Leben in Fülle ist Leben in Hoffnung

Erschienen am 25. März 2016 in Glaube leben

Leben in Fülle

Leben in Fülle

Menschen aus der DPSG und dem Verband Nahestehende schreiben in diesem Jahr unter dem Motto "Nebeneinander - Miteinander - Füreinander". Nacheinander nehmen wir diese Begriffe in den Blick: Was heißt es, nebeneinander zu leben? Was verbindet uns? Wo leben wir miteinander und was bedeutet es? Und wie können wir auch füreinander leben?

 

Der Karfreitag steht ganz im Zeichen des Leidens und des Todes Jesu. Ein Tag der Trauer, der jedes Jahr aufs Neue einen großen Verlust spürbar werden lässt. Ich verbinde mit dem Gefühl der Trauer auch immer ein Gefühl von Heimweh.

Heimweh ist vielen von uns Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus unserer Kindheit noch gut bekannt. Das erste Sommerlager, zum ersten Mal auswärts übernachten, mehrere Tage zu Hause weg sein ohne die vertraute Familie und Umgebung. Wenn ich daran denke, spüre ich wieder diesen Kloß im Hals, dieses Gefühl, dass etwas sehr fehlt, schmerzlich fehlt. Im Laufe der ersten Tage wurde dieses Gefühl dann immer kleiner und verschwand schließlich. Spaß, Abenteuer, Freundinnen und Freunde und die Gemeinschaft halfen, die Trauer zu überwinden.

Wenn ein Mensch von uns geht, ist der schmerzliche Verlust so viel größer als beim Heimweh. Das Hoffen und Warten auf ein Wiedersehen wird sich nicht wie beim Sommerlager nach ein paar Tagen erfüllen. Es scheint für immer. Und immer wieder werden wir durch vertraute Situationen, Melodien, Gerüche oder bestimmte Tage an den Menschen erinnert, der uns fehlt und der Kloß im Hals kehrt zurück. Was hilft uns, die Trauer zu überwinden?

Als christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder glauben wir, dass Gott für uns da ist, im Leben wie auch im Tod. Wir glauben an ein Leben nach dem Tod und haben die Hoffnung darauf, dass das, was wir sehen, nicht alles ist. Als Jesus stirbt, legt er seinen Geist in die Hände Gottes. Auf dem Grabstein von Baden-Powell wie auch bei vielen weiteren Pfadfinderinnen und Pfadfindern, die von uns gegangen sind, finden wir das Wegzeichen: Ich habe meinen Auftrag erfüllt und bin nach Hause gegangen.

Ein schöner Gedanke: Nach einem erfüllten Leben nach Hause zu gehen.
Eine Hoffnung, die uns als Christen verbindet.
Eine Hoffnung, die uns durch unser Leben trägt.


Jasmin Bernstein, Diözesanvorsitzende Freiburg


Wir finden, es lohnt ein Blick in die Theologie der Verbände. Die dazugehörige Arbeitshilfe findest Du hier.

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One Response

  1. Walter @trauerhilfe-denk.de

    25. April 2016: Sehr schöner Beitrag zum christlichen Umgang mit dem Tod! Das Gefühl der Heimweh habe ich auch schon oft in meiner Arbeit kennengelernt. Schön, wie sie das mit der Kindheit verknüpfen, sehr gelungen! Diese Hoffnung, nach Hause zu gehen, verbindet uns wahrlich alle. Ich werde mich weiter auf ihrer Website umschauen! Vielen Dank und liebe Grüße, Walter von der Trauerhilfe Denk