5 Jahre Projektbüro Halle/Leipzig

Erschienen am 1. Dezember 2015 in Aufbauarbeit leisten

Jan Sommer

Jan Sommer

Jan Sommer baut seit 2010 als Referent der Bundesleitung neue Gruppen in der Region Halle-Leipzig auf. Er findet, dass noch viel mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit zum Pfadfinden haben sollten.

 

Ich kann es kaum glauben, schon seit fünf Jahren arbeite ich am Aufbau von neuen Pfadfindergruppen in der Region Halle/Leipzig. In der Zeit entstanden ein Stamm und zwei Siedlungen –  und wertvolle Erfahrungen zur Pfadfinderarbeit in der katholischen und pfadfinderischen Diaspora. Gefördert wurde das Projekt in den ersten beiden Jahren vom Bonifatiuswerk nun wird es anteilig von allen Diözesanverbänden und dem Bundesverband getragen.

Langer Atem im ersten Jahr

Am Anfang war der Antrag der Region Nord-Ost zum Aufbau neuer Gruppe im Osten Deutschlands, denn dort gibt es immer noch nur wenige DPSG-Stämme. Und es gab die Idee Pfadfinden in die Ganztagsschule zu bringen. Mit diesem Auftrag machte ich mich ans Werk und merkte schnell: Einfach wird das nicht werden, in einer Region in der kaum jemand Pfadfinder und Jugendverbandsarbeit kennt und zudem 80% der Bevölkerung keiner Kirche anghören. Und so startete im März 2011 die erste ‚Pfadfinder-Arbeitsgemeinschaft (AG)‘ an der katholischen Sankt-Mauritius-Sekundarschule in Halle (Saale). Im April fand ich die ersten beiden Leiterinnen und im Sommer ging es auf die erste Fahrt ins Almühltal. Zum Beginn des Wintersemesters 2011/12 an der Uni Halle fanden sich dann weiter fünf Leiter und so begann die erste Siedlung zu wachsen.

Siedlungsgründung in Halle im zweiten Jahr

Am 21.4.2012 war es soweit: In Halle feierten wir mit Gästen aus dem Diözesanverband Magdeburg und aus unseren ‚Heimatstämmen‘ die Gründung der Siedlung Phönix Halle. Mittlerweile war eine Wölflingsgruppe dazugekommen, denn der benachbarte Hort der Grundschule zeigte Interesse an unsere Arbeit. Die Schulkooperation lief also gut, trotz dem ein oder anderen Vorbehalt gegenüber Schule in der Leiterrunde. Aber die Erfahrung, dass wir bei der inhaltlichen Gestaltung der AG die gleiche Freiheit wie bei der Gestaltung einer Gruppenstunde haben, überzeugte schließlich. Nebenbei zeichnte sich für mich ab, dass erfolgreiche Aufbauarbeit in Halle auch bedingt, den Diözesanverband Magdeburg mit zu unterstützen.

Festigen der Siedlung in Halle – Unterstützung für den Diözesanverband Magdeburg im dritten Jahr

In einer neuen Siedlung, es war auch für mich die erste, galt es nun eine funktionierende Stammesstruktur zu entwickeln. Die Leiterrunde musste sich finden, der Vorstand in seine Aufgabe hineinwachsen, die Gruppenstunden sich verstetigen und Elternarbeit beginnen. Hier war ich mitten im Geschehen, unterstütze und vernetzte wo ich konnte. Gleichzeitig war auch im DV Magdeburg die Einbindung der neuen Siedlung und Ausbildung ‚dran‘. Hier setzte die Siedlung Halle ein Zeichen mit der Friedenlichtaussendung im Dezember 2012 in Halle und ich bei der Ausbildung der Leiterinnen und Leiter, in Halle und Badersleben.

Die Siedlung Leipzig startet im vierten Jahr in der Gemeinde Liebfrauen-Lindenau

Nachdem in Halle mit der Stammesgründung meine Arbeit so gut wie abgeschlossen war, konzentrierte ich mich auf den Aufbau in Leipzig. Hier hatte es schon mal einen Anlauf in einer Gemeinde gegeben, leider ohne Erfolg. Die Leiterrunde legte sich im Frühjahr und Sommer richtig ins Zeug mit Werbung auf Kultur- und Stadteilfesten und auch eine Kirchengemeinde mir Gruppenraum war nun gefunden. Im September startete dann die Gruppenarbeit mit acht Kindern, mittlerweile sind es etwa 20. Hier zeigt sich, wie schwierig es ist, als katholischer Jugendverband eine neue Gruppe zu gründen. Denn in Würzburg oder Düsseldorf reicht oft ein einfacher Aushang in der Grundschule und 20 Wölflinge finden sich ein. In Ostdeutschland gibt es (immer noch) Vorbehalte gegenüber verbandlichen Jugendgruppen (siehe FDJ) und mangelnde Erfahrung mit den christlichen Kirchen.

Nachwuchsförderung, noch eine Siedlung und Wissenstransfer: 2015

Im fünften Jahr ist meine Arbeit wesentlich vielfältiger und komplexer geworden. Natürlich stehe ich ‚meinen Siedlungen‘ in Leipzig und Weißenfels weiterhin mit Rat und Tat beiseite, mittlerweile kümmere ich mich aber auch die Nachwuchsförderung für Leitungs- und Vorstandsämter im DV Magdeburg, berate die Diözesanleitung, gestalte in BKDJ und Jugendpastoral Magdeburg mit und sichere die Erkenntnisse des Projektes. Ein Schwerpunkt liegt nun auch auf der langfristigen Sicherung der Pfadfinderarbeit in der Region: Pläne zur Fortführung des Projektes sind da, denn es gibt deutliche Wachstumschancen.

Mein Fazit

Ich bin stolz auf das Erreichte, vor allem aber auf ‚meine‘ Stämme und Siedlungen. Für mich hieß es immer wieder abwarten und Zeit zur Entwicklung geben. Umso schöner ist es die Gruppen und Menschen wachsen zu sehen, aus den ersten Wölflingen in Halle sind mittlerweile Pfadis geworden und aus Leitern Diözesanvorsitzende. Für mich persönlich einer der schönsten Jobs überhaupt, den für neue Herausforderungen war und ist stets gesorgt. Und für uns als Verband ein lohneswertes Engagement, den Kinder und Jugendliche sollten überall in Deutschland die einzigartige Gelgenheit des Pfadindens bekommen.

 

Weitere Informationen auf der Projektseite auf dpsg.de und in den Blogartikeln zu Schule und Hochschulgruppe.

 

 

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2 Responses

  1. FJHH

    1. Dezember 2015: Mann erkennt den Unterschied und die 5 Jahre 😜 Gute Abeit 👍

     
  2. Robbe

    1. Dezember 2015: Wir gratulieren euch, aus Erfurt heraus. Die FDJ Vorurteile merkt man leider noch sehr häufig, vorwiegend am Halstuch. Eine super Arbeit und noch weiter alles Gute, lieber Jan. Gut Pfad.