Wenn Pfadfinden in die Schule kommt – ein Bericht aus Halle (Saale)

Erschienen am 12. September 2014 in Aufbauarbeit leisten

Jan Sommer

Jan Sommer

Jan Sommer baut seit 2010 als Referent der Bundesleitung neue Gruppen in der Region Halle-Leipzig auf. Er findet, dass noch viel mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit zum Pfadfinden haben sollten.

 

Letzte Woche hat im Diözesanverband Magdeburg die Schule wieder begonnen, ein bisschen auch für mich. Denn ich leite seit gut drei Jahren das Projekt zur Kooperation mit einer Ganztagsschule. Und so gibt es viel zu besprechen: Mit der Schule über die Größe und den Zeitpunkt der Gruppenstunden (wir nennen es Pfadfinder-Arbeitsgemeinschaft) und mit den Leiterinnen und Leitern des Stammes Phönix Halle die Zusammensetzung der Leitungsteams und der Planung der Inhalte.

Teil des Stammes

Die beiden Gruppen an der Sankt-Mauritius Sekundarschule sind übrigens Teil des Stammes, genauso wie ihre Leiterinnen und Leiter. Und die Gruppenstunden unterscheiden sich inhaltlich kaum von denen einer Gruppe in einer Gemeinde, hier haben wir die Hoheit und die Schule mischt sich nicht ein. Organisatorisch müssen wir uns natürlich abstimmen, da kann es auch mal zu Auseinandersetzungen z. B. über den passenden Tag kommen. Denn Kulturell treffen hier die hauptberuflich und hierarchisch organisierte Schule auf die von Ehrenamt und Freiwilligkeit geprägte Jugendverbandsarbeit, da mussten wir erstmal einen Weg finden. Genauso wie für das Problem, Ehrenamtliche am frühen Nachmittag zu haben. Das geht in Halle aufgrund der großen Studierendenzahl aber recht gut.

Viele Kinder erreicht

Im Sommerlager und am Stammeswochenende gibt es dann keine Unterschiede zwischen den Wölflings- und Jupfigruppen aus der Schule und der Pfadigruppe, die in einer Gemeinde stattfindet. Und zum Aufbau des Stammes in Halle haben die AGs an der Schule einen entschiedenen Beitrag geleistet. Wir konnten dadurch einfacher Kinder fürs Pfadfinden begeistern und mehr Milieus erreichen. In der Diasporasitaution in Halle – wir sprechen von 3 % Katholiken – ist katholisch nicht gerade ein Werbeargument.

Kooperation möglich

Fragt man mich nach dem Erfolg der Zusammenarbeit muss ich sagen: Es geht, Pfadfinden und Schule können kooperieren, das haben wir für eine Stadt gezeigt. Grundsätzlich scheint eine Kooperation also möglich, wenn beide Seiten das wollen. Für die Kinder lohnt es sich, sich auf den Weg zu machen. Alles andere ist eine politische Entscheidung.

Weitere Infos
DPSG Stamm Phönix Halle auf facebook
Sankt-Mauritius Sekundarschule: www.sms-halle.de
DPSG Projektbüro Halle / Leipzig auf dpsg.de
Interview „Schulfach Pfadfinden“ in der mittendrin 4|2013

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2 Responses

  1. Reitberger Helmut

    12. September 2014: Ich finde Eure Pfadiarbeit in der Schule hervorragend. Das wird in vielen Städten und Gemeinden die Zukunft sein, denn die Ganztagesschule reduziert die frei verfügbare Zeit für Kinder und Jugendliche in erheblichem Umfang. Mich würden die Konzepte der "schulischen Pfadfinderarbeit" noch näher interessieren.

     
  2. 5 Jahre Projektbüro Halle/Leipzig « blog.dpsg.de

    1. Dezember 2015: […] Informationen auf der Projektseite auf dpsg.de und in den Blogartikeln zu Schule und […]