Heute schon gebetet?

Erschienen am 7. Mai 2015 in Glaube leben

Jonas Kämmerling

Jonas Kämmerling

Jonas Kämmerling war Referent der Bundesleitung für Theologie. Außerdem betreute er die Kooperation zu missio, die Jahresaktion 2015 und den Fachbereich Ökologie.

 

Beten fällt vielen von uns schwer. Häufig liegt es daran, dass uns die Übung fehlt und dann gehen Dinge generell nicht so leicht von der Hand. Manchmal fehlen uns schlichtweg die Worte oder wir meinen, dass es nicht die richtigen Worte sind.

Die Bibel kennt mit einem ihrer Protagonisten ebenfalls dieses Phänomen. Seit über 2300 Jahren hat die Geschichte von Hiob seine Aktualität nicht verloren. Sie wird immer wieder erzählt und weitergetragen und handelt von einem frommen Mann, dem das Beten eigentlich liegt. Sollten wir zumindest meinen. Aber selbst er kommt in die Situation, in der er das Sprechen mit Gott aufgibt.

Machmal passt es nicht

Ich kann das nachvollziehen und kenne es aus meinem eigenen (Gebets-)Leben. Manche Ereignisse lassen mich sprachlos zurück. Ab und an gibt es Tage, da ist das Gebet nur Vorwurf. Einige Gebete begleiten mich schon seit Beginn an, andere sind später hinzugekommen und manche habe ich wieder fallen gelassen, weil sie nicht mehr zu mir passten.

Gebete in meiner Sprache

Wichtig scheint mir, dass die Gebete in unseren Alltag passen. Er sollte also Erwähnung finden. Deshalb sollten Gebete in Worten geschrieben sein, die ich auch sonst benutze. Was ist heute geschehen, das mich noch beschäftigt? Wie geht es mir damit? Und was will ich von diesen Gedanken vor Gott bringen? Ist es Dank, ist es eine schlichte Frage oder Ärger?

Wie? Ja, das frag Dich ruhig mal.
Ich will erklären, wie mit Dir zu reden ist.
Und Du? Du behältst Deine Idee für Dich.
Bleibst heute verborgen, versteckst Dich
Und wirbst nicht gerade für Dich.
Warum flüsterst Du mir nicht ins Ohr?
Ein kleiner Hinweis im Traum?
Warum verbergen, wenn ich,
wenn so viele Dich brauchen?
Spürst Du nicht die Sehnsucht –
nach Dir, Gott?

Gebete gesucht

Zusammen mit der Deutschen Bischofskonferenz und unserem Kooperationspartner missio sammeln wir derzeit Gebete von und für Jugendliche. Wir sind überzeugt, dass die Gebete – von Jugendlichen und jungen Erwachsenen geschrieben – ehrlich sind. Sie sprechen ohne Floskeln und zeigen, dass der Glaube junger Frauen und Männer von einer großen Hoffnung und von Vertrauen auch in schwierigen Lebenssituationen geprägt ist. Wir wollen diese Gebete in einem kleinen, handlichen Buch veröffentlichen, so dass uns diese auch unterwegs begleiten können.

Schreibe uns dein Gebet einfach direkt hier unter den Beitrag als Kommentar. Themen können dein Lebensalltag, dein Weg mit Gott, deine Beziehung zu Gott oder Zweifel und Sorge sein. Wir freuen uns darauf!

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One Response

  1. Christian Enke

    7. Mai 2015: Lieber Gott, neulich hatte ich ein gutes Gefühl: Ich war doch demonstrieren gegen deutsche Rüstungsexporte. Und da waren noch viele andere mit dabei und sogar einige Kameraleute. Aber da ist auch das Gefühl von Traurigkeit: Warum ist das überhaupt nötig? Warum kapieren die Leute nicht von selbst, dass Geschäftemachen mit Waffen gegen Menschenleben gerichtet ist? Einige haben mich dumm angemacht als ich ihnen freundlich den Flyer in die Hand gedrückt habe – sind die blind und taub oder abgestumpft und gefühllos? Und ich habe auch ein seltsames Gefühl dabei: Ist das Demonstrieren denn noch zeitgemäß und sinnvoll? Doch dann fiel mir ein, dass dein Sohn, mein Bruder Jesus, auch nicht ruhig zugesehen, sondern sich eingesetzt hat – klar, dass das viele nicht nur belächelt haben, sondern sie ihn sogar ans Kreuz gehängt haben. So wende ich mich nun im Gebet an dich und bitte dich für alle, die Verantwortung haben in Politik und Wirtschaft, aber auch für uns Pfadfinderinnen und Pfadfinder: Sende deinen Heiligen Geist, der die Welt verbessert! Amen