Nachhaltige Mobilität

Erschienen am 7. August 2014 in Ökologie

Simon Weihofen

Simon Weihofen

Simon ist seit den Wölflingen Mitglied in der DPSG. Er war Gruppenkind und Leiter im Stamm Phoenix St. Anna Rheinberg und Mitglied des Rover-AKs im Bezirk Niederrhein-Süd. Seit 2013 ist Simon Mitglied im Bundesarbeitskreis Ökologie.

 
CO2-Emissionen der Verkerhsmittel

Entnommen der Broschüre „Klimabewusste unterwegs“, Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.
Klimakampagne „für mich. für dich. fürs klima.“

Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder sind wir viel unterwegs. Wir fahren ins Sommerlager, über Pfingsten nach Westernohe oder mit der Gruppe übers Wochenende zelten. Wenn wir dabei nicht gerade zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, belasten wir dabei leider die Umwelt. Je nachdem, welches Verkehrsmittel wir wählen, kommen so einige Kilogramm CO2 pro Person zusammen. Laut einer Studie des Verkehrsclub Deutschland (VCD), verursacht das Flugzeug die meisten CO2 –Emissionen. Mit dem Bus hingegen kann man am umweltfreundlichsten Reisen.

Auf www.carbonfootprint.com könnt ihr schnell und einfach euren eigenen CO2-Fußabdruck für eure täglichen Wege berechnen. Zwar könnt ihr darauf achten, möglichst unnötige Wege zu vermeiden, aber trotzdem muss jeder Mensch mobil sein. Nicht unterwegs zu sein kommt für einen Pfadfinder schließlich nicht in Frage. Auf die CO2-Emissionen zu verweisen wäre ebenfalls zu einfach, da das Thema nachhaltige Mobilität erheblich mehr umfasst, als lediglich die ökologische Komponente in Form von Umweltbelastung.

Was heißt eigentlich nachhaltige Mobilität?

Beim Thema Nachhaltigkeit wird immer gerne auf den sogenannten Brundtland-Bericht aus dem Jahre 1987 verwiesen. Dieser Bericht, der als Ergebnis der UN Weltkommission für Umwelt und Entwicklung veröffentlicht wurde, definiert nachhaltige Entwicklung als die Fähigkeit, dass zukünftige Generationen die Möglichkeit haben, die gleichen Bedürfnisse befriedigen zu können, wie heutige Generationen.

Bezogen auf das Thema der nachhaltigen Mobilität heißt das, dass zukünftige Generationen ebenso das Recht auf Mobilität haben, wie die heutige Generation. Das erscheint vielen von uns nur als sozial und gerecht. Warum sollten zukünftige Generationen nicht mehr mit dem Auto fahren dürfen oder können, nur weil unsere Generation sich der Konsequenzen des eigenen Handels nicht bewusst werden wollte?

Beim Pfadfinden gehen wir natürlich mit gutem Beispiel voran. Schließlich arbeiten wir aktiv daran, die Welt ein bisschen besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben.

Wie können wir nachhaltig unterwegs sein?

In Diskussionen über Nachhaltigkeit wird häufig auf die drei Säulen Ökonomie, Ökologie und soziale Verantwortung verwiesen. Auch wenn dieses Bild bereits aus der Mode zu sein droht, verwende ich es immer wieder gerne, um Debatten zu strukturieren. Es zeigt vor allem , dass der oben genannte CO2-Rechner nur die ökologische Säule bedient.

Oft kommen weitere Probleme hinzu. Schlechte Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr zwingen uns oft das ökologisch schlechtere Verkehrsmittel zu benutzen. Hinzu kommt, dass die Anreise mit dem Auto laut einer Studie oft günstiger ist, als mit der Bahn. Eine Möglichkeit wäre es, die entstandenen CO2-Emissionen zu kompensieren, aber auch hier entstehen Kosten, die das Reisen eventuelle zu teuer für einige Pfadfinderinnen und Pfadfinder machen würde. Es wäre also eine wenig soziale Reise, da wir Kinder und Jugendliche ausschließen würden, die sich diese Reise nicht leisten könnten. Als Konsequenz haben wir also einen handfesten Konflikt zwischen den drei Säulen der Nachhaltigkeit.

Wie kann man solche Konflikte auflösen?

Oft hilft es schon, wenn man sich klar macht, dass nur in den seltensten Fällen eine wirklich perfekte nachhaltige Lösung gefunden werden kann. Wir können nicht immer nachhaltig mobil sein. Das heißt jedoch im Umkehrschluss nicht, dass wir es nicht zumindest versuchen sollten. Schließlich haben wir auch eine Verantwortung den zukünftigen Generationen gegenüber.

In den meisten Fällen, müssen wir also Kompromisse zwischen den drei Säulen eingehen. Diese Kompromisse können wir nur finden, indem wir in der Gruppe darüber diskutieren. Um jedoch gut diskutieren zu können, möchte ich euch ein paar Eckdaten an die Hand geben. Die Daten der anfangs erwähnten VCD-Studie vergleichen Distanz, Kosten, Zeit und den CO2-Ausstoß verschiedener Verkehrsmittel:

 

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Quelle: VCD; Entnommen der Broschüre „Klimabewusste unterwegs“, Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.
Klimakampagne „für mich. für dich. fürs klima.“

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Entnommen der Broschüre „Klimabewusste unterwegs“, Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.
Klimakampagne „für mich. für dich. fürs klima.“

Fazit

Das wir als Pfadfinderinnen und Pfadfinder gerne Vorbilder in Sachen nachhaltiger Mobilität sein wollen, steht außer Frage. Schließlich übernehmen wir Verantwortung und stellen somit sicher, dass auch zukünftige Generationen das gleiche Recht auf Mobilität haben wie unsere heutige Generation. Allerdings stoßen wir auf der Suche nach nachhaltigen Mobilitätslösungen immer wieder auf Konflikte zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten. Wir müssen uns also bewusst werden, dass es nur selten perfekte Lösungen gibt. Vielmehr bedeutet nachhaltig unterwegs sein, bewusst Kompromisse einzugehen, um so auf der einen Seite allen Teilnehmenden die Reise zu ermöglichen, aber auch möglichst wenig die Umwelt zu belasten.

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