Die Bienenkiste: Bienenhaltung leicht gemacht

Erschienen am 16. Juli 2015 in Gruppenstunde & Lager

Natalie Pasurka

Natalie Pasurka

Natalie Pasurka war Wölflingsleiterin und StaVo im Stamm Greiffenclau in Würzburg. Seit 2012 ist sie Mitglied im Bundesarbeitskreis Ökologie.

 

Nicht nur intensive Landwirtschaft und Spritzmittel sind schuld am Bienensterben. Bienen sterben vor allem, weil sie keine natürlichen Nistmöglichkeiten mehr finden und nicht alleine mit der eingeschleppten Varroa-Milbe zurechtkommen. Dies macht die Bienen abhängig von uns Menschen. Allerdings gibt es immer weniger Imker und somit auch immer weniger Bienen. Mit der Bienenkiste wird Imkern ganz einfach und ist sogar in der Gruppenstunde möglich!

Der Verein Mellifera e.V. macht sich in einem Projekt für eine neue Art der Freizeit-Imkerei stark. Der Verein will eine möglichst natürliche Bienenhaltung fördern. Die traditionelle Haltung von Bienen beinhaltet relativ hohe Anschaffungskosten, erfordert Lagerraum und entsprechendes Fachwissen. Für Menschen, die sich heute für eine Bienenhaltung interessieren, steht meist nicht die damit verbundene Einkommensmöglichkeit, sondern vor allem der Natur-Aspekt im Vordergrund. Für die Bienenkiste braucht man zum einen nur eine einfache und günstige Ausrüstung. Zum anderen ist der Arbeitsaufwand mit etwa zwölf Stunden pro Jahr überschaubar.

Aufbau Bienenkiste

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Die Bienenkiste könnt ihr zum Beispiel im Pfarrgarten aufstellen. (Foto: www.bienenkiste.de)

Die Kiste für die Bienen ist innen 100 cm lang, 45 cm breit und 21 cm hoch. Boden und Rückwand sind abnehmbar. Will man an das Bienenvolk heran, wird die Kiste gekippt und der Boden entfernt. Im vorderen Teil der Kiste werden Anfangsstreifen angebracht. Die Bienen können so Naturwaben in eine vorgegebene Richtung bauen. Dieser „Brutraum“ wird nicht für die Honigernte verwendet. Dazu dient der hintere Teil der Bienenkiste. Hier werden Mittelwände montiert, um die Honigernte zu erleichtern. Ab dem zweiten Bienenjahr können etwa zehn Kilogramm Honig pro Jahr geerntet werden. Die Bienen müssen normalerweise nicht, wie bei der traditionellen Bienenhaltung, im Winter mit Zuckerwasser zugefüttert werden, sondern können von ihrem eigenen Honig fressen. Der Honig wird nicht durch eine Honigschleuder gewonnen, sondern kann einfach mit Eimer und Netz durch Abtropfen gesammelt werden.

Projekt in der Gruppenstunde

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Für die Honigernte benötigt ihr nur ein Netz und einen Eimer. (Foto: www.bienenkiste.de)

Die Bienenkiste bietet sich optimal als Projekt in der Gruppenstunde an. Die Kiste kann in Eigenproduktion aus Holz hergestellt werden, und die Kinder können sie zum Beispiel im Pfarrgarten oder bei einem Kind zu Hause im Garten aufstellen. Um in das Bienenjahr zu starten, sollte die Bienenkiste bis April bereitstehen. Durch die spezielle Bauweise der Kiste sind die Bienen beim Öffnen des Bodens besonders ruhig. So können die Kinder „hautnah“ an
das Bienenvolk herangeführt werden. Zudem können die Kinder ihren selbst hergestellten Honig, zum Beispiel beim Weihnachtsbasar, verkaufen.

Weitere Informationen

Anleitung Bienenkiste

Eine ausführliche Anleitung zum Bau der Bienenkiste findet ihr unter der nachfolgend angegebenen Web-Adresse. Ihr könnt die Bienenkiste aber auch kaufen. Auf der Website findet ihr zudem eine genaue Anleitung für das erste Bienenjahr. Unter der Rubrik „Beratung und Austausch“ könnt ihr euch auch einen Imkerlotsen in eurer Nähe suchen, der euch mit Rat und Tat zur Seite steht.
www.bienenkiste.de

Bienenschwarm finden

Natürlich benötigt ihr auch die Bienen. In der Schwarmbörse könnt ihr euch anmelden und angeben, dass ihr einen Bienenschwarm sucht.
www.schwarmboerse.de

Patenschaft für Bienen

Wer gerne etwas für die Bienen tun möchte, aber keine Zeit oder Lust hat, selbst Bienen zu halten, kann sich das Projekt Bee Good ansehen. Hier kann man eine Patenschaft für Bienen übernehmen.
www.BeeGood.de

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