Gedenktag des heiligen Stephanus

Erschienen am 26. Dezember 2015 in Glaube leben

Leben in Fülle

Leben in Fülle

Menschen aus der DPSG und dem Verband Nahestehende schreiben in diesem Jahr unter dem Motto "Nebeneinander - Miteinander - Füreinander". Nacheinander nehmen wir diese Begriffe in den Blick: Was heißt es, nebeneinander zu leben? Was verbindet uns? Wo leben wir miteinander und was bedeutet es? Und wie können wir auch füreinander leben?

 

„Kennst du noch den Ort, wo ich auf dich gewartet hab
Seite an Seite mit den andern Steinen lag ich da
Ich war kalt, ohne Heimat und alleine
Bevor du kamst war ich nur einer dieser Steine
Ich war so staubbedeckt bevor du mich gefunden hast
Hast mich in Gang gesetzt mir endlich neuen Schwung gebracht
Ich war kalt, war versteinert und alleine
Bevor du kamst war ich nur einer dieser Steine
Ohne Heimat und alleine
Nur einer dieser Steine“
© Sido – Einer dieser Steine

 

Leblos, mit Füßen getreten, unbeachtet… solange bis man ihn in die Hand nimmt – ein Stein. Und dann liegt es an dir was du aus ihm und mit ihm machst. Aus dem geschliffenen Gebilde, dass vielleicht schon viele Jahrhunderte überdauert hat.

Wirst du ihn jemandem vor die Füße werfen, damit er darüber fällt,
wirst du ihn werfen um damit etwas zu zerstören,
wirst du ihn mit aller Wucht schleudern, dass jemand zu Tode kommt?

So hat der heilige Stephanus, dessen Gedenktag wir heute feiern, den Stein erlebt. Stephanus wurde für seinen Glauben getötet – gesteinigt. Noch im Moment seines Todes sagte er: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“ (Apg 7,56).

Doch genau er, der sein Leben in den Dienst der Bedürftigen gestellt hat, der unermüdlich das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu verkündet hat, er zeigt uns, dass Steine nicht nur zerstörerische Kraft sondern auch verbindende Kraft haben.

Stephanus wird häufig mit Steinen in der Hand dargestellt, die zweifelsohne auf seinen Tod hindeuten. Für mich zeigen sie aber auch, dass er Steine in die Hand genommen hat um damit gutes zu tun. Er hat vielen Menschen Steine aus dem Weg geräumt, hat sich in Notlagen um Witwen und Waisen gekümmert. Er war in seiner Gemeinde in Jerusalem mit seiner Wortgewalt und Eloquenz wie ein Wegzeichen aus Steinen, das hilft sich nicht zu verirren und das Wesentliche im Blick zu behalten. Er hat geholfen, an seiner Gemeinde zu bauen und sich einzubringen.

Leben in Fülle bedeutet im Hinblick auf den heutigen Tag, die Steine in die Hand zu nehmen, sie nicht zu werfen sondern „Bauleute einer lebenswerten Stadt“ zu sein. Etwas zu schaffen, das verbindet und nicht ausschließt.

Leben in Fülle bedeutet, den Himmel offen zu sehen auch wenn die Steine fliegen…
Katharina Metzl, Diözesankuratin DV Passau

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