Abenteuer in Südafrika

Erschienen am 18. November 2015 in freiwillig & weltwaerts

Leah Lara Klemm

Leah Lara Klemm

Leah Lara Klemm ist als Freiwillige mit DPSG und Nangu Thina für ein Jahr in Südafrika und berichtet hier von ihren Erfahrungen.

 

Mein Name ist Leah, ich bin 18 Jahre alt und komme aus Karlsruhe. Ich habe dieses Jahr mein Abitur gemacht und wollte danach einen Freiwilligendienst machen, um eine Pause vom Lernen zu haben, einen neue Kultur und Sprache kennen zu lernen und natürlich etwas Gutes bewirken. 2013 war ich Teil einer Internationalen Begegnung des VCP Land Baden zur Partner-Organisation den Scouts South Africa in Mpumalanga. In diesen drei Wochen habe ich mich so sehr in das Land, die Menschen und die Kultur verliebt, dass ich mich dazu entschlossen habe, nach dem Abitur zurück zu kommen, um hier für ein Jahr zu leben und zu arbeiten.

Angekommen in Südafrika

Ich bin nun schon knapp drei Monate in Kapstadt und mit jedem Tag, der vergeht, fühle ich mich immer mehr wie eine richtige Südafrikanerin. Es ist verrückt, wie schnell man sich anpasst! Mittlerweile gehe ich schon bei rot über die Ampel, wie es hier alle machen, bin nicht mehr 5 Minuten zu früh, sondern 5 Minuten zu spät und quatsche mit fremden Leuten auf der Strasse.

Arbeit im Scout Office

Für ein Jahr arbeite ich nun im Nationalen Scout Office in Kapstadt, was mir sehr große Freude bereitet. Meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Abgesehen von meiner täglichen Büroarbeit, bei der ich hauptsächlich für die Öffentlichkeitsarbeit und für die Homepages der neun Regionen in Südafrika zuständig bin, arbeite ich jeden Montag im Scout Shop. Dort verkaufe ich Uniformen, Badges und packe Onlinebestellungen. An den Wochenenden bin ich oft auf Pfadfinderveranstaltungen, wie Segelregatten, Competitions oder Kursen.

Pfadfinden ist anders in Südafrika

Anfangs war es sehr komisch für mich, da das Pfadfinden hier anders ist, als in Deutschland. Zunächst einmal wird zwischen Landscouts, Seascouts und Airscouts unterschieden. Diese tragen zur Erkennung unterschiedliche Uniformen, wie sie hier genannt werden. Jede Veranstaltung beginnt mit einer Parade, die etwas an das Militär erinnert. Alle stehen stramm in einer Reihe während einer die Anweisungen gibt und ihm alle folgen. Dann wird die Flagge gehisst, alle salutieren zur Flagge mit dem Pfadfindergruß und anschließend wird gebetet. Mittlerweile weiß ich aber, wann ich was machen muss und welche Bewegungen ich machen muss, damit ich nicht aus der Reihe tanze. In Südafrika ist es üblich, dass die Jüngeren immer vor den Älteren salutieren. So kam es, dass zehn Jugendliche, kaum jünger als ich plötzlich vor mir salutierten. Ich war etwas überfordert mit dieser Situation, da ich nicht wusste, ob ich zurück salutieren soll oder nicht. So habe ich ihnen einfach ganz schnell eine Aufgabe gegeben, damit ich schnellstmöglich aus dieser komischen Situation heraus komme.

Abenteuer auf See

Mit den Seascouts war ich auch schon segeln. Wir haben mit der Scoutyacht an einer vier-tägigen Regatta teilgenommen und Nachts auf dem Boot im Hafen geschlafen. Es war ein wirkliches Abenteuer, da es ziemlich stürmisch war, geregnet hat und ich zum ersten Mal seekrank geworden bin. Leider habe ich vom Segeln an sich nicht sehr viel mitbekommen, da ich meine Augen die ganze Zeit über geschlossen hatte, mich an das Boot geklammert habe und mich auf das Atmen konzentriert habe. Als wir nach sechs langen Stunden endlich wieder im Hafen waren, habe ich mich auf den Steg gelegt und war einfach nur überglücklich wieder festen Boden unter meinen Füßen zu spüren. Ein anderes Boot wurde während dieser Regatta von einem Wal getroffen, schwer beschädigt und wäre fast gesunken. Doch zum Glück kam das Rettungsboot noch rechtzeitig, um die Leute auf dem Boot zu retten. Abends wurde dann die Rugbyweltmeisterschaft geschaut, da Rugby hier in Südafrika ein sehr wichtiger Sport ist. Als die Springboks schließlich das Spiel gewannen, war der ganze Trubel des Tages vergessen und es wurde ordentlich gefeiert und getanzt.

Badges sammeln mit Technik

An einem anderen Wochenende war ich als Leiterin auf einem Pioneerkurs. Hier in Südafrika gibt es Interest Badges, für fast jedes Hobby. Diese Badges bekommt man, wenn man an dem entsprechenden Kurs teilgenommen hat. Bei diesem Kurs haben die Teilnehmer Brücken, Türme und sogar eine Seilbahn aus Hölzern gebaut und wurden für ihre Technik, aber auch für ihre Teamfähigkeit und Leitung bewertet. Anschließend durften wir Leiter die Seilbahn ausprobieren, was einerseits etwas gruselig war, da sie nicht sehr stabil aussah, aber andererseits auch unglaublich viel Spaß gemacht hat. Abends wurden dann Knoten geübt, Techniken vorgestellt und die Projekte der Teilnehmer ausgewertet. Insgesamt war es eine sehr entspannte Atmosphäre, im Gegensatz zu anderen Kursen. Wir haben uns untereinander etwas besser kennen gelernt und ich habe auch einige Freundschaften mit anderen Leitern geschlossen.

Insgesamt geht es mir wirklich sehr gut, ich erlebe viele verschiedenen Dinge, die mir neu sind und ich versuche, alles auszuprobieren, was mir möglich ist. Ich hoffe, dass die nächsten Monate genau so gut verlaufen, wie die letzten und ich freue mich nun sehr auf den Urlaub mit meiner Familie aus Deutschland, die mich über Weihnachten besuchen kommen.

Kommentar hinterlassen:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.