Studieren und Pfadfinden – Über eine DPSG-Hochschulgruppe

Erschienen am 6. Mai 2014 in Abenteuer Pfadfinden

Jan Sommer

Jan Sommer

Jan Sommer baut seit 2010 als Referent der Bundesleitung neue Gruppen in der Region Halle-Leipzig auf. Er findet, dass noch viel mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit zum Pfadfinden haben sollten.

 

Projekte nehmen manchmal einen unerwarteten Weg. So ging es mir in Leipzig, wo ich seit gut einem Jahr eine neue DPSG-Siedlung aufbaue. Die Kooperation mit einem Gymnasium scheiterte, auch weil wir die Pfadfinder-Arbeitsgemeinschaft nicht Pfadfinder nennen sollten. Und in der Gemeinde haben wir einen Gruppenraum, aber noch keine Kinder gefunden. Dafür fanden sich immer mehr (ehemalige) Roverinnen und Rover und Leiterinnen und Leiter. Eine Leiterrunde mit gut zehn jungen Erwachsenen, aber ohne Kinder und Jugendliche macht irgendwie wenig Sinn und für eine Roverrunde ist der Altersdurchschnitt dann doch zu hoch. Es galt eine andere Form zu entwickeln. Beim Blick auf die Gemeinsamkeiten war schnell klar: So gut wie alle studieren an der Uni Leipzig oder sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter. Die Idee der Hochschulgruppe war geboren.

Abenteuer DPSG erleben – auch ohne Stamm

Nun, was macht eigentlich eine Hochschulgruppe? Natürlich das, was unseren Verband für junge Erwachsene attraktiv macht: Gemeinschaft leben und Abenteuer erleben. Sei es bei der Wochenendfahrt in den Harz, beim Drachenbootfahren auf der weißen Elster oder als Küchenteam bei der Friedenslichtaussendung des Diözesanverbandes Magdeburg. In diesem Jahr nehmen wir einen neuen Anlauf zur Gründung eine Kindergruppe. Denn auf Dauer fehlt dann doch ein entscheidendes Element der Pfadfinderarbeit: Das Leiten einer Pfadfindergruppe mit Kindern und Jugendlichen. Auch wenn der Diözesanverband und der Stamm in Halle sich immer über unkomplizierte und spontane Unterstützung freuen.

Hochschulgruppe – eine Idee zum Verbreiten?

Für uns als DPSG finde ich die Frage der Hochschulgruppe durchaus diskutierenswert. Die Verschulung des Studiums und hohe Mobilität der Studierenden brauchen vielleicht neue Formen im Verband, um Pfadfinden jenseits vom Heimat-Stamm zu ermöglichen. So können junge Erwachsene für die DPSG gewonnen und gebunden werden. Natürlich ist dabei die Verknüpfung mit der Arbeit der Stämme, Bezirke und Diözesen von besonderer Bedeutung. Aber warum soll es neben der KSG und der Greenpeace-Hochschulgruppe nicht auch eine DPSG-Hochschulgruppe geben?

 

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4 Responses

  1. tobas

    6. Mai 2014: Pfadfinder an Hochschulen in Hochschulgruppen aufzufangen halte ich für sehr sinnvoll. So gehen sie dem Verband nicht verloren, auch wenn sie in eine neue Stadt ziehen und dem Stamm, zumindest der aktiven Teilhabe daran, Lebewohl sagen. Bevor sich da aber jemand in Arbeit vergräbt sollte man darüber nachdenken das zusammen mit dem VCP zu machen, denn die haben schon ein entsprechendes Netzwerk und vermutlich auch best practice Ideen. Kompetenzen Ergänzen! Mit PSG und BdP dann noch ist es auch realistisch, dass die Hochschulgruppen groß genug werden um wirklich Arbeiten zu können. (http://www.vcp.de/kontakt/hochschularbeit/)

     
  2. Volker Lindhauer

    6. Mai 2014: Die Idee der Hochschulgruppe finde ich großartig! Eine HSG gibt Interessierten vielleicht zunächst einmal etwas mehr Freiheit, was im verschulten Vollzeitstudium sicher ganz praktisch ist. Ich bin während meines Bachelors so oft umgezogen, dass eine sinnvolle Gruppenleitung nie wirklich möglich war. In England hab ich dann eine selbstorganisierte HSG der Boy Scouts besucht, die mich schließlich an eine lokale Wölflingsgruppe "vermittelt" hat. Ein Dreivierteljahr war ich "Scout Helper" und habe die Leiter bei Gruppenstunden und Aktionen unterstützt. Mittlerweile bin ich selber Leiter in Münster ;-) Ich glaube, Hochschulgruppen sind nicht nur eine gute Idee für die Aufbauarbeit in Halle-Leipzig, wo man sich parallel auch noch mit dem Aufbau von Siedlungen beschäftigen muss, wie du schreibst. Auch in anderen Regionen gibt es viele studierende DPSGler, die gerne weiter aktiv Pfadfinder bleiben wollen. Mit den jüngeren Abijahrgängen fehlt vielen die begeisternde Leitungserfahrung; vor allem, wenn man sich direkt aus der Roverrunde ins Studium verabschiedet. Zieht man dann noch in eine andere Stadt, bricht der Kontakt zum Verband oft weg. Da können Hochschulgruppen gut ansetzen, und neben eigenen Aktionen Kontakte zu Leiterrunden oder auch nur Unterstützer für einzelne Aktionen vermitteln, wenn das Studium nicht mehr Zeit hergibt. Viel Erfolg bei deiner Arbeit, das hat Potenzial!

     
  3. Jan Sommer

    Jan Sommer

    6. Mai 2014: Danke für dein anschauliches Beispiel, Volker. Ich sehe auch in anderen Uni-Städten, mit bestehenden Stämmen, Potential. Gerade um, wie du schreibst, mit dem Pfadfinden in Kontakt zu bleiben. Und dass du jetzt aktiver Leiter bist ist umso besser. Dir ebenfalls viel Erfolg!

     
  4. Martin

    6. Mai 2014: Finde ich eine sehr Gute Idee