Green Events

Erschienen am 28. November 2016 in Allgemeines

Simon Weihofen

Simon Weihofen

Simon ist seit den Wölflingen Mitglied in der DPSG. Er war Gruppenkind und Leiter im Stamm Phoenix St. Anna Rheinberg und Mitglied des Rover-AKs im Bezirk Niederrhein-Süd. Seit 2013 ist Simon Mitglied im Bundesarbeitskreis Ökologie.

 

bundesversammlung_shumbek_91Erfahrungen von der 82. Bundesversammlung in Hardehausen

Seit einiger Zeit könnt ihr den Green Events Leitfaden für nachhaltige Veranstaltungen im Internet unter http://s.dpsg.de/greenevents herunterladen. Er gibt viele Tipps, worauf ihr bei der Planung und Durchführung von (Groß-)Veranstaltungen achten könnt, um diese nachhaltiger zu gestalten. Neben theoretischen Anregungen, wollten wir aber selbst auch eigene Erfahrungen sammeln. Deshalb haben wir überprüft: Wie leicht oder schwierig ist es eigentlich, eine Veranstaltung nachhaltiger zu planen und durchzuführen?

In der DPSG findet in jedem Jahr die Bundesversammlung statt. Eine gute Gelegenheit, sich dieser Veranstaltung einmal anzunehmen und zu überlegen: Wie können wir die Bundesversammlung nachhaltiger planen und durchführen?

Grün geplant

Schon bei der Planung wurden wir vom Fachbereich Ökologie mit eingebunden. So waren wir bei dem Besichtigungstermin vorab anwesend und konnten bereits erste Gespräche mit der Küche und der Hausleitung führen, um einige Inhalte des Green Events Leitfadens abzufragen. Dabei wurden wir positiv überrascht, denn sowohl das Organisationsteam als auch die Hausleitung hatten schon vieles selbst unternommen. In der Küche etwa wurde schon auf regionale und saisonale Küche geachtet.

Außerdem wurden auch in diesem Jahr nur auf Anfrage die Antragstexte ausgedruckt und zur Vorbereitung verschickt. Im Vorfeld werden alle notwendigen Dokumente aber auch in einer Owncloud zur Verfügung gestellt. Während der Bundesversammlung gab es zusätzlich eine kleine Pinnwand, an der Flyer ausgehängt werden konnten. Somit wurde verhindert, dass Flyer auf jeden der Tische verteilt und hinterher weggeschmissen werden. Jeder Teilnehmer, der Interesse an den Inhalten hatte, konnte an der Pinnwand einfach ein Foto vom Flyer mit dem Smartphone schießen.

Papier vs. PC – Was ist umweltfreundlicher?

Foto: Sebastian Humbek

Foto: Sebastian Humbek

Auf der Bundesversammlung wollten wir dann die Umweltbelastung durch unsere Veranstaltung messen. Wir besorgten uns deshalb Stromzähler, die wir unter jedem Gruppentisch anbrachten. Denn wir wollten wissen, was die mitgebrachten Laptops, Tablets und Smartphones über die vier Tage an Strom verbrauchen. Wir teilten vor der Versammlung auch den Teilnehmenden mit, dass wir einen kleinen Wettbewerb draus machen wollen, um zu sehen, wer am Ende wohl am wenigsten Strom verbraucht hat.

Insgesamt wurden an den acht gemessenen Gruppentischen 8,975 kWh verbraucht. Um diese abstrakte Zahl ein wenig in Relation zu setzen: Mit einer kWh kann man ca. 70 Tassen Kaffee kochen. Also hätte man mit den fast 9 kWh rund 630 Kaffeetassen befüllen können. Bei rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die anwesend waren, sind das also ca. 4 Tassen Kaffee. Man hätte also mit dem an den Gruppentischen verbrauchten Strom eine Tasse Kaffee je Teilnehmer pro Tag kochen können.

Setzt man die 8,975 kWh Mehrverbrauch an Strom durch elektrische Geräte mit den ca. 16.380 vermiedenen Papierseiten ins Verhältnis, entsteht eine positive Bilanz. Laut dem Bayrischen Landesamt für Umwelt benötigen 500 Seiten Recyclingpapier in der Herstellung 10,5 kWh. 16.380 A4-Seiten aus Recyclingpapier hätten also schon in der Herstellung 343,56 kWh Strom benötigt, was ca. 38x dem Mehrverbrauch an den Gruppentischen entspricht.

Fazit

Klar ist auch, dass der Stromverbrauch an den Gruppentischen nur einen kleinen Anteil am gesamten Stromverbrauch der Bundesversammlung ausmacht. Die Hauptverbraucher sind neben den Beamern und der Beleuchtung natürlich auch die Musikanlage mit der die Redebeiträge der Teilnehmer akustisch verstärkt werden. Nichtsdestotrotz haben wir uns auf den Stromverbrauch der Gruppentische konzentriert – und das aus gutem Grund: Wir wollten selbst wissen was am Ende besser für die Umwelt ist.

Auf Papier zu verzichten und die Dokumente auf dem Laptop oder Tablet anschauen? Oder besser doch alles ausdrucken lassen und auf das Laptop verzichten? Betrachten wir den Stromverbrauch, ergibt sich auf den ersten Blick ein deutliches Bild: Es ist wesentlich umweltfreundlicher, auf Papier zu verzichten. Allerdings muss man dazu sagen, dass wir nicht alle Aspekte vollumfänglich in Betracht gezogen haben. So ist es nur schwer möglich, den Stromverbrauch zu ermitteln, der für die Herstellung der auf der BV verwendeten Laptops verbraucht wurde. Auch das Ausdrucken der Papierseiten hat Strom verbraucht, was wir auch nicht überprüft haben.
Es kann nicht alles bis ins kleinste Detail betrachtet werden. Doch insgesamt ergibt sich auch auf den zweiten Blick eine Tendenz zum Laptop. Den kann man schließlich öfters verwenden. Das Papier hingegen wird tendenziell nach der Bundesversammlung entsorgt.

Leider sind in den letzten drei Jahren die Teilnehmer wieder zahlreicher geworden, die nicht auf Papier verzichten möchten. Waren es auf der 80. Bundesversammlung noch 26,8 % der Teilnehmer, die Papier bestellt haben, wollten 2016 in Hardehausen schon 42,0 % nicht auf Papier verzichten. Ich persönlich würde mich also freuen, im nächsten Jahr wieder mehr Teilnehmer auf der Bundesversammlung zu sehen, die auf den Ausdruck der Dokumente verzichten können.

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