Meine Eindrücke aus der europäischen Pfadfinderkonferenz ‚The Academy 2015‘

Erschienen am 25. November 2015 in Aufbauarbeit leisten

Jan Sommer

Jan Sommer

Jan Sommer baut seit 2010 als Referent der Bundesleitung neue Gruppen in der Region Halle-Leipzig auf. Er findet, dass noch viel mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit zum Pfadfinden haben sollten.

 

Ich hatte die Möglichkeit an der Pfadfinder-Akademie der WOSM und WAGGGS Europa-Region, schlicht ‚The Academy‘ genannt, teilzunehmen. Zu dem Kongress kamen gut 200 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus ganz Europa zusammen um sich fünf Tage zu aktuellen Herausforderungen und Strategien des Pfadfindens auszutauschen und fortzubilden. Eingerahmt wurde die Tage durch ein portugiesisch-internationales Rahmenprogramm.

Spannender Austausch und neue Ideen

In 29 Workshops wurden Themen von Öffentlichkeitsarbeit, über Arbeit mit Ehrenamtlichen bis zur nachhaltigen Entwicklung, alle sind auch online dokumentiert. Drei Workshops waren für mich gewinnbringensten:

  • Aus der Einheit zur Leiterentwicklung (Leadership Development) nehme ich besonders das von WOSM entwickelte Modell, wie sich pfadfinderische Leitung zeigt und welche Kompetenzen es dafür braucht, die Präsentation dazu ist hier online zugänglich.
  • Aus dem Workshop ‚Recruiting and Retaining Volunteers‘ beschäftigte sich mit der bewusste Suche nach Ehrenamtlichen und wie man sie langfristig bindet. Hier war das Modell zur Bedürfnisorientierten Arbeit mit Ehrenamtlichen besonders spannende, es schaut darauf, für welche Motivationsfaktoren für welche Aufgaben relevant sind.
  • Ebenfalls sehr interessant war der Input und Austausch zur Nachfolge-Planung für Leitungämter und andere Aufgaben im Verband (Succession Planing). Der Ansatz, sich schon gedanken um Nachfolge zu machen, wenn das Amt noch besetzt ist, macht Sinn und ermöglicht gut Übergaben der Aufgaben. Hier geht es vor allem um verbesserte Kommunikation: Wer erfolgreich für Ämter und Aufgaben werben möchte muss sie so konkret wie möglich beschreiben – auch für Außenseiter. Denn nur weil wir genau glauben zu wissen was ein Leiter/eine Leiterin macht, heißt das nicht, dass das alle verstehen.

Darüber hinaus hatte ich viele schöne Begegnungen, habe die Gastfreundschaft der portigiesischen Pfadfinderverbandes erlebt und auch die ein oder andere lokale und internationale Spezialiät verkostet.

Was ich für meine Arbeit mitnehme

Ich habe viele unterschiedliche Ansätze und Pfadinderverbände aus Europa kennengelernt. In vielen Dingen gibt es unterschiedliche Ansätze, die Basis, unsere ‚Pfadfinder-DNA‘ ist dieselbe. Und so sieht Pfadfinden manchmal unterschiedlich aus, das macht aber auch die Anpassungsfähigkeit und Attraktivität aus. Deshalb nehme ich nochmal deutlich mit, dass unterschiedliche Stämme und Diözesanverbände auch vielfältige Ansätze brauchen.

Was wir als DPSG lernen können – meiner Einschätzung nach

Wir machen vieles gut, aber häufig entweder im Verborgenen oder nicht ausdrücklich genug. Nehmen wir das Beispiel Gewinnen von Leiterinnen und Leitern für unsere Arbeit. Jeder Stamm freut sich über Zuwachs: aber ein einheitliches Konzept oder gar einen Beauftragten für ‚Leitergewinnung‘ (Human Ressources) haben wir nicht so eindeutig, wie das in anderen Ländern ist. Und gerade bei der Werbung und Einbindung von Quereinsteigenden können wir besser werden.

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2 Responses

  1. Simon Wirbel

    26. November 2015: Ich finde deinen kommentar hilfreich und sehr interessant, und freue mich das du diese schoenen erfahrungen machen konntest.. Aber leider sind die meisten deiner links nicht mehr aktuell, kannst du die biite aktualisieren? viele gruesse und gut pfad simon

     
  2. Jan Sommer

    Jan Sommer

    30. November 2015: Hallo Simon, die Homepage ist offensichtlich generell nicht mehr erreichbar, das finde ich schade, kann es aber leider nicht ändern. Gut Pfad! Jan