule gekauft. Diesen neuen Tank stellten wir auf einen bereits vorhandenen Stand und wir haben ihn auch noch bunt angestrichen.

Am Sonntagmorgen konnten wir den ersten Tank an der Schule schließlich aufstellen. Nach der Verabschiedung von Mom Tobi und ihrer Familie, die uns beherbergt hatten, fuhren wir kurz nach Mittag bei erstaunlich kaltem Wetter wieder nach Hause.

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