Von G€ld und Paragra§en

Erschienen am 14. Juli 2017 in Lilienpflege

Volker Lindhauer

Volker Lindhauer

Volker Lindhauer ist Referent für Verbandsentwicklung und Jugendpolitik beim DPSG Bundesverband. Ehrenamtlich engagiert er sich in seinem Heimatstamm in Münster.

 

Mit dem Blogbeitrag „Abenteuer geht vor Verwaltung“ in dieser Reihe zum Lilienpflege-Planer haben wir euch Tipps gegeben, wie ihr als Vorstände Rahmenbedingungen für Ehrenamt beeinflussen könnt. Dieser Blogbeitrag berührt ein ähnliches Thema, jedoch aus einem etwas anderen Blickwinkel: Ich möchte euch Tipps und Infos geben, wir ihr die gegebenen Rahmenbedingungen gut nutzen könnt. Der Schwerpunkt liegt auf Finanzen und Rechtsfragen.

In den Lilienpflege-Sets haben wir zahlreiche Rückmeldungen bekommen, dass es mehr Gelder und einfachere Möglichkeiten, sie zu beantragen braucht. Darüber hinaus sind Rechtssicherheit für Leiterinnen und Leiter und organisatorische Unterstützung wichtige Bedingungen, die Leiterinnen und Leitern Spaß an der Sache ermöglichen. Zu wissen, dass man rechtlich und finanziell Rückendeckung erfährt, schafft einen freien Kopf um für die Kinder und Jugendlichen in der DPSGDeutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg spannende Programme anbieten zu können.

Zu wenig Geld in der Stammeskasse?

Fördermöglichkeiten für die Jugendarbeit sind regional und kommunal sehr unterschiedlich. Mit diesem Blogbeitrag können wir nur sehr allgemein darauf eingehen. Daher möchte ich euch vor allem empfehlen, im Rahmen der Modulausbildung den Baustein 3c „Finanzen, Haftung und Versicherung“ zu besuchen. Darin erhaltet ihr einen tieferen Einblick in die Möglichkeiten bei euch in der Diözese an Fördermittel zu kommen. Ein paar allgemeine Hinweise:

Der Gesetzgeber sagt: „Jugendarbeit ist zu fördern.“ Fördermittel stehen euch also grundsätzlich über die verschiedenen staatlichen Stellen zur Verfügung. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass jede Kommune Zeltlager und Wochenendveranstaltungen mit einem gewissen Betrag pro Person und Tag fördert. Diese Beträge mögen zunächst klein erscheinen, wenn man sie regelmäßig beantragt kommt jedoch eine beachtliche Summe zusammen. Für internationale Begegnungen (meist jedoch nicht für reine Auslandsfahrten) gibt es oft höhere Fördersätze. Weiterhin gibt es manchmal finanzielle Unterstützung für Anschaffungen – bspw. von Zelten, Spielen oder technischen Geräten. Ansprechpartner sind dafür meist die örtlichen Jugendämter.

Über den rdp in eurem Bundesland erhaltet ihr darüber hinaus normalerweise den Zugriff auf Fördermittel des Landes: Die Gelder aus den Kinder- und Jugendförderplänen werden meist erst unter den Jugendverbänden aufgeteilt und dann über den jeweiligen rdp an eure Diözese weitergegeben. Informiert euch im Diözesanbüro oder beim Diözesanvorstand, ob und wie ihr diese Mittel beantragen könnt.

In manchen Fällen kommt auch eine Finanzierung durch Mittel des Kinder- und Jugendplanes des Bundes in Betracht: Darauf könnt ihr insbesondere dann zugreifen, wenn ihr eine internationale Begegnung mit anderen Pfadfinderinnen und Pfadfindern plant. Informationen dazu erhaltet ihr auf dpsg.de.

Auch die katholischen Gemeinden fördern Jugendarbeit. Falls ihr davon noch nicht profitiert, sprecht mit eurem Pfarrer oder einem Mitglied des Pfarrgemeinderats.

Es lohnt sich, auch in der Wirtschaft die Augen offen zu halten: Gerade wenn ihr konkrete Anschaffungen plant lohnt es sich bei Betrieben in eurem Ort nach Unterstützung zu fragen. Die örtliche Sparkasse muss ohnehin einen Teil ihres Gewinns dem Gemeinwohl zukommen lassen. Der Autohändler im Ort unterstützt euch vielleicht bei der Suche nach einem günstigen Stammesbulli mit seiner Expertise.

Berufstätige Leiterinnen und Leiter verzichten oft auf einen ordentlichen Teil ihres Jahresurlaubs, wenn sie mit der DPSGDeutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg ins Sommerlager fahren. Informiert euch, welchen Anspruch sie auf Sonderurlaub haben und wie sie ihn beantragen können. Das ist auf Ebene der Bundesländer geregelt. Informationen dazu erhaltet ihr über den rdp in eurem Bundesland oder über eure Diözese. Neben zusätzlichen (unbezahlten) Urlaubstagen gibt es normalerweise auch anteilige Ausgleichszahlungen.

 

Nicht „mit einem Bein im Knast“

Das Gefängnis kann man am besten mit seiner Gruppe beim Tag der offenen Tür kennenlernen. Über einen unfreiwilligen Aufenthalt braucht man sich als Leiterin oder Leiter eigentlich keine Sorgen zu machen. Sich bewusst zu sein, dass man sich nicht zu viele Sorgen machen braucht, wenn man gut geplant hat, ist wichtig um mit der eigenen Gruppe schöne pfadfinderische Erlebnisse machen zu können. Als Grundlage möchte ich allen nochmal nahelegen, im Rahmen ihrer Modulausbildung den Baustein 3c „Finanzen, Haftung und Versicherung“ zu besuchen. Ein paar grundsätzliche Tipps kann ich euch auch hier anbieten:

Die Satzung der DPSG liefert viele Antworten zu den Fragen, wie das tägliche Leben im Stamm gestaltet werden soll. Sie stellt unter anderem die Grundlage für eine ordnungsgemäße Stammesversammlung auf oder definiert die Rechte und Pflichten der Mitglieder des Verbands. Die Satzung beruht auf dem Vereinsrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch. Wer sich daran hält, macht in dieser Hinsicht erstmal nichts falsch. Erläuterungen, was mit den einzelnen Abschnitten der Satzung gemeint ist und wie sie ausgelegt werden, erhaltet ihr in den Kommentaren zur Satzung: zu Mitgliedschaft, Rechten und Pflichten, zum Stamm, zum Allgemeinen Teil der für alle Ebenen gilt und zur Ausschlussordnung.

Zum Vereinsrecht und den damit verknüpften Fragen und Problemen gibt es weiterhin einige gute Broschüren im Internet. So zum Beispiel die des Bundesjustizministeriums oder auf den Seiten des Landessportbunds Berlin.

Unsicherheit gibt es oft auch in Bezug auf die Gesetze und Regelungen zur Gewaltprävention. Die wichtigste Grundlage, damit sich Leiterinnen und Leiter auf diesem Gebiet sicher fühlen, sind die Bausteine 2d und 2e zur Sensibilisierung, Intervention und Prävention von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in unserer Modulausbildung. In unserer Arbeitshilfe „Aktiv gegen sexualisierte Gewalt“ findet ihr darüber hinaus viele wichtige Hinweise, Tipps und Ansprechpartner.

Unsere Jugendarbeit ist gemeinnützig. Das hat viele – finanzielle – Vorteile, birgt aber auch einen nicht zu verachtenden Verwaltungsaufwand. Was ihr in Puncto Gemeinnützigkeit beachten müsst, erläutern wir euch in der Arbeitshilfe Gemeinnützigkeit.

 

Falls doch einmal etwas schief läuft, ist es wichtig zu wissen, dass ihr gut versichert seid. Über die Ecclesia ist jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer an einer Veranstaltung eures Stammes mit einer Grundversicherung haftpflicht-, unfall- und (für Leitende) straf-rechtsschutzversichert. Auf dpsg.de beantworten wir euch die häufigsten Fragen zur Versicherung und stellen euch alle Infos zu möglichen Zusatzversicherungen vor. Dort findet ihr auch die Kontaktdaten unseres Versicherungspartners Ecclesia.

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