Kandidatin zur Bundesvorsitzenden – Kerstin Fuchs

Erschienen am 30. April 2015 in Am Lagerfeuer mit...

Wahlausschuss

Der Wahlausschuss suchte für die Bundesversammlung 2017 Kandidatinnen für das Amt der Bundesvorsitzende. Für den Blog hat er die Kandidatin interviewt.

 

Wer bist du und für welches Amt kandidierst du?

Mein Name ist Kerstin Fuchs, ich bin 42 Jahre alt und lebe in Rüsselsheim. Ich bin verheiratet und habe zwei Töchter im Alter von 8 und 12 Jahren.
Seit 2009 bin ich Bundesvorsitzende und kandidiere nun erneut für dieses Amt.

Wie ist dein beruflicher Werdegang?

Ich war zunächst Buchhändlerin mit dem Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendliteratur und Leseförderung. Später habe ich Sozialpädagogik studiert und in einem Jugendamt im Bereich der Erziehungshilfe gearbeitet. Anfang 2009 wurde ich dann gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, für das Amt der Bundesvorsitzenden zu kandidieren und habe mich dann dafür entschieden.

Was hast du in der DPSG bisher gemacht?

Mit sieben Jahren wurde ich Wölfling und habe mit großer Begeisterung alle Stufen durchlaufen. Mit 19 Jahren wurde ich Gruppenleiterin in der Jungpfadfinderstufe. Später war ich Bezirksvorsitzende und dann Diözesanvorsitzende im Diözesanverband Mainz. Das Thema Ausbildung lag mir dabei immer schon am Herzen. Im Jahr 2000 stieg ich in die AG Ausbildung auf Bundesebene ein und durfte in dieser Zeit das neue Ausbildungskonzept mitentwickeln.

Welche Erfahrung beziehungsweise Aufgaben in deinen bisherigen Ämtern haben dich besonders auf das Vorstandsamt vorbereitet?

Die DPSG von Kind auf zu kennen und viele eigene Erfahrungen darin erlebt zu haben, war für mich für alle Aufgaben in der DPSG wertvoll, ebenso die eigene Erfahrung als Gruppenleiterin.
Für die konkreten Vorstandsaufgaben haben mir die Jahre als Diözesanvorsitzende geholfen. Der Vielfalt der Aufgaben und der schnelle Wechsel zwischen politischen und konzeptionellen Aufgaben wie auch Verwaltungsaufgaben, Finanzen etc. ist ähnlich, wenn auch in deutlich kleinerem Ausmaß. In der Zeit in der AG Ausbildung konnte ich in die Bundesebene reinschnuppern und beispielsweise die Bundesleitung und ihre Aufgaben kennenlernen. Das hat mir den Einstieg in das Bundesvorstandsamt leichter gemacht.

Warum möchtest du DPSG-Bundesvorsitzende bleiben?

Ich kandidiere für eine weitere Amtszeit, weil ich glaube, dass meine Erfahrung, die ich in den letzten Jahren sammeln durfte, und meine Kompetenzen, die ich erworben habe, momentan gut und richtig für das Amt und den Verband sind. Wir haben in den letzten Jahren große Prozesse angestoßen. Diese gilt es nun weiterzuführen und zu einem guten Ergebnis zu bringen. Und nicht zuletzt begeistert mich immer wieder, wie großartig dieser Verband ist, was unsere Leiterinnen und Leiter jeden Tag leisten. Ich bin gerne ein Teil davon!

Was sagen Menschen, die dich gut kennen, zu der Frage warum du für dieses Amt geeignet bist?

Ich glaube, sie würden sagen, dass ich mit Leidenschaft für die Idee des Pfadfinden brenne und für sie eintrete. Ich bin lösungsorientiert und strukturiert in meinem Handeln. Außerdem bin sehr verbindlich – wenn ich etwas zusage oder übernehme, dann kann man sich darauf verlassen, dass ich dazu stehe.

Welche drei Themen muss die DPSG deiner Meinung nach unbedingt angehen?

1. Wir müssen mehr Unterstützung für Leiterinnen und Leiter bieten: konkrete Anlaufstellen, wenn es Unsicherheiten und Fragen gibt. Es soll Spaß machen, bei uns zu leiten und niemand soll sich mit Fragen oder Unsicherheiten allein gelassen fühlen!
2. Wir müssen immer wieder genau schauen, ob wir mit unseren Strukturen noch zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen heute passen.
3. Wir müssen uns für Ehrenamtlichkeit, für Fahrt und Lager einsetzen: Bürokratische Hürden und einengende Strukturen gilt es zu beseitigen.

Was möchtest du am Ende einer Amtszeit konkret erreicht haben – im Großen wie im Kleinen?

Ich möchte die ersten Phasen unseres Verbandsentwicklungsprozesses „Lilienpflege“ abschließen und erleben, wie an vielen Stellen neue Ideen entstehen, wie Leiterinnen und Leiter noch besser unterstützt werden.
Das Online-Wissensportal für Leiterinnen und Leiter soll bis dahin etabliert sein und als gute Unterstützung von denjenigen wahrgenommen werden, die sich in unserem Verband engagieren. Ich will erreichen, dass wir Hürden für Ehrenamtliche abbauen: Ich möchte den Strukturwandel-Prozess abschließen und damit eine Satzung haben, die Ehrenamt noch besser ermöglicht.

Ihr seid eingeladen Kerstin unter diesem Beitrag Fragen zu stellen. Darüberhinaus freut sich Kerstin über eure Rückmeldungen und Fragen auch unter:

Mobil: 0176-14699900
Mail: Kerstin.fux@gmx.de
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5 Responses

  1. Kurt C. Hose

    1. Mai 2015: Ein Thema das mir in den Kopf kam, als ich deine Antworten las, war das Thema Bücher. Vor allem die Bücher der dpsg, die natürlich zur Bildung von uns Leitern beitragen und uns auch in der Leitungstätigkeit unterstützen können. Jetzt gibt es einige der Bücher nur im Rüsthaus zu kaufen und nicht als freien download, was eine Lösung für dein Thema Nummer 1 seien könnte. Was hälst du von freien Lizenzen und ein mögliches kostenfreies weitergeben der vielen Materialien/Bücher die die dpsg bis jetzt erstellt hat? Vergleich dazu vielleicht auch noch ein guter Text von Rapha zu dem Thema: http://raphabreyer.de/freie-wege-fuer-freie-verbreitung-creative-commons-lizenzen-in-der-jugendverbandsarbeit/

     
  2. Kerstin Fuchs

    Kerstin Fuchs

    1. Mai 2015: Hallo Kurt C. Hose. Wichtig ist für mich, das gesammelte Wissen der DPSG möglichst einfach zur Verfügung zu stellen, damit Leiterinnen und Leiter das nutzen können. Deshalb haben wir beschlossen, neue Arbeitshilfen in Zukunft möglichst digital zu veröffentlichen. Auch wenn ich Bücher mag - der Druck von Büchern kostet aber zusätzliches Geld und ich als Leserin muss es erst bestellen. Da sind digitale Arbeitshilfen einfach schneller und unmittelbarer zur Verfügung. Mit den Arbeitshilfen zum Versprechen und zum kritischen Konsum haben wir das ausprobiert und die Nachfrage ist deutlich höher. Da scheinen wir auf dem richtigen Weg zu sein. Texte dabei unter freie Lizenzen zu stellen, ist da sicher auch richtig, damit sich das Wissen weiterverbreitet und vielfältig genutzt werden kann. Eine Herausforderung ist die digitale Bereitstellung von älteren Texten/Fotos und Arbeitshilfen. Eine Digitalisierung wie auch die nachträgliche freie Lizenzierung kann teilweise aufwendig sein. Deshalb konzentrieren wir uns zur Zeit vor allem auf die digitale Bereitstellung neuer Texte und Arbeitshilfen.

     
  3. Simeon Harjung

    Simeon Harjung

    2. Mai 2015: Hallo Kerstin, wie sollte deiner Meinung nach die Bundesebene gesehen werden. Eher als Dienstleister, der völlig unaufällig im Schatten der unteren Ebenen agiert und unterstützt oder eher als starke Vertretung nach außen, deren Stimme auch in der Poltik und Gesellschaft gehört wird. Gut Pfad!

     
  4. Kerstin Fuchs

    Kerstin Fuchs

    4. Mai 2015: Hallo Simeon, ich bin davon überzeugt, dass es beides braucht. Die Bundesebene muss Dienstleister für den Verband sein, denn in den Stämmen vor Ort passiert das, worum es beim Pfadfinden geht: Kindern und Jugendlichen in Gruppenstunden, Fahrt und Lager Erfahrungsräume bieten. Das bedeutet, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Pfadfinden gut ermöglichen. Wenn ich jedoch den Auftrag "die Welt besser zu verlassen, wie wir sie vorgefunden haben" ernstnehme und uns auch als Anwälte für die Anliegen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen verstehe - dann gilt es auch mit starker Stimme diese Anliegen und unsere Werte in Gesellschaft und Politik einzubringen. Dies gilt es auf jeder Ebene im Blick zu halten - auf Bundesebene haben wir andere Möglichkeiten als auf Stammes- oder Bezirksebene, die gilt es zu nutzen. Herzliche Grüße und Gut Pfad!

     
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