Alle Kinder haben Rechte! Teil II

Erschienen am 27. Februar 2018 in Allgemeines

Vera Sadowski

Vera Sadowski

Vera Sadowski ist Diözesanvorsitzende im DV Essen. Zuvor war sie hauptberufliche Referentin der Bundesleitung und Ansprechperson für die Kinderstufen sowie für die Themen Prävention und Ausbildung.

 

Teil II: Zum Stand der Umsetzung in Deutschland

Wie im ersten Teil der Blog-Serie beschrieben, gilt die UN-Kinderrechtskonvention seit dem 5. April 1992 in Deutschland. Da erscheint es auf den ersten Blick vielleicht unsinnig, sich mit dem Stand der Umsetzung auseinanderzusetzen. Die UN-Kinderrechtskonvention ist schließlich ein Vertrag, der unter anderem von Deutschland unterzeichnet wurde und der für alle unterzeichneten Staaten bindend sein muss. Leider belehrt uns die Realität hier eines Besseren.

Der Kinderreport Deutschland 2018

Der Kinderreport Deutschland erscheint jedes Jahr vom Deutschen Kinderhilfswerk. Er berichtet zum Stand der Umsetzung von Kinderrechten. Toll an dem Report ist, dass er sowohl die Sicht von Erwachsenen als auch die Sicht von Kindern berücksichtigt. Die relevantesten Ergebnisse zum Stand der Umsetzung von Kinderrechten habe ich im Folgenden für euch zusammengefasst.

Staat und Gesellschaft tun zu wenig für die Bekämpfung von Kinderarmut

Kinderarmut in Deutschland wird sowohl von den befragten Kindern und Jugendlichen als auch von den befragten Erwachsenen als aktuelles und akutes Problem beschrieben. Leider wirkt sich dieses gesellschaftliche Problembewusstsein bisher noch nicht auf das Handeln der Politik aus. Gründe für Kinderarmut sind vor allem zu niedrige Einkommen und fehlende Bildungschancen für arme Kinder.

Die UN-Kinderrechtskonvention ist in Deutschland zu unbekannt

Sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Kindern und Jugendlichen ist der Bekanntheitsgrad der UN-Kinderrechtskonvention zurückgegangen. Ein Großteil der befragten Erwachsenen kennen die Kinderrechtskonvention nur dem Namen nach. Lediglich 12 Prozent kennen sich mit den in der UN-Kinderrechtskonvention beschriebenen Kinderrechten gut aus.

Bei den Kindern und Jugendlichen kennen 60 Prozent die Kinderrechtskonvention nur dem Namen nach. Knapp Dreiviertel hat noch nicht einmal etwas von Kinderrechten gehört. Und nur 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen kennen sich gut aus.

Wir brauchen mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche fordern mehr Mitbestimmungsrechte ein. Insgesamt 96 Prozent der befragten Kinder und Jugendliche plädieren dafür, in Schule und Familie mehr mitbestimmen zu dürfen.

Und auch die Erwachsenen plädieren für mehr Mitbestimmungsrechte für Kinder und Jugendliche. Insgesamt 83 Prozent sehen Potential im Sport-, Kultur- und Freizeitbereich und 79 Prozent in Schule und Familie.

Als Leiterinnen und Leiter tragen wir Verantwortung

Damit Kinder überhaupt ihre Rechte einfordern und durchsetzen können, müssen sie zunächst überhaupt wissen, welche Rechte sie haben. Die Ergebnisse des Kinderreports zeigen, dass hier noch großer Nachholbedarf besteht. Möchten wir uns mit den Wölflingen in den Gruppenstunden also mit Kinderrechten auseinandersetzen, müssen wir ihnen zunächst zeigen, welche Rechte sie überhaupt haben.

Außerdem müssen wir unsere Wölflinge darin bestärken, dass sie eine eigene Meinung haben und sich dafür einsetzen können. Dafür müssen wir sie befähigen, die Mitbestimmungsmöglichkeiten, die sie in der Gruppenstunde und im Stamm haben, zu nutzen.

Wie das geht und wie ihr mit euren Wölflingen konkret zu den Kinderrechten arbeiten könnt, zeige ich euch im nächsten Beitrag.

Den vollständigen Kinderreport findet ihr auf der Seite des Deutschen Kinderhilfswerk.

Hier geht es zu Teil I der Blogserie.

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One Response

  1. Alle Kinder haben Rechte! « blog.dpsg.de

    27. Februar 2018: […] Hier geht es zu Teil II der Serie! […]