Und jeden Tag ein Ei

Erschienen am 18. August 2015 in Gruppenstunde & Lager

Natalie Pasurka

Natalie Pasurka

Natalie Pasurka war Wölflingsleiterin und StaVo im Stamm Greiffenclau in Würzburg. Seit 2012 ist sie Mitglied im Bundesarbeitskreis Ökologie.

 

Seit letztem Jahr sind wir auf die Hühner gekommen. Mein Mann und ich sind beide Pfadfinder und dadurch sehr naturverbunden. Wir wollten ausprobieren, ob wir das Bauernhof-Flair auch zu uns bringen können. Jeden Tag frische Eier von unseren Biohühnern zu haben, hat uns sehr gereizt. Hühnerhaltung kann aber auch in der Gruppenstunde mit dem ganzen Stamm klappen. Dafür reicht schon, wenn jemand aus eurem Umfeld seinen Schrebergarten oder ein Grundstück mit Obstbäumen zur Verfügung stellt oder der Pfarrgarten nutzbar ist. Alle Stammesmitglieder können sich bei der Hühnerhaltung einbringen

Auslauf für die Hühner

Für den Auslauf sollte ihr ca. 15 m² pro Huhn veranschlagen. Ein mobiler Weidezaun ist hier von Vorteil, um die Auslauffläche vergrößern, verkleinern oder umstecken zu können. Wir haben uns deshalb einen 50m langen Zaun gekauft, da man diesen auch an einer Seite einrollen kann, wenn man nicht alles benötigt. Wichtig ist aber nicht nur die Größe des Auslaufs. Er sollte auch Büsche, Sträucher und Bäume haben, da die Hühner diese gerne als Unterstand und Schattenspender nutzen. Wenn ihr nicht so viele im Angebot habt, könnt ihr auch einen „künstlichen“ Unterschlupf aus Holz bauen. Außerdem ist es wichtig, dass ihr den Hühnern etwas Sand zur Verfügung stellt. Am besten regengeschützt unter einem Vordach oder unter einem Unterstand. Die Hühner lieben es ein Sandbad zu nehmen und es ist gut für die Gefiederpflege und gegen die Schädlinge darin.

Der Stall

Zunächst müsst ihr überlegen, ob es ein mobiles Haus auf Rädern werden soll, mit dem ihr auch mal den Standort wechseln könnt oder ob ein feststehendes Haus für euch praktischer ist. Das Haus muss nicht all zu groß werden. Etwa drei Hennen sollten sich einen Quadratmeter teilen. Zudem ist es ein Vorteil im Winter, wenn das Haus kleiner ist, da sich die Tiere besser wärmen können und das Häuschen nicht zu kalt wird. Unser Haus besteht aus Holzbrettern. Im Winter war es dann doch sehr kalt bei uns, so dass wir das Häuschen noch mit Dämmmaterial ausgekleidet haben. Für den Innenraum gibt es viele Möglichkeiten. Ein Muss sind natürlich die Sitzstangen, darunter am besten ein Kotbrett mit Papier ausgelegt zur besseren Reinigung. Als zusätzlichen Wärmeschutz im Winter könnt ihr eine Keramiklampe über die Sitzstangen hängen und diese nachts anstellen. Dann braucht ihr eine Stromquelle. Da Hühner sehr gerne in der Sonne sitzen, ist ein Fenster in der Nähe der Sitzstangen sehr wichtig. Unsere Hühner schauen auch abends noch gerne nach draußen, wenn es noch nicht ganz dunkel ist.

Ausstattung des Stalls

Zum Trinken wollen die Hühner natürlich auch etwas. Unser Wasser steht normalerweise immer draußen, im Winter haben wir aber auch eine Wassertränke im Haus aufgestellt, da die Hennen dann nicht immer raus wollen. Mit dem Futter machen wir es ähnlich. Im Sommer ist es nur draußen und im Winter auch drinnen. Um die Eier nicht überall im Auslauf suchen zu müssen, ist es praktisch, wenn ihr den Hühnern Nester anbietet. Hier können sie dann ganz bequem im Stroh ihre Eier legen. Super ist es auch, wenn die Nester von außen zugänglich sind, so dass man die Hühner im Haus nicht stören muss bei der Ei-Entnahme. Für die Nester könnt ihr einfach Eimer oder Holzkästen mit etwas Stroh füllen. Wir benutzen im Haus Einstreu, wie es auch für andere Tierarten üblich ist, das dann alle paar Wochen (je nach Verschmutzung) ausgetauscht wird. Anfangs haben wir einen Wintergarten für gar nicht so wichtig gehalten. Aber die Hühner müssen so auch bei starkem Regen oder im Schnee nicht ins Haus flüchten, sondern können im Wintergarten draußen bleiben. Der Wintergarten sollte zumindest an zwei Seiten windgeschützt sein, so dass die Hühner nicht nass werden.

Das Futter

Zu Fressen brauchen die Hennen natürlich auch noch etwas. Im Auslauf haben sie hoffentlich genügend Grünfutter von den Pflanzen. Es finden sich aber auch Schnecken, Regenwürmer, Fliegen. Ja selbst die fangen die Hühner ab und zu und vieles mehr. Zusätzlich sollte man ihnen Körner anbieten. Für Legehennen gibt es hier schon fertige Mischungen. Wer Biohühner will sollte auf Bioqualität achten. Schließlich essen wir ja auch die Eier und damit auch die Pestizide im Futter. Neben den normalen Körnern kann noch Legemehl untergemischt werden. Dieses ist besonders für die Gesundheit der Legehennen gut. Wir füttern den Hühnern auch Küchenabfälle, wie Kartoffelschalen, Apfelreste, aber auch ab und zu Nudeln. Sie lieben es und stürzen sich regelrecht auf die Beute. Es ist schon sehr lustig ein Huhn mit einem Apfelkerngehäuse durch den Auslauf rennen zu sehen verfolgt von den restlichen Hennen. Wichtig dabei ist: Nichts darf verdorben sein und zudem dürfen Hühner keine gewürzten Essensreste bekommen. Damit die Damen auch genügend Kalk für die Eierproduktion aufnehmen, bietet neben dem normalen Futter noch eine Kalkquelle an. Im Handel findet ihr das unter Grit, welcher meist aus Muschelkalk besteht. Alternativ könnt ihr aber auch die Eierschalen zerkleinern und den Hühnern geben.

Wer Fragen oder Verbesserungsvorschläge hat, kann gerne die Kommentarfunktion unter diesem Artikel nutzen. Natalie wird euch gerne antworten.

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3 Responses

  1. Cornelia

    9. März 2016: Hallo! Es hat mich sehr gefreut, hier unverhofft auf einen Beitrag über Hühnerhaltung im Garten zu treffen. Ich hoffe, dass sich viele von der momentanen Rückwendung zur privaten Hühnerhaltung anstecken lassen und das momentane verstärkte Interesse an dem Thema mehr als ein flüchtiger Trend ist. Wir freuen uns über jedes Huhn, das ein gutes artgerechtes Leben führen darf.

     
  2. Daniel

    16. August 2016: Ich bekomme in zwei Wochen meine ersten 4 Hühner, diese stammen aus der Massenhaltung und können sich bei mir hoffentlich erholen. Ende September kommen noch "frische" Tiere dazu. Ich hoffe das sie sich vertragen :)

     
  3. Janina

    12. August 2017: Hallo, danke für diesen interessanten Beitrag. Wir möchten auch ein paar Hühner bei uns einziehen lassen. Dazu habe ich mir auf http://www.huehnerstallselberbauen24.de/ schon ein paar Infors zum Hühnerstall durchgelesen. Mit diesem Beitrag haben Sie mir nun weitergeholfen. LG