Tag 3: Gummibären, hüpfen hier und da und im Senegal

Erschienen am 19. April 2017 in Abenteuer Pfadfinden

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Was im letzten Beitrag kurz und bündig als „Abend mit Trommeln und Gesang“ beschrieben wurde, wird den Ereignissen nicht gerecht! Wir hatten einen Abend, der seinesgleichen sucht: afrikanische Ringtänze, Ringspiele und überraschenderweise auch Ringereien, die verschwitzt und lachend im Sand endeten. So kamen wir uns ein weiteres Stück näher und irgendwann gingen die Erschöpften vor den dauerhaft Energiegeladenen ins Bett. Wer da jetzt wer ist, muss ich hoffentlich nicht erklären. Kleiner Tipp: Wir haben sie nicht kaputt gespielt. Die folgende Nacht war dementsprechend auch eher kurz und der Hahn gönnte sich eine Pause am nächsten Morgen. Dafür enttäuschte der Muezzin nicht und weckte uns pünktlich um fünf auf.

Zeit ist relativ

Der für sieben Uhr bestellte Bus kam dann auch um sieben s.Z. (= senegalesische Zeit). Die Uhr zeigte zwar 10.30, uns wurde aber versichert, es sei maximal fünf Minuten nach sieben. Davon ließen wir uns überzeugen und fuhren pünktlich um sieben c.t. s.Z. (cum tempore) (11.15 Uhr) ab, nach Ngollar. Wir fuhren in ein Dörflein, 30 km außerhalb von Thies.

Auf der Fahrt wurden die Menschen immer spärlicher und die Ziegen, Schweine, Ferkel, Kühe, Hunde, Katzen und nicht zu vergessen, die Streifenhörnchen, übernahmen das Ruder. Aus Asphaltstraße wurde Sandpiste, aus Sandpiste wurde Buckelpiste, aus Buckelpiste wurde Schlagloch, aus Schlagloch wurde fast überfahrener Hund. Aus fast überfahrenem Hund wurden viele Kinder, die lachten und winkten und uns berührten. Viele hatten noch nie Leute von außerhalb des Dorfes gesehen. Aufgeregte Kinderaugen schauten uns an, einige von uns fühlten zaghafte Berührungen an der Haut fühlten.

Staatsmännischer Empfang

Dann wurden wir unter Begleitung der deutschen Nationalhymne auf die Ehrentribüne geleitet, wo wir Platz nehmen sollten. Spätestens da waren wir alle leicht verlegen. Für das Dorf waren wir die höchsten Ehrengäste nach dem Präsidenten. Es folgten zweieinhalb Stunden mit Tänzen, Reden auf Französich, Tänzen, Reden auf Deutsch, Trommeln, Reden auf Wolof, und Ehrungen.

Wir schmolzen dahin wie die Gummibärchen unserer Teamerin. Dankbarerweise verwandelten wir uns nicht in einen untrennbaren Gummikloß.
Erkenntnis des Tages Numero Eins: Gummibärchen können ziemlich groß und widerlich sein, wenn man sie in der Sonne stehen lässt – war überhaupt nicht abzusehen. Sonnencreme und Schweiß taten ihr übriges.

Nach einer Siesta fanden wir uns dann in Kleingruppen zusammen, je zwei Senegalesen und zwei Deutsche, um uns besser kennen zu lernen. Bei unterschiedlichen Sprachkenntnissen ein spannendes Unterfangen, was mal gut und mal so „naja“ funktionierte. Klappt aber irgendwie alles!
Erkenntnis des Tages Numero zwei: Im Senegal sind Eisbären heimisch. – Scheint doch nicht so ganz fehlerfrei zu klappen! Aber hey, immerhin haben wir Eisbär verstanden.

Wie eine Inszenierung…

Es folgt die feierliche Entzündung des „Feu du Camp“, des Lagerfeuers. Anders als bei uns ist das Feuer hier sehr hoch angesehen und wird mit dem Pfadfindergruß bei jedem Vorbeilaufen gegrüßt: nicht irgendwie, sondern stehenbleibend und Haltung annehmend.

Zum Abendessen gibt’s Reis, Huhn und Yassa, das obligatorische Zwiebelgemüse. Schmeckt gut, macht satt und zufrieden. Danach aber geht’s rund. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir tanzen um das Feuer. Afrika unglaublich elegant, Europa unglaublich… naja, nasser Waschlappen trifft es im Vergleich ganz gut. Zwischendurch kommt es uns wie eine Inszenierung vor, es ist einfach unglaublich ungewohnt, um das Feuer zu tanzen. Aber auch unglaublich lustig und wir genießen jeden Moment des „Unter-dem-Vollmond-in-der-afrikanischen-Savanne-um-das-Feuer-Tanzens“.

Manche machen dann noch einen Spaziergang durch den Sand, barfuß, während es eiskalt in der Savanne wird. Bei geschätzten 23 Grad schlottern wir alle und ziehen uns wärmere Sachen an. Dem Wind lauschend sinken wir nach unserer Rückkunft auf die Isomatten und schlafen selig ein.

Lukas Holzwarth

für das Senegal-Team

 

 

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