Was der „Tag der Diakonin“ mit der DPSG zu tun hat…

Erschienen am 29. April 2014 in Glaube leben

Kerstin Fuchs

Kerstin Fuchs

Kerstin Fuchs ist seit Oktober 2009 Bundesvorsitzende und gelernte Buchhändlerin und Sozialpädagogin. Sie nutzt soziale Medien vor allem dafür, ihre Arbeit als Bundesvorsitzende transparenter zu machen und mit vielen Menschen in Kontakt zu bleiben.

 

Am 29. April feiern die katholischen Frauenverbände den Tag der Diakonin. Am Festtag der Heiligen Katharina von Siena setzen sich diese Verbände dafür ein, dass auch Frauen der Zugang zum Sakramentalen Diakonat nicht länger verwehrt wird. Was aber hat dieser Tag mit uns Pfadfinderinnen und Pfadfindern zu tun?

 Alle Menschen sind gleich wertvoll

Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder setzen wir uns da für ein, dass alle Menschen gleich wertvoll sind – unabhängig von sozialem Hintergrund, Aussehen und auch Geschlecht. So ermutigen wir alle Kinder und Jugendlichen, ihr Leben in die Hand zu nehmen, ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse ernst zu nehmen und zu entwickeln – jenseits von vermeintlichen Geschlechternormen und Vorurteilen. Geschlechtergerechtigkeit ist uns ein wichtiges Anliegen und so wollen wir das nicht nur verbandsintern leben, sondern engagieren uns auch in Gesellschaft für eine – noch immer nicht erreichte – Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern.

 Wunsch nach Geschlechtergerechtigkeit

In der Kirche aber erleben wir, dass Frauen weiterhin jeder Zugang zu Weiheämtern verwehrt bleibt. Trotz aller Argumentationen von Bischöfen und Amtsträgern kann ich nicht nachvollziehen, warum Männer zu Diakonen geweiht werden können, aber Frauen nicht. Auch in Kirche wünsche ich mir Geschlechtergerechtigkeit! Die Bundesversammlung der DPSG hat sich 2013 dazu klar positioniert: Wir wünschen uns „[…] deshalb gemäß den Positionen, wie sie in „Mut zu Entwicklung“ beschrieben sind, die Öffnung des ständigen Diakonats für Frauen.“

 Gott beruft jede und jeden

Wenn Frauen zu Diakoninnen geweiht werden dürften, könnte ich meinen Töchtern zeigen, dass nicht nur vor Gott alle gleich sind, sondern auch in der Gemeinde und am Altar. Ich glaube, Gott beruft jeden und jede nach seinen Charismen – unabhängig seines Geschlechtes. Und: Wenn Frauen zu Diakoninnen geweiht werden dürften, könnten Menschen, die sich eine Begleitung wünschen, diese auch öfter bekommen und nicht nur auf den Gemeindepfarrer verwiesen werden, der inzwischen oftmals mehr Verwalter der Gemeinde sein muss als ein Seelsorger. Vor allem aber: Wenn Frauen zu Diakoninnen geweiht werden dürften, könnte diese Kirche zeigen, dass sie weder in alten Strukturen verhaftet, noch auf Schnelllebigkeit setzt, sondern eine Kirche ist, die wachen Auges in dieser Zeit bei den Menschen sein will, und die Menschen und ihre Bedürfnisse ernst nimmt.

 Kleine Zeichen der Veränderung

Vielleicht bin ich zu ungeduldig und es braucht es einfach noch einige Zeit, bis wir das erleben. Diese Kirche, die kleinen Zeichen der Veränderung, die ich wahrnehme und dieser Papst machen mir Mut, zu warten. Bis dahin ist der Tag der Diakonin einer, der Beachtung verdient.

„Ich sehe mit Freude, wie viele Frauen pastorale Verantwortungen gemeinsam mit den Priestern ausüben, ihren Beitrag zur Begleitung von Einzelnen, von Familien oder Gruppen leisten und neue Anstöße zur theologischen Reflexion geben. Doch müssen die Räume für eine wirksamere weibliche Gegenwart in der Kirche noch erweitert werden.“  Papst Franziskus

 

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2 Responses

  1. Frank Eichinger

    Frank Eichinger

    8. Mai 2014: Hallo Kerstin, ich teile Deine Meinung ja durchaus. Aber warum willst Du denn nur Diakoninnen? Gibt es nach unser pfadfinderlichen Auffassung von Gleichheit der Geschlechter irgendeinen akzeptablen Grund, warum überhaupt irgendwelche Ämter nur Männern oder Frauen offen stehen sollten? Warum nicht mal eine Pfarrerin, eine Bischöfin, eine Kardinälin oder eine Päpstin? Diakoninnen mögen ein erster Schritt sein, das wäre aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, der das System nicht grundlegend ändert. Wir müssen hier viel mehr fordern!

     
  2. Kerstin Fuchs

    Kerstin Fuchs

    9. Mai 2014: Auch ich wünsche mir Frauen in allen Weiheämtern. Bereits in der Stellungnahme „Mut zur Entwicklung“ 2011 haben wir als DPSG die Öffnung des Priesteramtes für Frauen gefordert. Aber wir erleben gerade, dass es eine breite Bewegung für die Forderung nach Frauen als geweihte Diakoninnen gibt und, zumindest in manchen kirchlichen Kreisen, die Bereitschaft darüber zu diskutieren. Dies muss man nutzen. Die Frage der Geschlechtergerechtigkeit in Kirche ist ein großes Thema. Hier braucht es Geduld und kleine Schritte. Das Diakonat der Frau ist einer dieser Schritte für den wir uns einsetzen.