Hochfest der Gottesmutter Maria

Erschienen am 1. Januar 2016 in Glaube leben

Leben in Fülle

Leben in Fülle

Menschen aus der DPSG und dem Verband Nahestehende schreiben in diesem Jahr unter dem Motto "Nebeneinander - Miteinander - Füreinander". Nacheinander nehmen wir diese Begriffe in den Blick: Was heißt es, nebeneinander zu leben? Was verbindet uns? Wo leben wir miteinander und was bedeutet es? Und wie können wir auch füreinander leben?

 

Ein Hochfest für die Gottesmutter Maria. Hat sie das „verdient“? Ja, das hat sie.
Wenn man nämlich ein bisschen in der Bibel blättert, erfährt man im Lukasevangelium (vgl. Lk 1,31-37), dass ein Engel zu Maria sagt, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringen und dass sie ihn durch den Heiligen Geist empfangen werde. An sich ja schon eine ganz schön seltsame Geschichte…

Aber was sagt Maria zu dieser seltsamen Geschichte? Sie sagt: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,38)

Ich finde das ja auf den ersten Blick noch seltsamer als alles, was vorher geschrieben steht. Da kommt ein Engel zu einer jungen Frau und sagt ihr, dass sie aus dem Nichts heraus schwanger werden wird. – Ziemlich seltsam und auch biologisch unmöglich; ein Wunder eben.

Dann sagt der Engel noch, dass das Kind heilig sein wird und Gottes Sohn sein wird. – Okay, das kann man jetzt auch als Spinnerei abtun, wenn man will.

Es folgt ein Beispiel für Gottes Größe und Allmacht, nämlich die Schwangerschaft Elisabets, die einen Sohn bekommen wird, obwohl sie als unfruchtbar gilt (vgl. Lk 1,36f.). – Medizinisches Wunder, soll ja vorkommen.

Und, obwohl das alles so seltsam und eigentlich unmöglich erscheint, sagt Maria: „In Ordnung, wenn du Engel das sagst, wird das schon stimmen.“

Maria verlässt sich einfach darauf, dass der Engel ihr keine Märchen erzählt und beweist damit ein großes Gottvertrauen. Sie glaubt an dieses Wunder, das da verkündet wird und nimmt diese unglaubliche Geschichte an, sagt ohne Zögern „Ja!“ dazu. Das ist ein ziemlich großes Wagnis, wenn man bedenkt, dass sie ja schon einen Mann hat. Wenn der erfährt, dass sie von einem anderen schwanger ist, könnte er sie dafür auch einfach verstoßen. Ganz zu schweigen davon, dass sie nach der Geburt mit Kind und Kegel fliehen und später ihren Sohn begraben muss. Die ganze Geschichte birgt für sie also keine rosarote Zukunft, aber das ist ihr egal.

Maria wagt also etwas, sie verlässt ihre Komfortzone, geht einen ungewissen Weg und erfährt dadurch nicht Ablehnung, sondern Erfüllung und Freude. Sie ist Gott sogar dankbar dafür, dass er sie auserwählt hat und freut sich auf das Kind (vgl. Lk 1,46-55).

Das ist es wohl, was ein Leben in Fülle ausmacht: Etwas wagen, Vertrauen haben in Gott und meine Mitmenschen. Die Komfortzone verlassen und mich auch mal Sachen aussetzen, die mir vielleicht erst einmal unangenehm erscheinen. Maria ist eine sehr mutige Frau, weil sie genau das tut. Und deswegen hat sie auch ihr eigenes Hochfest, das wir heute feiern.

Ich finde ja, dass man sich bei so einer Heiligen auch immer mal fragen kann: „Wie kann Maria für mein Leben ein Beispiel sein?“ Und da ist die Liste an Möglichkeiten schier unbegrenzt. Versuch doch einfach mal „Ja!“ zu sagen zu den Herausforderungen, die das Leben dir und deinen Mitmenschen stellt und gib diese Zustimmung auch aus dem Vertrauen auf Gott heraus. Im Grunde ist das ja ein sehr pfadfinderischer Gedanke: Mutig sein, einfach machen, nicht lange überlegen und dabei darauf vertrauen, dass es gut wird. Wage ein Leben in Fülle. Und dann passieren eben kleine und große Wunder in deinem Leben.

Rebecca Spira

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