So wird der Bundesvorstand gewählt – Teil 2

Erschienen am 24. April 2015 in DPSG - ganz nah

Anna Werner

Anna Werner

Anna Werner ist seit Mai 2012 Diözesanvorsitzende in der Diözese Paderborn. Bei den Bundesversammlungen 2014 und 2016 wurde sie für die Region West in den Bundeswahlausschuss gewählt und ist die Vorsitzende dieses Gremiums.

 

Im ersten Teil habe ich erklärt, wie der Weg von der Kandidatur bis zum „Wahlsamstag“ aussieht. Nach der Personalbefragung geht es nun geheim weiter.

Top secret!

Sobald die Personalbefragung abgeschlossen ist, wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen, alle Fenster geschlossen, die Aufnahmegeräte abgeschaltet. Im Saal bleiben nur die stimmberechtigten und beratenden Mitglieder der Versammlung (ausgenommen ist hauptberufliches Personal des Bundesamtes). Die nun folgende Personaldebatte leiten Mitglieder des Wahlausschusses. Ihre Inhalte sind streng vertraulich, es wird nichts protokolliert. Die Personalaussprache kann nicht unterbrochen werden, einzelne Personen können sie jedoch zeitweise verlassen (irgendwann muss jeder mal aufs Klo…). Nach Abschluss der Aussprache wird die Öffentlichkeit wieder hergestellt.

Wer die Wahl hat

Ohne Pause geht es weiter und alle stimmberechtigten Mitglieder der Bundesversammlung werden gebeten, ihren Wahlzettel auszufüllen. Wie dieser aussehen soll, regelt die Wahlordnung, in der auch Beispiel-Wahlzettel zu finden sind. Stimmenthaltungen gelten als nicht abgegebene Stimmen, werden aber protokolliert. Wer mehr als die Hälfte der abgegeben gültigen Stimmen auf sich vereinigt (absolute Mehrheit) ist gewählt. Glückwunsch, Applaus – doch erstmal sollte man die gewählte Person fragen, ob sie die Wahl auch annehmen will! Tut sie das, kommt der obligatorische Blumenstrauß, eine Pause zum Beglückwünschen und Durchatmen. So einfach wird man Bundesvorstand! Naja fast, denn …

Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär!

… wenn die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang nicht erreicht wird, werden die Kandidierenden gefragt, ob sie zu einen zweiten Wahlgang antreten. Auf Antrag kann es erneut eine Personalbefragung und Personalaussprache geben. Wieder gilt bei der Wahl: Absolute Mehrheit! Und wenn dann wieder keine Mehrheit gegeben ist? Dann steigen wir direkt in den dritten Wahlgang ein, der so abläuft wie der zweite. Dann ist jedoch gewählt, wer die meisten abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinigt, also eine einfache Mehrheit erhält. Wenn eine Stimmengleichheit besteht oder eine gewählte Kandidatin oder ein gewählter Kandidat die Wahl nicht annimmt, bleibt das Amt vakant und die Wahl ist für diese Versammlung beendet. Eine erneute Wahl im Rahmen der gleichen Versammlung ist nicht möglich.

Zum nachlesen: Hier lest ihr den ersten Teil des Beitrags.  Bereits im vergangenen Jahr haben wir euch im Blog erklärt, wer Mitglied der Bundesversammlung ist, was die Inhalte der Bundesversammlung sind und wie die Bundesversammlung arbeitet.

In der kommenden Woche stellen sich die Kandidatinnen und Kandidaten im Blog vor und ihr habt die Möglichkeit Fragen zu stellen.

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