Pfadfinderverbände setzen sich für Geflüchtete ein

Erschienen am 15. Dezember 2015 in Werte & Gesellschaft

Tim Ernst

Tim Ernst

Tim kommt aus dem Diözesanverband Aachen und ist Multiplikator der Jahresaktion 2015. Beim Refugee Response Seminar war er Teil der rdp-Delegation.

 

Ende November trafen sich in Kopenhagen mehr als 100 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus ganz Europa zum „Refugee Response Seminar“. Sie tauschten sich zur aktuellen Flüchtlingssituation in Europa aus. Mit dabei auch Vertreter von VCP, BDP und DPSG. Für die DPSG war Tim Ernst aus der Diözese Aachen mit dabei.

Über das ganze Wochenende hinweg galt es zu beraten, wie wir als Pfadfinderinnen und Pfadfinder uns sinnvoll und erfolgreich für geflüchtete Menschen einsetzen können, und welche Rolle Jugendorganisationen generell spielen können und sollten. Dazu fand ein reger Ideen- und Erfahrungsaustausch statt, der am Samstag durch Workshops auf lebendige Weise unterstützt wurde Infos zu den Inhalten der Workshops findet ihr hier.

Verbände unterstützen Geflüchtete unterschiedlich

Neben den Workshops bekamen die Verbände die Gelegenheit, ihre Projekte zur Unterstützung der Geflüchteten vorzustellen. Schnell wurde klar, wie unterschiedlich die Situation in den einzelnen Ländern ist. Vom Großzeltaufbau über die Betreuung und Erstaufnahme bis hin zur Integration übernehmen zum Beispiel die griechischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder vielfältige Aufgaben, welche sie leider aktuell bis an ihre Belastungsgrenzen bringen. Auch die türkischen Pfadfinder sind schon seit Jahren aktiv in den riesigen Erstaufnahmelagern in ihrem Land. Zur Zeit befinden sich Rund 5 Millionen Geflüchtete in der Türkei. Bemerkenswert ist, dass es mit der Unterstützung des türkischen Verbandes gelungen ist, den syrischen Pfadfinderverband quasi wieder aufzubauen. So leben in den großen Lagern im Land mittlerweile rund 7000 aktive syrische Pfadfinderinnen und Pfadfinder, welche zum Teil schon vor dem Krieg pfadfinderisch aktiv waren.

Neue Ideen im Gepäck

Insgesamt war dieses internationale Treffen wirklich gut organisiert, wenn man bedenkt das das ganze erst 13 Wochen vorher beschlossen wurde. Wir konnten diverse neue Kontakte knüpfen und neue Ideen spinnen, wie wir weiterhin unser Engagement für Geflüchtete als Jugendorganisationen stärken und vertiefen können. Wir deutschen Pfadfinderinnen und Pfadfinder konnten viele Erkenntnisse mit nach Hause nehmen, davon waren zwei ganz Zentral und meiner Ansicht nach auch wichtig:

Gute Arbeit für und mit Geflüchteten fortsetzen

Unsere Bisherige Arbeit innerhalb der DPSG mit und für Geflüchtete ist gut und darf auch mit Ende der Jahresaktion in ein paar Wochen nicht aufhören. Dafür wollen wir uns in den nächsten Monaten noch besser mit den anderen rdp-Verbänden vernetzen, da auch dort an vielen Orten gute und wichtige Arbeit geleistet wird, es allerdings oft an der Vernetzung hapert. Außerdem zeigten sich viele Vertreterinnen und Vertreter der anderen Verbände im In- und Ausland von den Methoden der Jahresaktion beeindruckt und konnten nicht genug Infomaterial von uns bekommen.

Willkommenskultur weiter stärken

Wir schaffen das! In allen Gesprächen wurde uns bewusst, dass die aktuelle Situation zu schaffen ist, wenn wir nicht nur als Pfadfinderinnen und Pfadfinder, sondern vor allem als Menschen zusammenhalten. Ihr könnt dazu beitragen, dass in den Geschichtsbüchern der Zukunft berichtet werden kann, wie human sich Europa gegenüber Menschen verhalten hat, die vor Krieg, Terror oder schlimmer Armut geflohen sind. Danke, dass ihr euch in den Diözesen, Bezirken und Stämmen vor Ort für Geflüchtete einsetzt. Weiter so! Es macht mich verdammt stolz, teil dieser erstarkenden Willkommenskultur zu sein.

Kommentar hinterlassen:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.