Ich bin gut in Deutschland angekommen

Erschienen am 1. Februar 2017 in Allgemeines

Pilar Acero

Pilar Acero

Pilar Acero aus Ibagué (Kolumbien) ist 23 Jahre alt und verbringt als Freiwillige bei der DPSG im Diözesanverband Aachen ein spannendes Jahr in Deutschland.

 

Ich bin gut in Deutschland angekommen und die Leute, die mich abgeholt und aufgenommen haben waren sehr freundlich zu mir. Von allen Menschen, die ich bis jetzt kennengelernt habe, konnte ich viele neue Dinge lernen. Vom Moment meiner Ankunft an bis jetzt war alles sehr schön und die Menschen mit denen ich gearbeitet habe, auch die Kinder, die ich kennengelernt habe, haben ihre Spuren in mir hinterlassen.

Eines der ersten Dinge, die mich hier interessierten war, dass in Deutschland so viele Menschen einfachen Zugang zur Bildung haben und dass den Kindern besondere Priorität eingeräumt wird. Interessant sind auch die Straßenordnung und die weiten, flachen Landschaften. Außerdem finde ich die Herzlichkeit der Leute sehr schön: wenn man sich verloren fühlt, helfen sie dir dich zurecht zu finden zum Beispiel in den gigantischen Bibliotheken, die es hier gibt.

Der Tag in der Schule in Münster war sehr schön. Ich konnte dort Erfahrungen austauschen und ein bisschen die Denkweise der deutschen Kinder kennenlernen. Einige von ihnen waren sehr schüchtern und haben kaum teilgenommen, aber generell waren viele sehr an der Situation der Kolumbianerinnen und Kolumbianer interessiert. Sie haben viel gefragt über die Drogenproblematik in Kolumbien und die Problematik der Gewalt dort. Viele waren begeistert dabei und das hat die Präsentation von Kolumbien kurzweilig gemacht. Außerdem konnte ich ihnen ein bisschen erklären, warum ich hier bin und was die Kooperation zur Organisation Sueños Especiales ist.

Aus dem Spanischen von Mirjam Mathes

 

„Mi llegada fue buena la gente que me recibio es muy amable, todos las personas que he conocido hasta el momento me han ensen*ado cosa nuevas y desde el momento en que llegué todo ha sido muy bonito, las personas con las que he trabajo los nin*os que he conocido, todos han dejado una huella en mi.

Las primeras cosas que me interesaron es ver que en alemania, mucha gente tienen acceso rápido a la educación, que los nin*os tienen prioridad en todo, el orden en las calles y los paisajes planos, me parace muy interesante la amabilidad de la gente cuando tu encuentras perdido ellos te ayudan a hubicarte y las gigantescas bibliotecas que tienen.

En Münster fue muy agradable, pude intercambiar experiencias y conocer un poco de la forma de pensar de los chicos de Alemania, algunos eran timidos y no participaban mucho, pero en general mucho estaban  muy interesado por la situción de las personas de Colombia, preguntaban mucho sobre le problema del narcotrafico y los problemas de violencia en Colombia, fueron peronas muy participativas y eso hizo que la presentación fuera más amena, además les pude compartir un poco del porque esta acá y que es la corporación Suen*os Especiales.“

 

Was Pilar in der Schule in Münster erlebt hat, lest ihr hier:

Eine Trommel namens Schweinchen

„Man kann über alles sprechen, ohne Angst zu haben, dafür umgebracht zu werden.“ Diese Antwort von Pilar Acero auf die Frage, was der größte Unterschied zwischen Deutschland und Kolumbien sei, überraschte die Schülerinnen und Schüler der bischöflichen Liebfrauenschule in Coesfeld wohl am meisten bei ihrer Begegnung mit der Kolumbianerin. Die 22-Jährige lebt und arbeitet für ein Jahr in Deutschland. Sie leistet mit Unterstützung der Pfadfinder ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) ab. Zwei Wochen war sie im Dezember unter anderem am St.-Pius-Gymnasium, der Liebfrauenschule und bei den Coesfelder Pfadfindern zu Gast.

Eine gute Stunde ließ Pilar die Schülerinnen und Schüler, die sich an dem bischöflichen Berufskolleg auf ihr Fachabitur vorbereiten, an dem Leben in ihrer südamerikanischen Heimat teilhaben. Sie startete mit typischen kolumbianischen Weihnachtsliedern. Zuvor hatte sie das traditionelle Adventssingen der Schüler, Studierenden und Lehrer im Treppenhaus des Berufskollegs erlebt. „Sie singen schön, aber keiner bewegt sich dazu“, ist ihr aufgefallen. Das sei in Kolumbien anders. Zu allen Liedern werde auch getanzt. Den Beweis lieferte sie prompt und zeigte über das Internet entsprechende Videos.

Anschließend berichtete sie über ihr Land, über die vielfältige und wunderschöne Natur, die Geschichte und die sozialen Probleme. In Kolumbien leben auf einer Fläche, die sechs Mal so groß wie Deutschland ist, rund 46 Millionen Menschen, also halb so viel wie in Deutschland. Es gibt große soziale Unterschiede. „An den Küsten leben viele Menschen afrikanischer Herkunft, im Amazonasgebiet gibt es zahlreiche indigene Völker. Die Regierung spricht von 70 Völkern, doch wir wissen von rund 200 Stämmen“, erzählt Pilar, die während ihres Soziologie-Studium zu dem Thema geforscht hat und sich in einer Menschenrechtsgruppe engagiert. Der Grund: „Wenn sie nicht existieren, kann man ihre Rechte nicht verletzen. Denn niemand weiß offiziell von ihnen“, erklärt sie. Laut Regierungsangaben seien lediglich zehn Prozent der gesamten Bevölkerung Kolumbiens Ureinwohner.

90 Prozent der Kolumbianer sind katholisch. Doch sei die katholische Kirche in ihrer Heimat kaum mit der in Deutschland zu vergleichen, denn viele Elemente der ursprünglichen Religionen seien in den Glauben aufgenommen worden. So verbinden viele indigene Völker die Göttin Pachamama, die Erdmutter, die allem Leben schenkt, mit der Mutter Maria. „Es gibt in Kolumbien mehr als 300 verschiedene Marienwallfahrtsorte“, erklärt sie.

Ein Jahr verbringt Pilar in Deutschland. Dass sie einen Schulabschluss machen konnte, hat sie einem Sozialprojekt der Pfadfinder in ihrer Heimatstadt Ibaqué zu verdanken. Dort lernte sie ebenso zahlreiche deutsche FSJ-ler kennen, die ihr Informationen über Deutschland gegeben haben. „Aber jetzt hier zu sein, ist etwas ganz anderes“, sagt Pilar. Sie wünscht sich Kontakt zu Deutschen und möchte die Sprache lernen, denn in Kolumbien ist es ausschließlich reichen Familien vorbehalten, Fremdsprachenkenntnisse zu erwerben.

In den zwei Wochen, die sie in der Region in Schulen und bei Gruppen unterwegs ist, wird sie von Franz Trimpl-Hermann begleitet, der ihre Ausführungen übersetzt. „Ich war Spanischlehrer und arbeite ehrenamtlich für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat“, erklärt der Coesfelder den Hintergrund seines Engagements.

Am Ende der Stunde, in der die Schülerinnen und Schüler viel über Kolumbien aus erster Hand erfahren haben, zeigt sie ihnen noch eine typische Tracht und zwei Instrumente: ein Regenrohr und eine Trommel. „Man nennt sie wegen ihrer Form Schweinchen.“

Fotos und Text: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle Münster

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