Ein Bild aus vielen kleinen Momenten

Erschienen am 20. März 2017 in Allgemeines

Kathrin May

Kathrin May

Kathrin May aus Mönchengladbach ist 19 Jahre alt und verbringt als weltwärts-Freiwillige von DPSG und Adveniat ein spannendes Jahr in Ecuador. Dort arbeitet sie im Projekt "Hogar de Cristo" in Guayaquil.

 

Ein Bild aus vielen kleinen Momenten

Jeder kleine Moment in meinem Freiwilligendienst ist wie ein einzelner Pinselstrich. Am Ende ergeben sie erst zusammen das gesamte Bild.

Besonders im letzten Monat habe ich viele solcher Pinselstriche erlebt: mit meiner Gastfamilie, in der ich mich sehr wohl fühle, aber vor allem bei meiner Arbeit. Es ist toll, jeden Tag etwas Neues über die Kultur kennenzulernen und neue Begegnungen mit Menschen zu haben.

In unserem Projekt „Hogar de Cristo“ wollen wir in den Randvierteln der Stadt Guayaquil in Ecuador Gemeinschaften bilden, damit die Menschen, die dort illegal und teilweise ohne Wasser- und Stromversorgung leben, sich gegenseitig und durch ihren Glauben helfen können.

Nachdem wir monatelang Menschen für das Projekt begeistert, geplant, Karten gezeichnet und Häuser nummeriert hatten, trafen wir uns im Januar zum ersten Mal mit einer Gruppe. Das war ein ganz besonderer Moment, da wir so lange darauf hin gearbeitet hatten.

Schnell bemerkte ich, dass meine Arbeitskollegin mit den zumeist weiblichen Gruppenteilnehmerinnen, gut arbeiten konnte. Sie ermutigte sie, der Gemeinschaft beizuwohnen und sie auch selbst mitzugestalten.

Gemeinsam mit den Kindern

Meine Kolleginnen und ich hatten die Idee, Programm für die Kinder anzubieten, die die Frauen mit zum Treffen brachten. Bis zu dem Zeitpunkt liefen die Kinder meistens herum und lenkten die besorgten Mütter ab. Beim nächsten Treffen brachten wir Bastelmaterialien mit. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit den Kindern zu basteln.

Die Woche darauf war das Treffen an einem sehr regnerischen Tag. Wir hatten nicht viel Zeit, etwas für die Kinder vorzubereiten, deshalb bastelte ich diverse Papierflieger-Modelle.

Wir veranstalteten mit den Kindern einen „Papierflieger-Weitwurf-Wettbewerb“. Während ich schon nach zehn Minuten gerne ein anderes Modell ausprobiert hätte, warfen die Kinder ihre am Ende sehr mitgenommenen Papierflieger immer und immer wieder. Jedes Mal, wenn sie weiter warfen als ich, freuten sie sich und wollten es gleich noch einmal probieren.

Die Arbeit mit Kindern hat mir schon in Deutschland Spaß gemacht. Sie kann aber auch anstrengend sein. Aber all diese kleinen Momente, die mit purer Freude besetzt sind, machen die ganze Arbeit wertvoll. Kinder sind anders als Erwachsene. Sie sind jung und können Konsequenzen nicht einschätzen und kennen keine Angst. Sie freuen sich über kleine Dinge über einen sehr langen Zeitraum. Mir macht es einfach sehr viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Und das macht viele Pinselstriche für mein Bild vom „Freiwilligendienst“ aus.

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