Weihnachten Weltwärts

Erschienen am 22. Dezember 2017 in Abenteuer Pfadfinden

Catarina Gomes Ventura

Catarina Gomes Ventura

Catarina Gomes Ventura aus Pfarrkirchen ist 19 Jahre alt und zur Zeit als Freiwillige in Paraguay, dort arbeitet sie bei dem Adveniat-Projekt "Pastoral Social".

 

Wenn die vierte Kerze brennt, der Tannenbaum in der Stube steht, das letzte Türchen geöffnet wird, dann ist Weihnachten.
Wenn der Mangobaum Früchte trägt, wenn die Kokosblume die Stadt mit ihrem Duft erfüllt, wenn Wein mit Obststückchen in die Gläser geschenkt wird, ja dann ist auch Weihnachten!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wie die meisten von uns, blicke auch ich zur Weihnachtszeit auf die vergangen Monate zurück und lasse Erinnerungen an vergangene Weihnachten wieder wach werden.

Kleine Weihnachtsfeier am letzten Tag vor den Sommerferien.

Weihnachts-Blues

Es sind viele Gedanken, die mir dabei durch den Kopf gehen. Natürlich vermisse ich meine Familie, vor allem zu dieser heiligen Zeit, wo sich alle mit ihren Liebsten zusammenfinden. Doch tatsächlich habe ich hier schon eine zweite Familie gefunden, die für mich da ist und auch Freundinnen und Freunde, die mich aufnehmen, mir zuhören und mich unterstützen.

Schönheit Paraguays

Es ist Teil der paraguayischen Mentalität, unglaublich gastfreundlich zu sein. Sie sind stolz auf ihr Land und ihre Wurzeln und wollen Besucherinnen und Besucher am liebsten alles, was es zu bieten hat, zeigen. Sie haben auch Grund, stolz zu sein, denn das Land hat eine wunderschöne Natur und viele Traditionen zu bieten. Wunderschöne Blumen und viele Obstsorten wachsen das ganze Jahr über. Gerichte wie „Mbeyú“, „Vorí vorí“ und „Chipa guasú“ sind köstlich und in keinem anderen Land zu finden.

Humor der Sprachen

Verleihung des Teilnahmezertifikats am Zeltlager der Gruppe Domingo Savio.

Auch ihre Art zu sprechen ist einzigartig. „Guaraní“ ist eine indigene und zweite offizielle Sprache Paraguays, neben Spanisch. Viele Menschen sprechen eine Mischung der beiden Sprachen und nennen diese „Jopará“. Ich finde es wahnsinnig interessant zu lernen und zu verstehen, welche Wörter auf Spanisch verwendet werden und welche auf Guaraní. Es werden die Vorteile aus beiden Sprachen gezogen und es entsteht eine Art von Humor, der auch einiges über die Kultur und die Geschichte Paraguays aussagt.

Für mich sind manche Dinge in Paraguay wie kleine Schätze, die noch unentdeckt geblieben sind von der westlichen Welt.

Schattenseiten

Leider ist, wie in allen Ländern Südamerikas, auch hier die Armut groß. Und viele haben nicht das Glück ein Zuhause und eine beständige Familie zu haben, mit der sie ein schönes Weihnachtsfest verbringen können. In einigen Stadtteilen sind Kinderarbeit, Prostitution, Drogenkonsum und -handel leider ganz normaler Alltag.

Daher sind Einrichtungen wie das „Centro Communitario de la Chacarita“ unbedingt notwendig. Seit fünf Monaten arbeite ich nun in der Kindertagesstätte „Ikatu“. Sie ist eines der vielen Projekte in dieser Gegend. Ich habe wahnsinnig viel von den Kindern und auch von meinen Arbeitskolleginnen und -kollegen gelernt.

Vorstellung eines kurzen Tanzes, den ich mit den Kindern einstudiert hatte, für den Tag der offenen Tür.

„Ich habe sie schon sehr in mein Herz geschlossen“

Manchmal muss man viel Geduld mitbringen, um Erziehungsweisen zu verstehen und auch im Umgang mit den Kindern. Auch Stärke ist gefragt, denn einige haben Lebensgeschichten die traurig und manchmal auch sehr dramatisch sind. Doch jedes Kind ist einzigartig und ich habe sie schon sehr in mein Herz geschlossen und ich glaube, sie mich auch. Es macht Spaß und ist sehr bereichernd, mit ihnen Zeit zu verbringen.

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