Leben in Fülle ist Leben in Hoffnung

Erschienen am 27. März 2016 in Glaube leben

Leben in Fülle

Leben in Fülle

Menschen aus der DPSG und dem Verband Nahestehende schreiben in diesem Jahr unter dem Motto "Nebeneinander - Miteinander - Füreinander". Nacheinander nehmen wir diese Begriffe in den Blick: Was heißt es, nebeneinander zu leben? Was verbindet uns? Wo leben wir miteinander und was bedeutet es? Und wie können wir auch füreinander leben?

 

Das Wort „Hoffnung“ ist für mich im Jahre 1978 inhaltlich sehr gefüllt worden. Ich war damals 20 Jahre alt und studierte im Mainzer Priesterseminar Theologie. Zusammen mit anderen Studenten habe ich am Katholikentag in Freiburg teilgenommen, der unter dem Leitwort stand: „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben.“

Der Freiburger Katholikentag war die erste wirkliche Großveranstaltung der Katholikentage und läutete einen Höhepunkt dieser Veranstaltungen ein. Er hat mich so beeindruckt, dass ich seitdem an allen Katholikentagen teilgenommen habe. Es war vor allem die Atmosphäre dieser Tage, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Es waren sehr viele Jugendliche und junge Erwachsene in Freiburg, die auf den Gesprächsforen und bei vielen Gesprächen am Rande um die Frage gerungen haben, was unserer Gesellschaft und jedem einzelnen Zukunft und Hoffnung gibt.

Neben den gesellschaftspolitischen Diskussionen, die 1978 natürlich ganz andere waren als heute, waren es zwei Begegnungen, die mich nachhaltig beeindruckt haben: Da war zum einen die Begegnung mit Mutter Teresa. Sie war eine kleine zierliche Person und hat wenig, aber sehr beeindruckend geredet. Da wurde mir deutlich, dass nicht die Großen und Wortgewaltigen Hoffnung schaffen, sondern die vielen, die unermüdlich opferbereit und ohne viel Aufhebens der Welt Hoffnung und Zukunft geben.

Zum anderen hat mich die Begegnung in einem Friedensgottesdienst im Freiburger Münster nachhaltig beeindruckt. Es war eine geistliche Begegnung mit dem auferstandenen Herrn, Jesus Christus, die mir deutlich machte, dass nur er wirklich Frieden in der Welt schaffen kann. Er kann der Welt Zukunft und Hoffnung geben. Mit ihm ist Leben in Fülle möglich – nicht erst nach dem Tod.

Ich wünsche allen, die diesen Impuls lesen, dass sie diese Erfahrungen auch an Ostern machen können: Der auferstandene Jesus Christus gibt uns Leben in Fülle und Leben in Hoffnung.


Ulrich Neymeyr, Bischof von Erfurt


Wir finden, es lohnt ein Blick in die Theologie der Verbände. Die dazugehörige Arbeitshilfe findest Du hier.

Kommentar hinterlassen:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.