Wölflinge und das Messer

Erschienen am 18. März 2015 in Gruppenstunde & Lager

Matthias Reiter

Matthias Reiter

Matthias Reiter ist Mitglied im Bundesarbeitskreis Wölflingsstufe und war zuvor Diözesanvorsitzender in der Diözese Augsburg und Mitglied in den orangen Bezirks- und Diözesanarbeitskreisen.

 

Dürfen Wölflinge alleine schnitzen oder nur unter Aufsicht? Mit dieser Frage beschäftigen sich regelmäßig Leiterinnen und Leiter der Wölflingsstufe vor einem Lager. In der Wölflingsstufe werden die Kinder an grundlegende Pfadfindertechniken herangeführt – unterliegen aber als Gruppe gleichzeitig dem Spannungsfeld erfahrener und neuer Wölflinge. Das Dilemma der Leiterinnen und Leiter liegt hier in der Abwägung der Vor- und Nachteile im Umgang der Wölflinge mit dem Messer.

Ein möglicher Ausweg aus dem Dilemma, dass die Wölflinge durch unsachgemäße Handhabung des Messers Verletzungen erleiden – aber dennoch ihnen das Gefühl zu geben, dass sie ernst genommen werden und ihnen Vertrauen entgegenzubringen, kann der Messerführerschein sein. Diesen findet ihr auch in den Wölflingsseiten der neuen mittendrin-Ausgabe 1-2015, die kommende Woche alle DPSG-Mitglieder erreicht. Damit können Wölflinge die grundlegenden Regeln im Rahmen einer Gruppenstunde erlernen und die Leiterinnen und Leiter können beruhigter mit der Thematik umgehen, im Wissen, dass die Wölflinge aufgeklärt sind.
Gegenüber den Eltern bietet der Führerschein auch einen Nachweis und somit die Sicherheit, dass die Wölflinge die wichtigen Regeln verstanden und erlernt haben.

Den Messerführerschein könnt ihr hier herunterladen und für eure Gruppenstunde oder das Lager nutzen. Mehr Infos dazu findet ihr auch in der mittendrin.

Auf dem Lager ist es dennoch sinnvoll beispielsweise an der Lagerfeuerstelle einen gemeinsamen Start im Umgang mit dem Messer zu setzen. Dort kann die Leiterin oder der Leiter erneut überprüfen, ob alle Wölflinge die Regeln beherzigen. Gleichzeitig wird das Vertrauensverhältnis zwischen Leiterinnen und Leitern und Kinder gestärkt, da sich die Wölflinge ernstgenommen fühlen.

Bei aller Vorsicht sollte dennoch immer ein Päckchen Pflaster parat liegen.

Mehr zu diesem Thema findet ihr in der kommenden Ausgabe der mittendrin. Der Artikel wurde im Bundesarbeitskreis Wölflingsstufe erstellt.

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4 Responses

  1. Birgit Korte

    18. März 2015: Bei uns dürfen alle Kinder schnitzen die einen Messerführerschein haben. Ich finde man kann nicht früh genug damit anfangen den Kindern den Umgang mit einem Fahrten- bzw. Taschenmesser näherzubringen. Man kann die Kinder weder vor allem schützen noch alle Messer von ihnen fernhalten. Wenn sie dann dochmal unberechtigerweise eins in die Finger bekommen kennen sie zumindest die Gefahren und können damit umgehen. Das finde ich besser als es zu verbieten, denn was verboten ist macht Angst bzw erst recht neugierig.

     
  2. Daniel

    24. Juni 2015: Danke für die Vorlage :) Freue mich jetzt schon die Prüfung im SoLa abzunhemen und dann gemeinsam zu Schnitzen. Wie wäre es noch mit einer Art "Beil-Führerschein" (natürlich erst ab Juffi oder Pfadi Alter)?

     
  3. Wolf

    9. November 2015: Auch danke für die Vorlage, bin auch der Meinung das man Kindern nach Einweisung in das Thema ein Messer anvertrauen kann. Verletzungen kann man nie ausschließen - aber minimieren durch Schulung der wichtigsten Regeln.

     
  4. Survival Messer

    9. Februar 2016: Hallo. Vielen Dank für den interessanten Artikel. Die Idee mit dem Messerführerschein finde ich sehr gut. Grundsätzlich bin ich immer für frühe Selbständigkeit der Kinder, und der Umgang mit dem Messer (bzw. anderen scharfen Werkzeugen) gehört einfach dazu. Allerdings bin ich hier doch vorsichtiger als in anderen Bereichen, denn mit einem Messer kann man sich halt sehr schnell sehr böse verletzen. Deshalb nehme ich mir viel Zeit um Kindern den Umgang mit dem Messer beizubringen. Aber wichtig ist es auf jeden Fall. Freundliche Grüße, Junas