Ökologie – Was heißt das überhaupt?

Erschienen am 18. August 2017 in Allgemeines

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Öko-Strom, Öko-Mode, Öko-Bauer oder auch Aussagen wie „der ist total öko!“ kennt jede und jeder. Wahrscheinlich nutzen auch die meisten von uns den Ökologie-Begriff regelmäßig. Ob nun abwertend oder wertschätzend gemeint, Ökologie ist in aller Munde und selbst die Werbung macht nicht vor diesem Begriff halt. Dabei erfuhr der Begriff in den letzten Jahrzehnten eine Wandlung von der Beschreibung eines biologischen Fachbereichs hin zu einem populären Begriff, mit dem all jene Dinge bezeichnet werden, die irgendwie nachhaltig sind oder so erscheinen sollen (Stichwort „Greenwashing“[1]).

Doch was genau bedeutet „Ökologie“ eigentlich?
Bereits der Wortursprung liefert einige wichtige Aussagen über das Themenfeld Ökologie und erhält noch dazu eine Metapher, die uns hilft mit einem kritischen Blick auf uns und die Welt um uns herum zu blicken. Der Begriff Ökologie setzt sich aus den griechischen Worten „oikos“ – Haus/Haushalt – und „logos“ – Lehre – zusammen. Ökologie könnte also vereinfacht gesagt als die Lehre vom Haushalt gelten.

Da die Ökologie ursprünglich eine Teildisziplin der Biologie ist, findet sich hier auch eine genauere Definition:

„Ökologie ist die „gesamte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zu seiner Außenwelt.“ (Ernst Haeckel, zitiert nach Drexler in Ökosysteme).

Haushalts-Metapher
Aber zurück zum Wortursprung und der ihr innewohnenden Metapher: Ökologie als die Lehre vom Haushalt. Stellen wir uns die Welt als ein großes Haus vor. Die unbelebten Teile der Welt, also Wasser, Gesteine und ihre Mineralien und die Gasbestandteile der Luft, sind das Gerüst des Hauses. In diesem Haus leben alle Lebewesen dieser Erde, also unter anderem Pflanzen, Pilze und Tiere und damit auch der Mensch. Sie alle teilen sich das Haus als Lebensraum. Wie würde nun also die ideale Wohngemeinschaft aussehen? Wahrscheinlich würde doch ein jeder hoffen, dass Respekt das Miteinander leitet, dass unnötiges Leid vermieden wird, dass zwar jeder ein Recht auf Leben hat, aber dieses Recht nicht zu den Ungunsten aller anderen durchsetzen darf. Frei nach dem Motto „Meine Freiheit endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt“.

Lebensräume
Über die Regeln des Miteinanders herrscht in einer Gemeinschaft meist Einigkeit. So darf also Tochter Susanne selbstverständlich ein Stück Kuchen essen, aber den ganzen Kuchen alleine auffuttern ohne die anderen zu fragen, ob sie auch etwas davon möchten? Sohn Klaus kann natürlich in der Küche kochen und essen, aber dann einfach gehen ohne aufzuräumen und zu spülen? Genauso wie Tante Berta natürlich ein eigenes Zimmer haben darf, das sie als ihren (Lebens-) Raum so gestalten kann wie sie es möchte, aber deswegen die (Lebens-) Räume von Klaus und Susanne ungefragt verändern oder diese für sich beanspruchen?Auch wenn diese Metapher vielleicht im Detail etwas hakt, kann sie als Maßstab für unser eigenes Handeln dienen. Genau wie Tante Berta haben auch wir Menschen ein Recht im Haus der Erde zu leben, es zu nutzen und es nach unseren Bedürfnissen zu gestalten, denn wir sind gleichberechtigter Teil der Erdgemeinschaft. Aber wir haben kein Recht dazu, die Erde auszubeuten und zu zerstören, denn sie gehört eben nicht nur uns, sondern allen derzeitigen und zukünftigen Lebewesen dieser Welt. Und all diese haben das gleiche Recht auf Leben wie wir, auch wenn uns das bei manch einem Tier schwer fällt zu akzeptieren (Zecken, Mücken, usw…).

Hilfe für Entscheidungen
Ob eine Tat ökologisch, das heißt der ganzen Hausgemeinschaft gegenüber verantwortbar ist oder nicht, ist nicht immer leicht zu beantworten. Vielfach schwimmt sie eher in einer Grauzone zwischen den Polen. Das müssen wir aushalten. Aber in vielen Bereichen kennen wir bereits ökologische Alternativen. Alternativen, die nicht nur uns gut tun, sondern zugleich auch unserer Umwelt möglichst wenig Schaden zufügen. Und wann immer wir entscheiden müssen, ob etwas ökologisch korrekt ist oder nicht, hilft vielleicht die Hausmetapher.

von Niklas Katzarow
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[1] „Greenwashing (wörtlich ‚grünwaschen‘, übertragen: ‚sich ein grünes Mäntelchen umhängen‘) ist eine kritische Bezeichnung für PR-Methoden, die darauf zielen, einem Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen, ohne dass es dafür eine hinreichende Grundlage gibt.“ Quelle: Wikipedia

 

 

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