Kandidatin zur Bundeskuratin – Martina Fornet Ponse

Erschienen am 28. April 2015 in Am Lagerfeuer mit...

Wahlausschuss

Der Wahlausschuss suchte für die Bundesversammlung 2017 Kandidatinnen für das Amt der Bundesvorsitzende. Für den Blog hat er die Kandidatin interviewt.

 

In dieser Woche stellen sich im Blog die Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl des Bundesvorstandes vor. Der Wahlausschuss hat sie für euch interviewt. Ihr seid herzliche eingeladen unter den jeweiligen Beiträgen eigene Fragen zu stellen.

Wer bist du und für welches Amt kandidierst du?

Mein Name ist Martina Fornet Ponse. Ich bin 31 Jahre alt, wohne in Hildesheim und bin seit 1991 Pfadfinderin in der PSG. Ich kandidiere für das Amt der DPSG-Bundeskuratin.

Wie ist dein beruflicher Werdegang?

Ich habe Theologie neben Geschichte und Spanisch an der Universität Freiburg studiert. Zurzeit promoviere ich in Theologie zu Fragen von Macht und Ohnmacht in der Gottesrede und hoffe, die Arbeit im Sommer 2015 abgeben zu können. Darüber hinaus habe ich in meinem Studium Tage (religiöser) Orientierung in den Bistümern Freiburg und Hildesheim mit ganz verschiedenen Teams und unterschiedlichen Schularten geleitet. In den letzten zwei Jahren habe ich außerdem eine Ausbildung zur Referentin für Sexualpädagogik in Hildesheim gemacht.

Welche Erfahrungen hast du bisher in einem Jugendverband gesammelt? 

Ich war in der PSG:
Gruppenleiterin (Wichtel) – Stammesvorsitzende – Diözesanvorsitzende (DV Freiburg) – PSG-Bundesleitung – PSG-Bundeskuratin (seit 2011)

Gemeinsam mit der DPSG oder in der DPSG habe ich bisher gemacht:
Landesjamboree 2007 – Pfingsten in Westernohe – AG Friedenspädagogik – Advents-/Fastenimpulse – Bundeskuratentreffen – ALT 2014 – Akela 2014

Welche Erfahrung beziehungsweise Aufgaben in deinen bisherigen Ämtern haben dich besonders auf ein mögliches Vorstandsamt vorbereitet?

Ich bin seit mehr als 20 Jahren Pfadfinderin. Bei den Pfadfindern habe ich viele tolle Menschen kennen lernen dürfen und neben Feuer machen viele ganz wichtige Dinge für mein Leben gelernt. Ich konnte als Pfadfinderin in der PSG und besonders in meinem Amt als PSG-Bundeskuratin zahlreiche Erfahrungen im spirituellen, kirchenpolitischen und theologischen Feld der Pfadfinderei sammeln. Ich kenne die Herausforderungen sowie Themen des Amtes auf Bundesebene und konnte mir in den letzten Jahren ein gutes Netzwerk in Jugendverbandsarbeit und Kirche aufbauen. In den letzten vier Jahren konnte ich darüber hinaus sowohl vielfältige Erfahrungen in der Leitung einer Bundesgeschäftsstelle als auch bei der Realisierung bundesweiter Aktionen sammeln, wie zum Beispiel dem PSG-Bundeslager 2012.

Warum möchtest du DPSG-Bundeskuratin werden?

Die wertschätzende und zukunftsorientierte Haltung der DPSG einerseits und der Wunsch nach Innovation und kritischer Reflektion auf der anderen Seite begeistern mich. Die DPSG-Verbandskultur konnte ich in den letzten Jahren im Rahmen verschiedener Projekte (u.a. AG Friedenspädagogik, Akela 2014) intensiv kennenlernen und habe mich immer sehr wohl gefühlt. Dabei spricht mich das starke theologisch-spirituelle Profil der DPSG besonders an. Ich glaube, dass der Verband hier einen einzigartigen Schatz hat, den ich gerne weiter prägen und in die Zukunft tragen möchte. Das Amt der DPSG-Bundeskuratin bietet für mich die gelungene Verbindung aus theologisch-spiritueller Arbeit sowie der Leitung eines spannenden Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbandes. Ich freue mich auf die Menschen und Themen der DPSG sowie das gemeinsame Unterwegssein!

Was sagen Menschen, die dich gut kennen, zu der Frage warum du für dieses Amt geeignet bist?

Wenn ich mit anderen Menschen über meine Kandidatur spreche, sagen sie oft, dass ich viel mitbringe, was für das Amt der DPSG-Bundeskuratin notwendig ist. Ich mag andere Menschen und setze mich gerne mit ihnen auseinander. Dabei habe ich immer ein offenes Ohr für konstruktive Kritik und bin bereit, meinen eigenen Standpunkt zu verändern. Dazu gehört für mich auch, mit anderen Menschen über meinen Glauben und meine Kirche ins Gespräch zu kommen. So gemeinsam – vor allem mit den Pfadfindern – unterwegs und anderen Menschen nahe zu sein, ist für mich ein großes Geschenk.

Wenn Ihr mit anderen Menschen über mich sprecht, würden sie wahrscheinlich sagen, dass ich gerne Verantwortung übernehme und sie sich dann voll und ganz auf mich verlassen können. Dabei treffe ich gerne Entscheidungen und bin bereit, schwierige Wege zu gehen, wenn ich von einer Sache überzeugt bin. Ich kann andere von meiner Position mit guten Argumenten überzeugen und mich für Vieles Begeistern. Dabei stecke ich andere immer wieder mit meiner Begeisterung an. Ich habe schon früh einen starken Sinn für Gerechtigkeit entwickelt. Deshalb setze ich mich gerne für die Anliegen anderer Menschen ein, sei es in meiner direkten Umgebung und in politischen Themenfeldern.

Welche drei Themen muss die DPSG deiner Meinung nach unbedingt angehen?

Die DPSG als missionarischer Verband!
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen häufig ihre einzigen oder besonders prägenden Erfahrungen mit Kirche und Glauben innerhalb der DPSG. Diese Mission des Verbandes möchte ich noch weiter ausbauen, auf ihre Wirksamkeit hin befragen und die eigenen Ansprüche immer wieder hinterfragen. Erste Ansatzpunkte sehe ich darin, die Ausbildung von Kuratinnen und Kuraten zu überarbeiten sowie Leiterinnen und Leiter in diesem Themenfeld zu stärken.
Missionarisches Handeln geht aber nicht nur nach innen, sondern braucht für mich gleichermaßen eine profilierte Vertretung nach Außen, die deutlich macht, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der DPSG einzigartige Erfahrungen mit ihrem Glauben und der Kirche machen. Damit dies weiterhin gut gelingen kann, braucht die DPSG eine gute personelle und finanzielle Ausstattung, für die ich mich gerne mit ganzer Kraft einsetze.

Für eine moderne und wertschätzende Sexualpädagogik!
Die DPSG hat in den letzten Jahren viel Zeit und Energie in die Prävention, nicht nur von sexualisierter Gewalt, investiert, und jetzt gilt es hier einen weiteren, positiven Schritt zu gehen. Kinder und Jugendliche wachsen in der DPSG auf und dazu gehört auch, eine reflektierte Sexualität zu entwickeln. Ich glaube, dass der Verband basierend auf dem christlichen und pfadfinderischen Menschenbild einen wertvollen Beitrag zu einer gelungenen sexuellen Entwicklung leisten kann, die die Potentiale aller in den Blick nimmt.

Der Bundesverband als Dienstleister im theologischen, spirituellen und kirchenpolitischen Feld!
Dies bedeutet für mich, Entwicklungen in Theologie und Kirche in Deutschland im Blick zu haben, für die Stufen und Diözesen aufzubereiten und damit neue wegweisende Impulse innerhalb des Verbandes zu setzen. Hier freut mich besonders das neue Schwerpunktthema der Pfadistufe, die ich sehr gerne tatkräftig unterstützen möchte. Darüber hinaus beinhaltet das Thema Dienstleitung die konkrete und vielfältige Unterstützung sowohl von Kuratinnen und Kuraten als auch von Leiterinnen und Leitern für ihre Arbeit mit Pfadfinderinnen und Pfadfindern auf den verschiedenen Ebenen.

Was möchtest du am Ende einer Amtszeit konkret erreicht haben – im Großen wie im Kleinen?

Wenn ich an den Sommer 2018 und die DPSG denke, gibt es viele Kuratinnen und Kuraten auf allen Ebenen des Verbandes. In der Bundesleitung sind motivierte und spannende Stufenkuratinnen und -kuraten, die Pfadfinderinnen und Pfadfinder des Verbandes mit ihrem Glauben begeistern. Außerdem gibt es in den Stämmen und Bezirken viele gut ausgebildete ehrenamtliche Kuratinnen und Kuraten, die die Bedürfnisse ihrer Gruppen gut im Blick haben. Die DPSG ist weiterhin ein wichtiger Player in der Jugendpastoral der deutschen Diözesen, deshalb gibt es möglichst in jedem Bistum aus dem Stellenplan des Bistums einen Kuraten oder eine Kuratin für den DPSG-Diözesanverband und der Verband überzeugt mit innovativen Projekte. Außerdem gibt es verschiedene interaktive Materialien zum Thema Glaube und Kirche für die verschiedenen Stufen sowie Leiterinnen und Leiter. Vor diesem Hintergrund fällt es vielen noch leichter, das Thema anzupacken und in den Gruppenstunden, auf Fahrten und Lagern umzusetzen. Außerdem wurde die Theologie der Verbände durch ein breit aufgestelltes Beteiligungsprojekt für alle in der DPSG greifbar und es konnten bereits viele gute Gespräche mit den Bistumsleitungen geführt werden. In diesem Zuge wurde auch ein pfadfinderisches Konzept für Sakramentenpastoral in der DPSG entwickelt.

Neben einem pädagogisch hochwertigen und heißbegehrten Freiwilligendienst gibt es zahlreiche junge Menschen aus diesen Ländern und Projekten, die mit Hilfe der DPSG in Deutschland einen Reverse-Freiwilligendienst absolvieren. Die Diözesanverbände, die diesen Dienst anbieten, sind gut untereinander vernetzt und entwickeln ihr pädagogisches Programm stets weiter. Des Weiteren haben sie schon viel von ihren Freiwilligen gelernt und ihr Handeln darauf hin verändert. Dieses Projekt ist eine wirkliche Bereicherung für die DPSG.

Die DPSG ist ein profilierter und engagierter Partner im ökumenischen und interreligiösen Dialog. Sie hat 2017 gemeinsam mit den Ringverbänden mit vielen spannenden Projekten und Gottesdiensten das Reformationsgedenken gefeiert und ist Partner in einem gelungenen Tandemprojekt zusammen mit dem Bund muslimischer Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BMPPD).

Die DPSG hat im ganzen Bundesgebiet den Prozess „DPSG im Wandel“ gut implementiert, viele neue Siedlungen gegründet und freie Gruppen in den Gemeinden motiviert, DPSG zu werden. Die Grundlage dafür war die gelungene Stärkung und Gewinnung von Leiterinnen und Leitern, die Motivation von Engagierten in den Kirchengemeinden und der ehrenamtsfreie Nachmittag in ganz Deutschland.

Und ich? Ich sitze an einem Lagerfeuer und blicke zufrieden und erfüllt von vielen Begegnungen auf die vergangenen 3 Jahre zurück!

 

 

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15 Responses

  1. Kurt C. Hose

    28. April 2015: Du bist ja zur Zeit noch Bundeskuratin der psg. Da ich vermute das das ein ehrenamtliches Amt ist, habe ich die Frage ob du das im Falle einer Wahl weitermachst oder nicht? Und die für mich als Twitter-Mensch wichtige Frage, wärst du als Kuratin bereit dir einen Twitter-Account zu zu legen? Dein Mitvorstand wäre dir dabei dann bestimmt auch behilflich.

     
  2. Martina Fornet Ponse

    Martina Fornet Ponse

    28. April 2015: Lieber Kurt, das Amt der PSG Bundeskuratin ist ein Hauptamt, dass ich zum 30. Juni 2015 niederlegen werde. Einen Twitter-Account habe ich schon ein bisschen länger. Du findest mich unter: @mafornetp Als DPSG-Bundeskuratin würde ich ihn mit Sicherheit mehr nutzen und euch zeigen, was ich so mache ;-)

     
  3. Agga

    28. April 2015: Hallo Martina, mich interessiert, was für Dich die moderne Sexualpädagogik ausmacht (Methoden, Inhalte, Ziele,...) und inwiefern die (Deine)Theologie damit vereinbar ist/ welche Schnittmengen hat (Spannungsfeld "Sexualität als Lustempfinden" - "Sexualität als Fortpflanzung"). Grüne Grüße :-)

     
  4. Fritzi Frank

    28. April 2015: Hallo Martina, wie kommt es, dass du das Amt der PSG Bundeskuratin ablegst, und statt dessen zur DPSG wechseln möchtest?

     
  5. Thomas

    29. April 2015: Hallo Martina, danke für die Vorstellung. War dir bei deiner PSG-Wiederwahl 2014 schon klar, dass du dieses Jahr hier kandidierst? Gehen Amtsträger mit der Wahl nicht eine moralische Verpflichtung für ihre Amtszeit ein?

     
  6. Lukas

    29. April 2015: Immer wieder erlebe ich in meiner Leiterrunde das Bedürfnis nach Spiritualität und gleichzeitig deutliche Ablehnung jeglichem Zusammenwirken mit der katholischen Kirche / der Gemeinde vor Ort gegenüber. Welche Möglichkeiten des Umgangs siehst du mit dieser Spannung?

     
  7. Martina Fornet Ponse

    Martina Fornet Ponse

    29. April 2015: @Thomas: mir war bei meiner Wiederwahl auf der letzten Bundesversammlung überhaupt nicht klar, dass meine Zeit in der PSG so schnell zu Ende gehen wird. Wäre das klar gewesen, hätte ich mich nicht zwangsläufig für eine erneute Kandidatur entschieden. Grundsätzlich würde ich dir zustimmen, dass es eine moralische Verpflichtung für eine ganze Amtszeit gibt. Ich glaube aber auch, dass es Situationen gibt in denen eine andere Entscheidung getroffen werden muss, aus privaten oder beruflichen Gründen. Dabei ist mir wichtig, dass alle Menschen, die davon betroffen sind, rechtzeitig und gut zu informieren.

     
  8. Martina Fornet Ponse

    Martina Fornet Ponse

    29. April 2015: @Lukas: ich habe diese Erfahrung auch schon oft gemacht und es ist nicht einfach damit um zu gehen. Als ersten Schritt fände ich es gut herauszufinden woher diese Spannungen kommen? Kommt euer Stamm nicht mit dem Pfarrer oder anderen Mitarbeitenden zurecht? Sind andere Menschen aus der Gemeinde an der schlechten Stimmung beteiligt? Oder ist es die katholische Kirch als Ganzes/als Insitution? Dann sehe ich zwei Wege: Wenn es um Menschen aus der Gemeinde geht, würde ich das klärende Gespräch suchen und vielleicht lassen sich ja manche Unstimmigkeiten ausräumen oder einen Weg finden in der Distanz gut miteinander auszukommen. Hier ist es auch hilfreich zu klären, ob der Pfarrer das Amt des Kuraten nur auf dem Papier hat und wenn ja, wer aus dem Stamm (mit Kuratenausbildung) sich vorstellen kann diese Aufgabe zu übernehmen. Wenn das Problem bei katholischer Kirche als Ganzes oder als Institution liegt, fände ich es gut, wenn ihr euch Unterstützung holt und einen Weg findet dennoch euren Glauben und eure Spiritualität im Stamm lebendig zu leben. Mir fallen da ehrenamtliche Kuraten aus dem Verband ein, talentierten Menschen aus eurem Bezirk oder andere theologisch fitte Menschen in eurer Umgebung. Meiner Erfahrung nach ist es in solchen Fällen gut, die Dinge in den Blick zu nehmen, die euch im Glauben weiterbringen und sich nicht ständig an Problemen aufzureiben. Sucht eure Orte und Personen mit denen ihr eure pfadfinderische Spiritualität leben wollt! Hin und wieder ist es aber auch gut, sich mit den schwierigen Seiten von katholischer Kirche auseinander zu setzen und im Gespräch zu bleiben. Ihr müsst herausfinden, wie das für euch möglich ist.

     
  9. Martina Fornet Ponse

    Martina Fornet Ponse

    29. April 2015: @Agga: Ich glaube, dass eine moderne und wertschätzende Sexualpädagogik Pfadfinderinnen und Pfadfinder, mit allem was sie mitbringen, in den Mittelpunkt stellen und ernst nehmen muss. Was die Ziele oder auch meine Haltung angeht möchte ich gerne vermitteln, dass Sexualität etwas großartiges, von Gott gewolltes und Vielfältiges ist, das es sich lohnt zu entdecken, zu entwickeln und zu leben. Bei den Inhalten sind mir unter anderem Themen wie die eigene Körperwahrnehmung, ein Gefühl für Nähe und Distanz, sexuelle Entwicklung und Aufklärung, Beziehungs- und Lebensgestaltung und Prävention wichtig. Bei den Methoden gilt es den Rahmen und die Gruppe gut in den Blick zu nehmen. Wo und in welchem Zeitrahmen finden die Methoden statt? Welches Alter hat die Gruppe? Was sind die Themen und Erfahrungen der Gruppe? Welche Themen sind in der Gruppe gerade dran? Eine gelungene Methodensammlung dazu finde ich die Erste Allgemeine Verunsicherung von der KjG: http://kjg.de/index.php?id=43&prod=250&cat=5 Mir ist durchaus bewusst, dass dieses Thema in der katholischen Kirche sehr von Konflikten geprägt ist. Ich finde aber auch, dass sich dabei um einen wesentlichen Lebensbereich der Menschen handelt, bei dem es sich die Kirche und auch die DPSG nicht leisten kann, nichts dazu zu sagen. Wir wollen ein gutes Aufwachsen für Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Deutschland ermöglichen, dann müssen wir uns mit dem ganzen Thema auseinandersetzen und können uns auch nicht nur auf die „schönen Dinge“ wie Beziehungsgestaltung zurückziehen. Darüber hinaus bin ich der Ansicht, dass Sexualität als Geschenk Gottes mehrere Dimensionen, wie die Lust oder die Stärkung der Beziehung hat und nicht ausschließlich der Fortpflanzung dient. Deshalb muss es gerade für jungen Menschen die Möglichkeit geben sich auszuprobieren, zu lernen und reflektierte Entscheidungen zu treffen, natürlich auf der Basis von christlichen Werten und dem Respekt vor der anderen Person. Ich weiß, dass dies nicht in allen Punkten der gängigen katholischen Lehre entspricht und das finde ich an vielen Stellen auch schwierig. Aber wenn ich die Bedürfnisse von jungen Menschen ernst nehme und an einen Gott glauben will, dem nichts Menschliches fremd ist und der das Leben in Fülle für alle Menschen will, dann kann ich keine andere Haltung einnehmen.

     
  10. Martina Fornet Ponse

    Martina Fornet Ponse

    30. April 2015: Liebe Fritzi, das ist auch für mich eine wirklich spannende Frage ;-) In meinem ganzen Entscheidungsprozess war für mich wichtig, dass ich mich nicht gegen die PSG entscheid, sondern die positive Entscheidung für die DPSG treffe! Ich bin seit über 20 Jahren Pfadfinderin und dabei ist meine ganz persönliche Geschichte mit der DPSG auch schon länger. Den ersten Kontakt hatte ich in der Projektleitung des Landesjamboree 2007, einem Sommerlager für 6500 Pfadfinderinnen und Pfadfinder von 5 Verbänden zu 100 Jahre Pfadfinden. Schon hier hat mich die Vielfaltin der DPSG , die selbstverständliche Spiritualität und das wahnsinnige Engagement beeindruckt. Geht nicht, gab es damals fast nicht. Dazu kam, dass wir uns immer sehr intensiv miteinander auseinandergesetzt haben, was meistens konstruktiv war und wir uns danach immer noch gut als Menschen begegnen konnten. Diese direkte Art der Auseinandersetzung schätze sich sehr. In meiner weiteren ehren- und hauptamtlichen Zeit in der PSG sind mir die guten und engen Kontakte zur DPSG erhalten geblieben. Ich durfte an vielen Stellen weitere Einblicke in den Verband bekommen, manches Mitgestalten, wie die Advents- und Fastenimpulse oder den Gottesdienst Pfingsten in Westernohe. Im März 2014 habe ich schließlich den ALT gemacht, was mich persönlich und der hohen Qualität der Ausbildung tiefbeeindruckt hat. Ich freue mich hier wahnsinnig auf die Themen und die Menschen in der DPSG. Ich schätz die Themenvielfalt, die zukunftsorienterte und wertschätzende Haltung des Verbandes und als Theologin natürlich das starke theologische Profil des Verbandes. Nicht zuletzt mag ich die Menschen, die mich immer selbstverständlich aufgenommen haben und mir in der DPSG schnell eine Heimat geboten haben. Ich habe in den letzten Monaten gemerkt, dass es für mich Zeit für eine Veränderung ist, aber auch, dass ich für die Pfadfinderei brenne und mich hier weiter mit Leib und Seele engagieren möchte. Hier freue ich mich auf die neuen Herausforderungen durch die DPSG und alles was wir gemeinsam erreichen können! Gut Pfad!

     
  11. Achim Köhler

    30. April 2015: Hallo Martina. Das Amt des DPSG Bundeskuraten wurde bis 2010 von einem Priester ausgefüllt; erst seit einer Erklärung der deutschen Bischöfe wurde das Amt für andere qualifizierte Theologinnen und Theologen geöffnet. Welche Chance siehst Du darin, dass eine Gemeinde wie die DPSG mit etwa 70.000 Gemeindemitgliedern in Zukunft durch Getaufte und Gefirmte mit entsprechender theologischer Ausbildung geleitet werden kann? Inwiefern wird DPSG dadurch (noch einmal mehr) für Dich zur Avantgarde in der Kirche? Welche Nachteile siehst Du für die DPSG in einer Kirche, deren Entscheidungsträger leider immer noch an vielen Stellen Priester sind, die es anderen Priestern oft leichter machen, mit ihren Anliegen gehört zu werden? Gut Pfad

     
  12. Martina Fornet Ponse

    Martina Fornet Ponse

    1. Mai 2015: Lieber Achim, in einer Gemeindeleitung durch getaufte und gefirmte Laien mit theologischer Ausbildung sehe ich die Chance, dass unterschiedliche Charismen in der Kirche auch in Leitung zum Tragen kommen. Dann ist mit Sicherheit vieles anders, Dinge müssen neu bedacht und ausgehandelt werden, aber es bietet auch die Chance gemeinsam neue Wege zu gehen. Dabei müssen neue Wege für die Zusammenarbeit von Priestern und Laien gefunden werden. Darüber hinaus finde ich es einen wichtigen Anstoß um über das Priesteramt neu nachzudenken. Wenn die DPSG einen Laien oder eine Laiin in das Leitungsamt wählt, wird sie zur kirchlichen Avantgard in dem sie ganz praktisch zeigt, dass Gemeindeleitung durch Laien sehr gut funktionieren kann. Sollte eine Frau in das Amt der Bundeskuratin gewählt werden wird dieser Effekt noch größer, denn die Bischöfe haben sich darauf verständigt in den kommenden Jahren 1/3 ihrer mittleren und obere Leitungsebene mit Frauen zu besetzen. Das Amt des Bundeskuraten/der Bundeskuratin zählt für mich auf jeden Fall zu dieser Leitungsebene. Bei deiner letzten Frage glaube ich, dass ein gut funktionierendes Netzwerk von Laien und Priestern, welches die DPSG meiner Ansicht nach besitzt, sehr viel wirkungsvoller ist, als ausschließlich auf die vermeintlich besseren Verbindungen von Priestern untereinander zu setzen. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass meine Anliegen sowohl gehört wurden als auch durch ein strategisch gutes Vorgehen viel erreicht werden könnte. Natürlich wünsche ich mir hier auch oft eine bessere und vertrauensvollere Zusammenarbeit aber ich bin auch der Ansicht, dass dies ganz viel mit den Personen selbst und nicht mit der Weihe zu tun hat.

     
  13. Jule

    4. Mai 2015: Hallo Martina, was ich bei deiner Vorstellung und den späteren Fragen gerade noch gar nicht verstehe und nicht fassen kann: du schreibst mehrfach von dem starken katholisch-spirituellen Profil der DPSG, das du gerne mitgestalten willst. In deinem Amt bei der PSG bist du genau dafür zuständig, ein solches katholisch-spirituelles Profil zu etablieren, pflegen und zu gestalten. Warum ist denn diese Aufgabe bei der DPSG nun spannender und oder besser als bei der PSG? Und was würdest du anders machen? Und vor allem was qualifiziert dich als Nicht-DPSGlerin für dieses sehr spezielle Amt? Ich würde mich nicht kompetent fühlen, irgendein Leitungsamt in einem der anderen Ringverbände einzunehmen - und erst recht nicht in der Bundesführung! Oder geht es am Ende einfach nur um einen weiteren Karriereschritt und letztendlich nicht nicht um eine Herzensangelegenheit? Das wäre ich von einer Person auf Bundesebene zwingend erwarten... Ich verstehe die Gründe für den Verbandswechsel leider nicht... Gut Pfad

     
  14. Martina Fornet Ponse

    Martina Fornet Ponse

    5. Mai 2015: Liebe Jule, grundsätzlich möchte ich in Erinnerung rufen, dass das Amt des DPSG-Bundeskuraten seit 4 Jahren vakant ist und es Laien erst seit 2012 möglich ist, zu kandidieren. Dies hat für mich zwei Konsequenzen: Das Amt muss jetzt nach einer sehr langen Vakanz wieder mit Leben gefüllt und viele Dinge, die bei einem Priester selbstverständlich waren, müssen jetzt neu ausgehandelt werden. Hier glaube ich, die richtige Kandidatin zu sein, da ich die Arbeit auf Bundesebene schon kenne, Theologin bin und für mich das Amt der Bundeskuratin, wenn auch in einem anderen Pfadi-Verband, schon definiert habe. Darüber hinaus kann ich als Nicht-DPSGlerin einen geschulten Blick von außen in die Arbeit einbringen, was manche scheinbare Selbstverständlichkeiten hinterfragt und neue Impulse setzen kann. Mir ist die Kandidatur und das Amt der Bundeskuratin eine wirkliche Herzensangelegenheit, denn sonst würde ich weder die Phase der Kandidatur noch die nachfolgende Arbeit durchhalten. Dass es auch ein Karriereschritt sein kann, ist ein netter Nebeneffekt, aber mit Sicherheit kein in erster Linie ausschlaggebendes Kriterium. Ich habe in den letzten vier Jahren bei der PSG eine gute Arbeit gemacht und durch Materialien für die Gruppenarbeit, Positionspapiere oder die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe ‚Theologie der Verbände‘ des BDKJ genau das theologisch-spirituelle Profil der PSG geprägt und erweitert. Die Arbeit hat mir viel Spaß gemacht, aber jetzt bin ich in der Abschlussphase meiner Promotion auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und will sehr gerne weiterhin als Theologin und Pfadfinderin arbeiten. Deshalb ist das Amt der DPSG-Bundeskuratin ein Traumjob für mich! Trotz aller Gemeinsamkeiten des Pfadfinderischen und des Katholisch-Sein, merke ich immer wieder an vielen Stellen, welch unterschiedliche Verbände DPSG und PSG sind und dass dies auch gut so ist. Bei der PSG waren in meiner Amtszeit andere Themen wichtig und es galt andere Fragen zu beantworten, als dies jetzt in der DPSG der Fall ist. Mir ist es wichtig, an den Fragestellungen und Themen der jungen Menschen zu arbeiten und nicht Dinge durch zu drücken, nur weil ich sie gut und wichtig finde. Für mich war meine Zeit in der PSG wichtig und wertvoll, aber sie hat mir auch Grenzen gesetzt und mein Weg geht jetzt in eine andere Richtung weiter. Ich habe jetzt, nach vielen Jahren der Arbeit ‚nur‘ mit Mädchen und Frauen, Lust auf die Arbeit mit Jungen und Mädchen, jungen Männern und Frauen, weil ich glaube, dass hier eine breitere Vielfalt der Ausdrucksformen und Gestaltungsmöglichkeiten wichtig ist und ich selbst, trotz meiner Erfahrung in der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, in diesem Bereich noch viel lernen kann. Darüber hinaus hat die DPSG mit den Kirchenbildern, den Kuratenbildern, vielen weiteren Texten und Materialien einen ganz großen Schatz, den ich gerne vor dem Hintergrund der heutigen Entwicklungen von Glaube und Kirche zukunftsfähig weiterentwickeln würde.

     
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