Freiwilligendienst in Bolivien

Erschienen am 24. Juli 2014 in freiwillig & weltwaerts

Hanna Strecke

Hanna Strecke

Hanna Strecke war als Referentin der Bundesleitung zuständig für die Freiwilligendienste in der DPSG. Stellen gibt es in Argentinien, Paraguay, Bolivien und Südafrika.

 

In Bolivien stehen drei Städte auf unserer Reiseroute: Santa Cruz, Cochabamba und La Paz. Seit 50 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen der DPSG und dem bolivianischen Pfadfinderverband ASB. Über die Jahre haben sich daraus Partnerschaften auf allen Ebenen der Verbände entwickelt. Ein nächster Schritt, um diese Freundschaften zu vertiefen, ist der Austausch von Freiwilligen ab dem kommenden Jahr.

Santa Cruz

In Santa Cruz kommen wir in der Pfarrei San Augustin unter. María José aus Spanien ist hier die rechte Hand des Priesters Jesús. Zusammen leisten sie dort seit 30 Jahren pastorale Arbeit im armen Stadtviertel „Plan 3000“. Dieses Gebiet ist der Armengürtel der Stadt, in dem vorerst alle Zugezogenen unterkommen. Ein Gebiet, das sich stark im Wachstum befindet. Die meisten Wege sind noch nicht geteert und es fehlt an Infrastruktur.

Die Pfarrei San Augustin hat mit der Hilfe der Bewohner Schulen und Kindergärten aufgebaut. Jugendgruppen, Alphabetisierungskurse und Gruppen zur Stärkung der Frau kommen hier zusammen. Doch man ist gleichzeitig offen für neue Ideen und Projekte und freut sich auf einen Freiwilligen aus Deutschland, der Lust hat, seine Talente hier einzubringen.

Wir treffen uns außerdem mit den Pfadfindern aus Santa Cruz. Gerne wollen sie den deutschen Freiwilligen unterstützen und ihn in ihre Gemeinschaft einbinden.

Cochabamba

Wir kommen abends in Cochabamba an und werden direkt verzaubert von den Lichtern der Stadt. Wir werden im Nationalsitz der „Scouts de Bolivia“ untergebracht. Von spiegeln sich die Lichter der Stadt im See, rund herum leuchten die Häuser in der Abenddämmerung und deuten die Berge an, die sich um die Stadt erstrecken. German Rocha, der Direktor der „Scouts de Bolivia“, zeigt uns das Nationalzentrum und erzählt stolz, dass hier fast nur Ehrenamtliche arbeiten. Wir tauschen uns über Ideen zum Freiwilligendienst aus und bekommen nach und nach die Mitarbeitenden des Nationalbüros vorgestellt.

Der Bezirk Cochabamba pflegt seit 23 Jahren eine intensive Freundschaft zur Diözese Trier. Bereits seit 20 Jahren gibt es auch schon Freiwillige, die aus Deutschland für ein Jahr hier mitarbeiten. Wir besuchen auch das Büro der „Scouts de Cochabamba“, vor dem sich bereits eine Menschentraube versammelt hat. Unterschiedliche Leitungsgruppen kommen hier jeden Montag zusammen, um zu planen, sich zu beraten oder sich weiterzubilden. So auch an diesem Tag.

Der Direktor Marcelo Fuentes zeigt uns das Haus und weist stolz auf Bilder, Urkunden und Inschriften als Zeugnisse der deutsch- bolivianischen Freundschaft hin. Uns fällt ein lächelndes Mädchen auf, die von allen hier geherzt und gedrückt wird. Es ist Miriam, DPSGlerini aus Deutschland, vor. Sie absolviert seit 11 Monaten ihren Freiwilligendienst in Cochabamba. Sie wohnt im Büro des Bezirks, arbeitet zwei Tage die Woche am Aufbau des neuen Zeltplatzes mit und hilft an den restlichen Tagen in einem Behindertenheim.

Außerdem hat sie sich eine Pfadfindergruppe in Cochabamba ausgesucht, in der sie einmal in der Woche eine Gruppe leitet. Sie und Marcelo berichten uns von ihren Eindrücken bezüglich des Freiwilligendienstes. Durch die langjährige Erfahrung, kennt Marcelo die Höhen und Tiefen des Kulturaustauschs. Aber sie sind sich beide einig, dass es eine große Bereicherung für die Pfadfinderpartnerschaft zwischen Deutschland und Bolivien ist. Ihre Erfahrungen werden sicherlich eine große Hilfe für den weiteren Aufbau des Freiwilligenprogramms sein.

Vorzeitiges Ende der Reise

Unsere Reise nimmt leider ein früheres Ende als geplant. Ein Krankenhausaufenthalt macht die Reise nach La Paz unmöglich. Klara schläft als private Krankenschwester im Sessel neben meinem Bett, während immer wieder unterschiedliche Pfadfinder aus Cochabamba zu Besuch kommen, um uns etwas abzulenken. Es wird in meinem Krankenzimmer getanzt, Witze erzählt und mit Geschichten gefesselt. Man lenkt mich ab bis ich entlassen werden kann.

Nichtsdestotrotz bleiben wir im Kontakt mit den Projektpartnern und Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus La Paz und hoffen auch dorthin im nächsten Jahr eine Freiwillige oder einen Freiwilligen entsenden zu können.

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