Ideen für die Gruppenstunden zum Umgang mit Elektrogeräten & co

Erschienen am 25. Juli 2014 in Gruppenstunde & Lager

Simon Weihofen

Simon Weihofen

Simon ist seit den Wölflingen Mitglied in der DPSG. Er war Gruppenkind und Leiter im Stamm Phoenix St. Anna Rheinberg und Mitglied des Rover-AKs im Bezirk Niederrhein-Süd. Seit 2013 ist Simon Mitglied im Bundesarbeitskreis Ökologie.

 

In der aktuellen mittendrin haben wir den Lebenszyklus von Elektrogeräten und dessen Auswirkungen auf die Umwelt beschrieben. Im Blog-Artikel „Wir fair ist dein Handy?!“ könnt ihr mehr über die Auswirkungen des Lebenszyklus’ von Elektrogeräten auf das Leben von Menschen weltweit erfahren. In diesem Blogbeitrag findet ihr nun Ideen, was ihr mit euren Pfadfindergruppen tun könnt, um mit der Nutzung von Elektrogeräten möglichst wenig Schaden für Mensch und Umwelt anzurichten.

Was können wir als Pfadfinder tun?

Wenn Elektrogeräte über ihren Lebenszyklus so viele Auswirkungen auf die menschliche und natürliche Umwelt haben, was können wir als Pfadfinder dann tun um diese Auswirkung zu minimieren? Keine Elektrogeräte mehr zu kaufen ist keine besonders geistreiche Lösung. Jedoch können wir uns mit dem Thema bewusster beschäftigen, um zu versuchen, die schädlichen Auswirkungen der einzelnen Phasen zu minimieren.

Was jede und jeder einzelne tun kann…

  • Beim Kauf nicht nur auf den günstigsten Preis, sondern auch auf die Haltbarkeit achten.
  • Labels wie ISO14001 oder EMAS garantieren ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem. TCO achtet bei seinen Zertifizierungen u.a. auch auf soziale Verantwortung.
  • Auf den Energieverbrauch achten. Hier ist das EU Energielabel oder der Energy Star hilfreich.
  • Muss es immer das neuste Modell sein? Oder hält euer Handy noch ein paar Jahre, bevor du es entsorgst?
  • Kann das Elektrogerät repariert werden? Wenn ihr das nicht selbst könnt, frag andere Pfadfinder aus euren Stämmen oder schaut mal gemeinsam in einem Repair-Café vorbei!
  • Das Elektrogerät nicht in den Müll werfen, sondern zum Sondermüll/Recycling geben oder wenn es noch funktioniert in einen Second-Hand Laden oder ein Sozialkaufhaus zu bringen, damit andere Personen es noch weiter benutzen können.

Was ihr als Pfadfindergruppe tun könnt…

Macht einen Energie-Check bei euch in den Gruppenräumen, im Gemeindehaus oder bietet euren Familien und Freunden an ihren Haushalt zu prüfen. Dabei hilft euch zum Beispiel die Klimakiste oder die Klima-Agenten.

Veranstaltet als Einstieg in das Thema Handys und Konfliktmineralien einen Filmabend. Empfehlenswert hierfür ist der Film „Blutige Handys“ (Original „Blood in the Mobile“) von Frank Piasechi Poulsen (2010). Diskussionsbedarf im Anschluss garantiert!

Schreibt einen Brief an die Hersteller eurer Mobiltelefone oder unterschreibt bei der Online-Unterschriftenaktion von missio. Das mag euch wie ein sehr kleiner Beitrag vorkommen, aber Hersteller produzieren schließlich das, was die Konsumenten und Konsumentinnen haben wollen. Wollt ihr also, dass sich an der Herstellung eurer Handys etwas ändert, dann lasst die Hersteller das wissen! Dabei zählt jede Stimme.

Startet eine Handysammelaktion in eurem Stamm oder an eurer Schule. Sammelt die nicht mehr zu gebrauchenden Geräte und sendet sie zum Recycling. Ihr könnt sie zum Beispiel einfach zum örtlichen Wertstoffhof bringen, oder Ihr macht mit bei der Althandyinitiative der Deutschen Umwelthilfe. Unter Umständen erhaltet Ihr dort sogar für jedes eingeschickte Althandy Geld für euer aktuelles Projekt! Mehr erfahrt ihr unter www.handysfuerdieumwelt.de.

Hintergrundinformationen

…für Pfadis, Rover und Leiter die es ganz genau wissen wollen ;-)

Wenn du wissen willst, wie umweltfreundlich dein Handyhersteller, deine Computerfirma oder dein Spielkonsolen-Hersteller ist, dann gehe auf die Greenpeace-Website. Auch die Website von Germanwatch liefert regelmäßig interessante Hintergrundinformationen zu Herstellern von Elektorgeräten.

www.suedwind-institut.de

Hier gibt es viele Informationen über Rohstoffe in ihrem entwicklungspolitischen Kontext, zum Beispiel ein Fact-Sheet über die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen. Außerdem könnt ihr eure alten Handys zu Südwind schicken, wenn ihr sichergehen wollt, dass sie verantwortungsvoll recycelt und entsorgt werden!

makeitfair.org

Ein EU-gefördertes, internationales Projekt für ökologisch und fair hergestellte Informationstechnologie. Hier gibt es aktuelle Neuigkeiten zum Thema und zahlreiche Studien, Broschüren und vieles mehr.

www.gesi.org

Die „Global e-Sustainability Initiative” ist ein Zusammenschluss internationaler Hersteller von Informations- und Telekommunikationstechnologie. Sie wollen der Forderung nach mehr Nachhaltigkeit in ihrer Branche nachkommen. Lest nach, wer dahintersteckt, was sie genau wollen und was sie dafür tun.

www.eu-energystar.org

ENERGY STAR ist ein internationales freiwilliges Kennzeichnungsprogramm für Strom sparende Bürogeräte, das 1992 vom US-amerikanischen Umweltbundesamt (EPA) ins Leben gerufen wurde. Durch ein Abkommen mit der US-Regierung nimmt die Europäische Gemeinschaft am ENERGY STAR-Programm teil, soweit sich dieses auf Bürogeräte bezieht.

Die ISO14001 ist eine internationale Norm und legt Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest. Firmen, die nach der ISO14001 zertifiziert sind haben eine Umweltpolitik und entsprechende Zielsetzungen. Dabei halten sie rechtliche Verpflichtungen ein und berücksichtigen wesentliche Umweltaspekte ihrer Produktionsstätten und Produkte

www.emas.de

EMAS steht für Eco-Management and Audit Scheme und ist ein freiwilliges Instrument der Europäischen Union. Es soll Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Branche dabei unterstützen, ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Firmen, die ein EMAS-Zertifikat vorzeigen können haben ihre Umweltleistung, sprich die Auswirkungen ihrer Produktion und Produkte auf die Umwelt, in der sogenannten Umwelterklärung öffentlich zur Verfügung gestellt. Meistens können Umwelterklärungen von den Webseiten der zertifizierten Firmen kostenlos heruntergeladen werden.

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One Response

  1. Kaddi

    26. Juli 2014: Eine spannende Reportage zum Thema wurde im Magazin "Panorama" gezeigt: http://youtu.be/aBNLMkCUlJ0 (vom Team von "Follow the money"). 30min, die sich wirklich lohnen!